Accoustic Nightmare
Es ist schon wieder dunkel (After Dark - Tito & Tarantula), scheiss Zeitumstellung, als ich beschliesse kurz frische Luft zu schnappen. Nicht viel, das wollen meine Beine noch nicht wieder, aber ich muss raus.
Kennt Ihr das? Wenn man den ganzen Tag ein belegtes Gefühl im Mund hat, ständig was ißt, das nicht gesund sein kann oder wichst oder surft (oder beides zusammen) oder sonst irgend einen Scheiss macht, weil man einfach nicht einsehen kann oder will, dass einem jemand zum Ficken oder Reden fehlt? Toll wäre auch Ficken und Reden, aber wir wollen mal nicht ZU abgehoben werden.
Zurück zum Spaziergang. Der beginnt nicht mit dem Lied von oben, das erste Lied des Abends ist - dank der psychopathischen Fähigkeiten meines iPods "We're all gonna die" von Everlast. Nicht schlecht, nicht schlecht.
Sterben werden wir mit Sicherheit und frei nach "The Hills have Eyes" sterben die Glücklichen zuerst. Ich fürchte, das ist mir nicht vergönnt, ich werde wohl bis zum bitteren Ende Leben müssen - bis irgendjemand mal an Rob D denkt: "Clubbed To Death".
Die Welt ist im Arsch, sie geht vor die Hunde. Heute ist einer dieser Tage in denen ich so eine scheiss Laune habe, dass mir das alles extrem deutlich vor Augen scheint. "Die Welt bricht auseinander, auch die Mitte hat keinen Halt mehr", so schrieb einst Stephen King. Das ist 20 Jahre her, aber heute aktueller denn je.
Wir sind so besessen von unserer "Kultur", unserer "Zivillisation", so geil ob unserer anhaltenden Existenz, dass wir gar nicht mitbekommen, wie alles vor die Hunde geht - und wir selber fleissig mit an dem Loch buddeln, das dereinst unser Grab sein wird.
Hier ein bisschen Solidarität mit einer armen, aus ihrem Job geworfenen Mutter und ein Kommentar in einem Blog, der fast schon einen Behindertenbonus annehmen läßt. Und dort kaufen wir Aktien eines Unternehmes, das gerade ein paar Tausend Menschen in die gloreiche Zukunft des Hartz IV entläßt.
Wir leben für die scheiss Kohle, als könnte sie und glücklich machen. Wir klammern an einem beschissenen Leben, als würde es uns was bedeuten. Aufwachsen - Schule - Ausbildung - Arbeit - Tot.
Ich sag Euch was: sterbt früh. Im Ernst: Ihr habt damals freiwillig angefangen zu laufen, zu denken und aud das tolle Gefühl verzichtet, Eure Nahrung aus dem schönen Busen Eurer Mom zu beziehen. Das konnte Euch nicht schnell genug gehen, warum also jetzt nicht auch möglichst schnell aus dem Leben wieder heraus? Das würde - nennt man dann wohl sozialverträgliches Frühableben - auch die Rentenkassen entlasten. Und die Generation nach Euch. Die noch ein wenig degenerierter sein wird, als Ihr es gewesen seid, aber noch ein bißchen geiler von sich selbst überzeugt. Laßt Blut fliessen und denkt dran: in Zeiten von aufkeimden Protesten in der Bevölkerung sind Aktien von Unternehmen für persönliche Sicherheit fast so eine tötlich guter Tip wie die von Rüstungsfirmen. All on buy.
Ach nein, das wollt Ihr nicht. Lieber selber noch ein bißchen Kohle machen, bald ist das Rentenalter erreicht. Okay, sehr warhscheinleich ereilt Euch dann ein Herz- und oder Hirninfarkt und Ihr werdet als sabbernde Deppen von Euren Familien in Sterbenastalten, pardon, Altersruhesitze abgeschoben, aber hey, ihr hattet ein langes und glückliches Leben. Und was spricht gegen eine Zukunft als Soylent Green?
Ja? Hattet Ihr das? Ein glückliches Leben? So wirklich? Was habt Ihr denn erreicht? Was habt Ihr denn bewirkt in Eurem Leben, was bleibt nach Eurem Tode von Euch übrig, das ein positiver Beitrag zur Menschheit wäre? Woran man sich erinnert? Oh, ich befürchte die meisten von Euch haben nicht das Zeug zum Massenmörder, die Wahrscheinlichkeit, dass man sich an Euch erinnert ist leider sehr gering. Ihr seid Nichts.
No Doubt singen "Trapped in a Box" - und das sind wir von Anfanga an. Sklaven einer selbst erschaffenen Gesellschaft, Abhängig von irrwitzigen Dingen, kaum noch in der Lage ernsthafte Emotionen zu entwickeln. Immer hektisch, immer panisch, immer ängstlich und immer geil auf uns selbst. Scheiss auf andere, erst ich, dann lange nix, dann wer anders. Vielleicht wer anders.
Warum aber auch nicht? Es ist so viel einfacher, eine Schlampe (egal ob Männlein oder Weiblein) zum Ficken zu finden, als jemanden mit dem man richtig reden kann - denn Hand auf's Herz: Wer von Euch kann das überhaupt? Richtig reden? Über Probleme, Sorgen, Ängste und Nöte? Aber auch über Dinge die glücklich machen, die großen und kleinen Freunden?
Ich sag Euch, wie es bei mir ist: Ich kann's nicht. Konnt es noch nie: Reden mit anderen war und ist immer ein Problem für mich, deswegen schreibe ich ja so viel. Und ich wette, bei vielen von Euch ist es genau so - ob Ihr schreibt oder nicht sei dahin gestellt.
Also? Was machen wir? Warten wir bis zur Erlösung, bis irgendwann Kansas singen können "Dust in the Wind"? Oder begreifen wir das was um uns herum geschiet als das, was Imagination als "Just an Illusion" besingen und kriegen irgendwann die Kurve?
Habt Ihr jemanden, den ihr liebt? Keinen Ficker, eine Liebe? Dann nehmt heute abend mal eine Auszeit vom Leben: Lasst das Fernseh mit den Verblödunsshows aus, macht den PC aus. Macht Kerzen und Musik an, lest Euch gegenseitig aus einem Buch vor, massiert Euch in der Badewanne den Rücken. Macht eine Flasche Sekt oder Wein auf, betrinkt Euch mit Stil und jemanden der Euch liebt. Redet miteinander. Über Eure Sorgen, Ängste aber vor allem über das, was Euch am Leben hält. Und ich hoffe sehr, dass Ihr irgendwas habt, dass Euch am Leben hält. Und kommt mir nicht mit so einer Scheisse wie dem Job oder den Kindern. Der Grund muss aus Euch kommen!
Denn kosmisch betrachtet sind wir nur eine kurze Erscheinung im Universum und es gibt keinen Grund, die Zeit nicht auch mal positiv zu nutzen. Auch wenn millionen Quellen Euch was anderes weiß machen wollen.
Die Alternative wäre ein Abend wie meiner:
Einsam und verbittert(*).
(*)Wer jetzt das Gefühl hat, ich könnte ein wenig liebevolle Zuwendung brauchen, heute abend, der hat nicht unrecht.
Kennt Ihr das? Wenn man den ganzen Tag ein belegtes Gefühl im Mund hat, ständig was ißt, das nicht gesund sein kann oder wichst oder surft (oder beides zusammen) oder sonst irgend einen Scheiss macht, weil man einfach nicht einsehen kann oder will, dass einem jemand zum Ficken oder Reden fehlt? Toll wäre auch Ficken und Reden, aber wir wollen mal nicht ZU abgehoben werden.
Zurück zum Spaziergang. Der beginnt nicht mit dem Lied von oben, das erste Lied des Abends ist - dank der psychopathischen Fähigkeiten meines iPods "We're all gonna die" von Everlast. Nicht schlecht, nicht schlecht.
Sterben werden wir mit Sicherheit und frei nach "The Hills have Eyes" sterben die Glücklichen zuerst. Ich fürchte, das ist mir nicht vergönnt, ich werde wohl bis zum bitteren Ende Leben müssen - bis irgendjemand mal an Rob D denkt: "Clubbed To Death".
Die Welt ist im Arsch, sie geht vor die Hunde. Heute ist einer dieser Tage in denen ich so eine scheiss Laune habe, dass mir das alles extrem deutlich vor Augen scheint. "Die Welt bricht auseinander, auch die Mitte hat keinen Halt mehr", so schrieb einst Stephen King. Das ist 20 Jahre her, aber heute aktueller denn je.
Wir sind so besessen von unserer "Kultur", unserer "Zivillisation", so geil ob unserer anhaltenden Existenz, dass wir gar nicht mitbekommen, wie alles vor die Hunde geht - und wir selber fleissig mit an dem Loch buddeln, das dereinst unser Grab sein wird.
Hier ein bisschen Solidarität mit einer armen, aus ihrem Job geworfenen Mutter und ein Kommentar in einem Blog, der fast schon einen Behindertenbonus annehmen läßt. Und dort kaufen wir Aktien eines Unternehmes, das gerade ein paar Tausend Menschen in die gloreiche Zukunft des Hartz IV entläßt.
Wir leben für die scheiss Kohle, als könnte sie und glücklich machen. Wir klammern an einem beschissenen Leben, als würde es uns was bedeuten. Aufwachsen - Schule - Ausbildung - Arbeit - Tot.
Ich sag Euch was: sterbt früh. Im Ernst: Ihr habt damals freiwillig angefangen zu laufen, zu denken und aud das tolle Gefühl verzichtet, Eure Nahrung aus dem schönen Busen Eurer Mom zu beziehen. Das konnte Euch nicht schnell genug gehen, warum also jetzt nicht auch möglichst schnell aus dem Leben wieder heraus? Das würde - nennt man dann wohl sozialverträgliches Frühableben - auch die Rentenkassen entlasten. Und die Generation nach Euch. Die noch ein wenig degenerierter sein wird, als Ihr es gewesen seid, aber noch ein bißchen geiler von sich selbst überzeugt. Laßt Blut fliessen und denkt dran: in Zeiten von aufkeimden Protesten in der Bevölkerung sind Aktien von Unternehmen für persönliche Sicherheit fast so eine tötlich guter Tip wie die von Rüstungsfirmen. All on buy.
Ach nein, das wollt Ihr nicht. Lieber selber noch ein bißchen Kohle machen, bald ist das Rentenalter erreicht. Okay, sehr warhscheinleich ereilt Euch dann ein Herz- und oder Hirninfarkt und Ihr werdet als sabbernde Deppen von Euren Familien in Sterbenastalten, pardon, Altersruhesitze abgeschoben, aber hey, ihr hattet ein langes und glückliches Leben. Und was spricht gegen eine Zukunft als Soylent Green?
Ja? Hattet Ihr das? Ein glückliches Leben? So wirklich? Was habt Ihr denn erreicht? Was habt Ihr denn bewirkt in Eurem Leben, was bleibt nach Eurem Tode von Euch übrig, das ein positiver Beitrag zur Menschheit wäre? Woran man sich erinnert? Oh, ich befürchte die meisten von Euch haben nicht das Zeug zum Massenmörder, die Wahrscheinlichkeit, dass man sich an Euch erinnert ist leider sehr gering. Ihr seid Nichts.
No Doubt singen "Trapped in a Box" - und das sind wir von Anfanga an. Sklaven einer selbst erschaffenen Gesellschaft, Abhängig von irrwitzigen Dingen, kaum noch in der Lage ernsthafte Emotionen zu entwickeln. Immer hektisch, immer panisch, immer ängstlich und immer geil auf uns selbst. Scheiss auf andere, erst ich, dann lange nix, dann wer anders. Vielleicht wer anders.
Warum aber auch nicht? Es ist so viel einfacher, eine Schlampe (egal ob Männlein oder Weiblein) zum Ficken zu finden, als jemanden mit dem man richtig reden kann - denn Hand auf's Herz: Wer von Euch kann das überhaupt? Richtig reden? Über Probleme, Sorgen, Ängste und Nöte? Aber auch über Dinge die glücklich machen, die großen und kleinen Freunden?
Ich sag Euch, wie es bei mir ist: Ich kann's nicht. Konnt es noch nie: Reden mit anderen war und ist immer ein Problem für mich, deswegen schreibe ich ja so viel. Und ich wette, bei vielen von Euch ist es genau so - ob Ihr schreibt oder nicht sei dahin gestellt.
Also? Was machen wir? Warten wir bis zur Erlösung, bis irgendwann Kansas singen können "Dust in the Wind"? Oder begreifen wir das was um uns herum geschiet als das, was Imagination als "Just an Illusion" besingen und kriegen irgendwann die Kurve?
Habt Ihr jemanden, den ihr liebt? Keinen Ficker, eine Liebe? Dann nehmt heute abend mal eine Auszeit vom Leben: Lasst das Fernseh mit den Verblödunsshows aus, macht den PC aus. Macht Kerzen und Musik an, lest Euch gegenseitig aus einem Buch vor, massiert Euch in der Badewanne den Rücken. Macht eine Flasche Sekt oder Wein auf, betrinkt Euch mit Stil und jemanden der Euch liebt. Redet miteinander. Über Eure Sorgen, Ängste aber vor allem über das, was Euch am Leben hält. Und ich hoffe sehr, dass Ihr irgendwas habt, dass Euch am Leben hält. Und kommt mir nicht mit so einer Scheisse wie dem Job oder den Kindern. Der Grund muss aus Euch kommen!
Denn kosmisch betrachtet sind wir nur eine kurze Erscheinung im Universum und es gibt keinen Grund, die Zeit nicht auch mal positiv zu nutzen. Auch wenn millionen Quellen Euch was anderes weiß machen wollen.
Die Alternative wäre ein Abend wie meiner:
Einsam und verbittert(*).
(*)Wer jetzt das Gefühl hat, ich könnte ein wenig liebevolle Zuwendung brauchen, heute abend, der hat nicht unrecht.
unkreativ.net - 26. Mrz, 21:21

