... sollte ich nicht verschweigen, dass ich ihn besucht habe....
(Jetzt also wieder so - ungestylt)
unkreativ.net - 5. Mrz, 19:09
Es ist dunkel, kein Laut erschallt. Wer sich umsetzen muss, macht es möglichst leise, versucht alle Geräusche noch vor der Entstehung zu vernichten. Kein Popcorn auf dem Weg zum Mund aus einer knisternden Tüte, kein Zuzzeln aus einem leeren Becher.
Dann geht das Licht an. Ungefähr 50 Leute wissen nicht genau, ob sie aufstehen sollen oder noch sitzen bleiben sollen. Beeindruckte Gesichter rings um mich.
Syriana ist sicherlich einer der packendsten Filme des Jahres, nicht nur weil GC stirbt. Er wirkt so grotesk, dass er einfach die Realität spiegeln muss. Der Osten zwischen Reform und Wahnsinn, der Westen zwischen Öl und Wahnsinn. Unterschiede verwischen, Kulturen verlieren ihre Konturen.
Es war Grönemeyer, der einst sang "Ideologien haben sich selbst überholt" und der Director scheint den Song gekannt zu haben.
Syriana ist ein Film über den Kampf um's Öl. Über Lobby's und korrupte Politiker wie Manger hier wie dort. Dieser Film braucht keine brutalen Szene, es muss nicht sonderlich viel Blut fliessen, nichteinmal die Folterszenen werden betont.
Ein Film aus den USA und zugleich über die USA. Ein mutiges Werk voll unverholener Kritik an den Systemen - nicht nur dem der USA. Und eine vage Andeutung des Chaos, das uns noch bevorsteht, geht einst das Öl vollends zu neige.
Prädikat: Unbedingt sehenswert!
unkreativ.net - 5. Mrz, 03:05