Morgen fahre ich nach Berlin, um von dort dann am Tag danach nach Rügen zu düsen. Hochzeit fotografieren.
Es heiratet ein Modell, eine Kollegin, eine Freundin. Vielleicht die beste Freundin, die ich habe, vor allem was die Ehrlichkeit angeht und ihre unaufällige Präsenz. Du siehst sie nicht, Du hörst sie nicht, aber Du weißt immer, das sie für Dich da ist.
Ich bin ein wenig traurig deswegen. Nicht falsch verstehen, bitte. Ich gönne ihr die Hochzeit, ich freue mich für sie und ich wünsche ihr und ihrem Mann alles Glück dieser Welt und ich weiss, es ist eine Heirat aus Liebe.
Nur... ich wollte eigentlich schneller sein. Es gab eine Zeit da war ich sicher, dass ich vor ihr verheiratet sein würde. Vielleicht gut, dass ich es nicht war, weil ich könnte nicht schreiben, dass ich es bin. Die Beziehung in der ich damals lebte, ist zu Ende.
Sie wird nicht von mir fotografiert. Ich fahre nur den Fotografen. Wollte nicht riskieren, dass ich es versaue, denn im Moment weiß ich nicht ob ich übermorgen Profi genug sein könnte, um die Fotos zu machen. Oder ob ich einfach da stehe, paralysiert bin oder, was ja fast noch schlimmer wäre, zu heulen anfange.
Ist das mein schlechtes Gewissen? Keine Ahnung.
Und als ob das alles nicht genug wäre, waren die letzten Tage so deprimierend, so negativ wie schon lange nicht mehr. Eine schlechte Nachricht reihte sich an die nächste. Hier wechselt jemand von der Seite derer die mich mögen auf die, derer die mich hassen. Dort erfahre ich, dass ich offensichtlich die Kraft und den Willen von jemandem falsch eingeschätzt habe und das vielleicht nur aus rein egoistischen Gründen und nebenbei mischen Menschen wieder in meinem Leben rum, die da schon lange nichts mehr verloren haben.
Zusammen mit den Nachrichten aus aller Welt und den Gedanken, die ich mir so oft mache und machen muss, ist derzeit mein Leben von einem schwarzen Loch in der Mitte geprägt, dass alles Gute zu verschlingen droht und nur das Schlechte, böse Gedancken, unschöne Neuigkeiten und verzichtbare Erfahrungen, läßt.
*seufz*