Waldlauf
Hatte ich schon mal veröffentlicht, aber dachte, es gefällt hier auch dem einen oder anderen... Kommentare erwünscht...
Der Motor erstirbt in dem Moment, in dem ich den Schlüssel drehe. Ich ziehe meine Laufschuhe an und steige aus, die Tür fällt mit einem satten *plopp* ins Schloß und ich laufe los.
Das Leben beginnt neu, so fühlt es sich an. Der Wald verschluckt mich, Grün um mich herum, die Sonne bricht durch das Blätterdach und ich atme tief durch. Stille. Oder auch nicht, denn der Wald lebt: Vögel, Mäuse und tausend andere Geräusche vermischen sich mit den Gerüchen, die ich wahrnehme: Gras und Harz, Waldluft.
Ein Zeile aus einem Lied der Fanta4(?) kommt mir in den Sinn: "Ich spüre Freiheit in mir - denke das ging aber schnell". Mein Beine wollen rennen, sprinten, springen, meine Lunge schreit nach Betätigung, ich zwinge mein Ich zur Ruhe.
Die Gedanken kommen.
Wo stehe ich? Was will ich? Wer bin ich? Ich laufe vorbei an einem Feld, auf dem die Ähren satt und grün im Wind wiegen und ich frage mich, was der Sinn des Ganzen ist. Wir Menschen sind so stolz auf uns, auf unsere technische Überlegenheit, dass wir uns die Welt untertan gemacht haben, aber was hat uns das gebracht?
Wir werden geboren, man schickt uns in die Schule. Wir lernen Dinge, die wir zu einem großen Teil nie wieder brauchen. Beenden die Schule und beginnen eine Ausbildung und fangen an zu arbeiten. Bis kurz vor dem Tod ist unser Leben dieser Bahn unterworfen, die wir nie für uns wählen konnten, die die "Gesellschaft", das Kapital von uns erwartet.
Wir gehen arbeiten um die Miete zu bezahlen, in einer Wohnung in der wir kaum leben, weil wir ja die meiste Zeit arbeiten sind. So wird die Wohnung zu einer Schlafstätte und nicht mehr. Dafür geht ein Großteil unseres Geldes drauf. Dann gehen wir einkaufen. Dinge, die wir nicht brauchen, nicht wollen, die uns krank machen, die wir trotzdem als "Lebensmittel" bezeichnen, welch Ironie! Tatsächlich macht es uns krank und dient nur dazu, dass einige wenige noch reicher werden. Nicht, dass ihnen dieser Reichtum nutzen würde!
Sind wir wirklich so viel besser als Tiere? Hat man schonmal einen Fuchs gesehen, der sich 5 Tage die Woche zur Arbeit quält? Eine Demonstration der Igel gegen längere Arbeitszeit und für mehr Lohn? Ist das Leben der Tiere nicht ungleich lebenswerter, weil es mehr Qualität hat?
In mir wächst der Wunsch, einfach weiter zu laufen. Immer weiter und weiter, all das hinter mir zu lassen, einfach Richtung China, Russland, Amerika oder Afrika zu wandern. Tag für Tag zu entscheiden wo ich bin, wer ich bin und in welche Richtung meine Füße mich heute tragen sollen. Ein törichter Wunsch.
Oder?
Meine Gedanken schweifen ab zu meinem Leben. In mir ist eine tiefe Einsamkeit, die kein Mensch zu vertreiben in der Lage scheint. Ich habe Freunde, also Menschen die sich so bezeichnen würden. Bevorzuge meist den Begriff "Zeiterscheinung" für mich selbst, denn sie tauchen irgendwann in meinem Leben auf und irgendwann verschwinden sie. Wahre Freunde, echte Liebe, das ist so selten in meinem Leben geworden, dass ich mich manchmal frage, wie sich das anfühlt. Ist das, was ich gerade empfinde echte Liebe?
Ich hoffe es.
Ich kann ficken, ich kann töten, manchmal sogar ohne Waffen und nur mit Worten. Immer weiter und weiter führt mich mein Weg. Ich bleibe nicht stehen oder schaue mich um - wie im wahren Leben auch. Ich bin wie eine Maschine, die programmiert wurde. Schritt für Schritt kämpfe ich mich vorwärts.
Ich kann nicht hassen und vielleicht auch nicht lieben? Weiss es nicht, so vieles ist mir fremd und so oft denke ich über mich nach. Wo ist sie hin, die "Liebe meines Lebens", die Frau, die ich heiraten wollte? Mit der ich das Risiko eingehen wollte, Kinder in diese kranke Welt zu setzen? Sie ist weg, weil ich sie nicht geliebt habe. Sagt sie. Glaubt sie. Hatte sie recht? Who's next? Was ist mit der Frau an meiner Seite? Bin ich ehrlich zu ihr? Ich denke, ich bin es - so weit es mir möglich ist und doch muss ich mit der Wahrscheinlichkeit rechnen, dass sie beginnen wird, mich zu hassen.
Ich möchte schreien, der Welt miteilen, dass ich fühle, dass ich ein empfindsames Wesen bin, aber wann immer ich meinen Mund öffne, kommt nur Stille. Es ist Einsamkeit in mir. Tiefe Einsamkeit.
Da ist mein Auto. Ich steige ein, atme durch, drehe den Schlüssel.
Der Motor erwacht, das Leben schließt sich in mir ein. Ich rolle vom Parkplatz, 500 Meter bis zur Straße. Reihe mich ein in die Reihe gescheiterter Existenzen, in die Reihe unglücklicher Menschen, die geboren werden, leben, ficken, sterben und ihr Leben lang nicht begreifen werden, was das ist:
Leben.
Der Motor erstirbt in dem Moment, in dem ich den Schlüssel drehe. Ich ziehe meine Laufschuhe an und steige aus, die Tür fällt mit einem satten *plopp* ins Schloß und ich laufe los.
Das Leben beginnt neu, so fühlt es sich an. Der Wald verschluckt mich, Grün um mich herum, die Sonne bricht durch das Blätterdach und ich atme tief durch. Stille. Oder auch nicht, denn der Wald lebt: Vögel, Mäuse und tausend andere Geräusche vermischen sich mit den Gerüchen, die ich wahrnehme: Gras und Harz, Waldluft.
Ein Zeile aus einem Lied der Fanta4(?) kommt mir in den Sinn: "Ich spüre Freiheit in mir - denke das ging aber schnell". Mein Beine wollen rennen, sprinten, springen, meine Lunge schreit nach Betätigung, ich zwinge mein Ich zur Ruhe.
Die Gedanken kommen.
Wo stehe ich? Was will ich? Wer bin ich? Ich laufe vorbei an einem Feld, auf dem die Ähren satt und grün im Wind wiegen und ich frage mich, was der Sinn des Ganzen ist. Wir Menschen sind so stolz auf uns, auf unsere technische Überlegenheit, dass wir uns die Welt untertan gemacht haben, aber was hat uns das gebracht?
Wir werden geboren, man schickt uns in die Schule. Wir lernen Dinge, die wir zu einem großen Teil nie wieder brauchen. Beenden die Schule und beginnen eine Ausbildung und fangen an zu arbeiten. Bis kurz vor dem Tod ist unser Leben dieser Bahn unterworfen, die wir nie für uns wählen konnten, die die "Gesellschaft", das Kapital von uns erwartet.
Wir gehen arbeiten um die Miete zu bezahlen, in einer Wohnung in der wir kaum leben, weil wir ja die meiste Zeit arbeiten sind. So wird die Wohnung zu einer Schlafstätte und nicht mehr. Dafür geht ein Großteil unseres Geldes drauf. Dann gehen wir einkaufen. Dinge, die wir nicht brauchen, nicht wollen, die uns krank machen, die wir trotzdem als "Lebensmittel" bezeichnen, welch Ironie! Tatsächlich macht es uns krank und dient nur dazu, dass einige wenige noch reicher werden. Nicht, dass ihnen dieser Reichtum nutzen würde!
Sind wir wirklich so viel besser als Tiere? Hat man schonmal einen Fuchs gesehen, der sich 5 Tage die Woche zur Arbeit quält? Eine Demonstration der Igel gegen längere Arbeitszeit und für mehr Lohn? Ist das Leben der Tiere nicht ungleich lebenswerter, weil es mehr Qualität hat?
In mir wächst der Wunsch, einfach weiter zu laufen. Immer weiter und weiter, all das hinter mir zu lassen, einfach Richtung China, Russland, Amerika oder Afrika zu wandern. Tag für Tag zu entscheiden wo ich bin, wer ich bin und in welche Richtung meine Füße mich heute tragen sollen. Ein törichter Wunsch.
Oder?
Meine Gedanken schweifen ab zu meinem Leben. In mir ist eine tiefe Einsamkeit, die kein Mensch zu vertreiben in der Lage scheint. Ich habe Freunde, also Menschen die sich so bezeichnen würden. Bevorzuge meist den Begriff "Zeiterscheinung" für mich selbst, denn sie tauchen irgendwann in meinem Leben auf und irgendwann verschwinden sie. Wahre Freunde, echte Liebe, das ist so selten in meinem Leben geworden, dass ich mich manchmal frage, wie sich das anfühlt. Ist das, was ich gerade empfinde echte Liebe?
Ich hoffe es.
Ich kann ficken, ich kann töten, manchmal sogar ohne Waffen und nur mit Worten. Immer weiter und weiter führt mich mein Weg. Ich bleibe nicht stehen oder schaue mich um - wie im wahren Leben auch. Ich bin wie eine Maschine, die programmiert wurde. Schritt für Schritt kämpfe ich mich vorwärts.
Ich kann nicht hassen und vielleicht auch nicht lieben? Weiss es nicht, so vieles ist mir fremd und so oft denke ich über mich nach. Wo ist sie hin, die "Liebe meines Lebens", die Frau, die ich heiraten wollte? Mit der ich das Risiko eingehen wollte, Kinder in diese kranke Welt zu setzen? Sie ist weg, weil ich sie nicht geliebt habe. Sagt sie. Glaubt sie. Hatte sie recht? Who's next? Was ist mit der Frau an meiner Seite? Bin ich ehrlich zu ihr? Ich denke, ich bin es - so weit es mir möglich ist und doch muss ich mit der Wahrscheinlichkeit rechnen, dass sie beginnen wird, mich zu hassen.
Ich möchte schreien, der Welt miteilen, dass ich fühle, dass ich ein empfindsames Wesen bin, aber wann immer ich meinen Mund öffne, kommt nur Stille. Es ist Einsamkeit in mir. Tiefe Einsamkeit.
Da ist mein Auto. Ich steige ein, atme durch, drehe den Schlüssel.
Der Motor erwacht, das Leben schließt sich in mir ein. Ich rolle vom Parkplatz, 500 Meter bis zur Straße. Reihe mich ein in die Reihe gescheiterter Existenzen, in die Reihe unglücklicher Menschen, die geboren werden, leben, ficken, sterben und ihr Leben lang nicht begreifen werden, was das ist:
Leben.
unkreativ.net - 9. Sep, 20:48 - abgelegt unter: Laufen gehen
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