Welcome to Abmahnistan! Folge 6509+7004
An anderer Stelle in der Welt der Blogs wird gerade darüber geschrieben, dass ein Handelsriese doch nur seine legitimen Interessen vertritt mit einer Aktion, die er gerade fährt.
Das mag sein, dass er rechtlich im Recht ist. Trotzdem muss es möglich sein, die Frage nach dem Sinn und der Moral zu stellen: Geht es wirklich um Verbraucherschutz?
Da ich im Gegensatz zu vielen von Euch mit Praxiserfahrungen der neusten Vergangenheit dienen kann, mache ich das einfach mal.
Allerdings möchte ich dazu sagen, dass es NICHT um eine Abmahung aus der Reihe handelt, die gerade diskutiert wird. Es war einige Wochen vorher.
Da bekam eine Bekannte von mir eine Abmahnung. Sie hat einen süssen kleinen Laden und versucht mit Qualität und guten Preisen und einer guten Stimmung nicht nur den Einzelhandelskollegen vor Ort Paroli zu bieten, auch gibt es "um die Ecke" seit geraumen einen größeren Laden aus der Saturn-Mediamarkt-Combo, gegen den sie sich behaupten muss. Und das bisher auch erstaunlich gut schafft.
"Natürlich" verkauft sie inzwischen auch übers Internet, vornehmlich per eBay. Und sie ist sehr vorsichtig, sehr zurückhaltend, sehr ehrlich. Ohne Witz. Wäre es nicht so, hätte ich nicht seit fast 15 Jahre geschäftliche Beziehungen mit ihr.
Und doch, tata da kam die Abmahnung. Und jetzt Achtung, wofür und warum:
Damit sie keine Rechte verletzt, verwendet sie für Auktionen ausschließlich eigene Bilder. Auf einer von ihr fotografierten originalen(!) Produktverpackung(!) stand "Lifelong Warranty". Kein Wort davon im Text oder sonstwas. Sie würde nie eine Gewährleistung bewerben, die es in der Form in Deutschland nicht gibt. Wozu auch, in dem Fall war Marke, Produkt und Preis ohnehin in einer für sich sprechenden Kombination gewählt, dass eine großartige "Bewerbung" nicht nötig war.
Was den abmahnenden Anwalt eines sehr viel größeren Unternehmens nicht daran gehindert hat, sie genau deswegen nebst üppiger Kostennote abzumahnen. Bei der Gelegenheit erkläre mir doch bitte mal jemand, wie man bei 5 Artikel für jeweils unter 50 Euro einen Streitwert im Fünfstelligen errechnet?
Also nochmal: Abgemahnt, weil auf dem Foto einer Produktverpackung ein Hinweis auf eine Leistung war, die es in Deutschland nicht gibt.
Kurze Zwischenfrage: Die Produkte gibt es unverändert. Darf ich annehmen, dass der Hersteller wegen schierer Größe nicht angegangen wurde? Eine entsprechende Anfrage an die abmahnende Kanzlei? ;-)
Wie auch immer, wenn ich nicht begeistert bin von dem, was ich derzeit aus der Presse höre, dann liegt das nicht daran, dass ich einem Unternehmen das Recht absprechen will, sich zur Wehr zu setzen. Aber ich bemängel, dass ich als Kunde wieder den Eindruck habe, es ginge nicht um Kundenschutz (wie es ja öffentlich verkauft wird) oder um Angst vor Nachteilen für das eigenen Geschäft, sondern schlicht Gewinnmaximierung das treibende Element sein könnte.
Und genau deshalb unterstützte ich im absoluten Gegensatz zu der eingangs erwähnten kritischen Stimme die Aktion von Marcel:
"Petition zur Schaffung eines Abmahngesetzes?"
Das mag sein, dass er rechtlich im Recht ist. Trotzdem muss es möglich sein, die Frage nach dem Sinn und der Moral zu stellen: Geht es wirklich um Verbraucherschutz?
Da ich im Gegensatz zu vielen von Euch mit Praxiserfahrungen der neusten Vergangenheit dienen kann, mache ich das einfach mal.
Allerdings möchte ich dazu sagen, dass es NICHT um eine Abmahung aus der Reihe handelt, die gerade diskutiert wird. Es war einige Wochen vorher.
Da bekam eine Bekannte von mir eine Abmahnung. Sie hat einen süssen kleinen Laden und versucht mit Qualität und guten Preisen und einer guten Stimmung nicht nur den Einzelhandelskollegen vor Ort Paroli zu bieten, auch gibt es "um die Ecke" seit geraumen einen größeren Laden aus der Saturn-Mediamarkt-Combo, gegen den sie sich behaupten muss. Und das bisher auch erstaunlich gut schafft.
"Natürlich" verkauft sie inzwischen auch übers Internet, vornehmlich per eBay. Und sie ist sehr vorsichtig, sehr zurückhaltend, sehr ehrlich. Ohne Witz. Wäre es nicht so, hätte ich nicht seit fast 15 Jahre geschäftliche Beziehungen mit ihr.
Und doch, tata da kam die Abmahnung. Und jetzt Achtung, wofür und warum:
Damit sie keine Rechte verletzt, verwendet sie für Auktionen ausschließlich eigene Bilder. Auf einer von ihr fotografierten originalen(!) Produktverpackung(!) stand "Lifelong Warranty". Kein Wort davon im Text oder sonstwas. Sie würde nie eine Gewährleistung bewerben, die es in der Form in Deutschland nicht gibt. Wozu auch, in dem Fall war Marke, Produkt und Preis ohnehin in einer für sich sprechenden Kombination gewählt, dass eine großartige "Bewerbung" nicht nötig war.
Was den abmahnenden Anwalt eines sehr viel größeren Unternehmens nicht daran gehindert hat, sie genau deswegen nebst üppiger Kostennote abzumahnen. Bei der Gelegenheit erkläre mir doch bitte mal jemand, wie man bei 5 Artikel für jeweils unter 50 Euro einen Streitwert im Fünfstelligen errechnet?
Also nochmal: Abgemahnt, weil auf dem Foto einer Produktverpackung ein Hinweis auf eine Leistung war, die es in Deutschland nicht gibt.
Kurze Zwischenfrage: Die Produkte gibt es unverändert. Darf ich annehmen, dass der Hersteller wegen schierer Größe nicht angegangen wurde? Eine entsprechende Anfrage an die abmahnende Kanzlei? ;-)
Wie auch immer, wenn ich nicht begeistert bin von dem, was ich derzeit aus der Presse höre, dann liegt das nicht daran, dass ich einem Unternehmen das Recht absprechen will, sich zur Wehr zu setzen. Aber ich bemängel, dass ich als Kunde wieder den Eindruck habe, es ginge nicht um Kundenschutz (wie es ja öffentlich verkauft wird) oder um Angst vor Nachteilen für das eigenen Geschäft, sondern schlicht Gewinnmaximierung das treibende Element sein könnte.
Und genau deshalb unterstützte ich im absoluten Gegensatz zu der eingangs erwähnten kritischen Stimme die Aktion von Marcel:
"Petition zur Schaffung eines Abmahngesetzes?"
unkreativ.net - 7. Nov, 22:24

