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Dienstag, 14. November 2006

Borat

Oh je… wieder so ein Film, bei dem ich eigentlich nicht weiss, was ich schreiben soll und möchte.

Als wir Freitag aus dem Kino kamen, habe ich meine Begleitung gefragt, ob der Film gut gewesen ist. Sonntag, als ich immer noch über ihn gesprochen habe, war mir klar: DAS ist ein guter Film, denn er regt zum Nachdenken an.

Ich bin sicher, man wird so viele verschiedene Meinungen über ihn finden, wie es Menschen auf der Erde gibt. Einfache Gemüter fanden ihn lustig oder langweilig, nachdenkliche Menschen fanden ihn ergreifend, bewegend oder zu oberflächig. Manche wie ich verweisen dann zudem auf die Ekel-Note, die dem Film teilweise angediehen wurde.

Nicht, dass wir uns missverstehen: auch wenn ich mich stellenweise geekelt habe wie selten zuvor im Kino, habe ich zu gleich gelacht wie lange nicht mehr.

Wenn man ein paar Lektionen der Weltgeschichte, Weltpolitik und etwas mehr Englisch als der Pisa-geplagte Schüler versteht, kann man an dem Film einen sehr eigenen Spass haben. Lachen, weil man eigentlich weinen müsste über das, was Cohen dem Zuschauer da vor Augen führt. Ein Spiegelbild einer Gesellschaft, die – wie es zunächst scheint – weit weg von unserer, unserem Werte- und Normensystem ist und doch auf ihre Weise viel näher am Alltag ist, als wir es glauben würden.

Man kann den Film ohne jeden Hintergedanken ansehen, ihn schlicht konsumieren und sich vergnügen. Aber das wird ihm nicht gerecht. Im Grunde ist es sogar einen Film, den man nicht nur einmal gesehen haben sollte, sondern mehrfach. Und in dem man sich immer wieder die eine Frage stellen sollte: Warum glauben wir, wir wären die Krone der Schöpfung?

Das der Film in einigen Regionen zu protesten, wenn nicht gar zu Verboten führte, wundert mich nicht. Er ist kritisch, er ist direkt und er verlangt ein großes Maß an Offenheit und er hat sicherlich mehr Potential, einen Clash of Civilisations zu verursachen, als die Mohammed-Karikaturen und wir wissen alle, wo die uns hingeführt haben. Nicht für gut, wie ich meinen möchte.

Egal. Kern meiner Worte sollte sein, dass der Film den einen oder anderen Besuch im Kino aber mal ganz, ganz locker rechtfertigt. Und das man ihn sehen sollte. Kritisch. Mit wachen Augen und wachem Verstand.

Und wer kann, sollte unbedingt am Ende sitzen bleiben, die Hymne (auf Englisch) anhören und sich seinen Teil denken.

Fazit: Unbeding empfehlenswert, vielleicht ein neuer Standardfilm für Lehrer um mal aufzuzeigen, in was für einer Welt wir eigentlich leben.

Eine Zugfahrt die ist lustig...

Ich muss das nicht mehr erwähnen, oder? Meine grundsätzliche Einstellung zum Thema „Reisen mit der Bahn“ ist hinlänglich bekannt, nehme ich an.

Und so wundert es nicht, dass die Bahn sich alle Mühe gibt, meine Vorurteile noch zu unterstützen, denn welches Unternehmen mit Weltruf und den vermutlichen Ambitionen, eine „richtige“ Aktiengesellschaft zu werden wie die anderen, kann sich zufriedene Kunden schon leisten?

Na also.

Ich will auch gar nicht mehr über die Automaten und die Schlange voller hilfloser Menschen reden. Und schon gar nicht über dieses merkwürdige „Bahn-Tix“. Darüber habe ich mich an anderer Stelle schon ausgelassen. Vielleicht der kleine Hinweis, das die Bahn neuerdings bezahlte (1-Euro?) Jobber in roten Jacken neben den Automaten stehen lässt. Die Aufschrift „Automaten-Guide“ lässt vermuten, dass man zu der unprofessionellen Irritation der Kunden noch ein wenig professionelles, also bezahltes Unverständnis hinzufügen wollte. Anders kann man das einfach nicht erklären, weil so richtig klar kamen die „Profis“ mit den Automaten natürlich auch nicht.

Egal, back on track: Es hätte mir schon komisch vorkommen müssen, dass der erste Zug fast pünktlich gewesen ist. Da war es richtig beruhigend, dass er auf freier Strecke angehalten hat, damit er einen Güterzug(!) passieren lassen konnte. Wer weiß, welcher Karton da pünktlich sein wollte. Vermutlich hatte der Beziehungen ;-)

Der erste Zug, eine Regionalbahn mit dem klangvollen Namen „Regionalexpress“ (Geschwindigkeit ist halt doch sehr, sehr relativ) war ein Meisterwerk der modernen Technik. Habe ich damals auf dem ersten und bisher einzigen Nicht-Linienflugs schon gedacht, es ist Wahnsinn, wie viele Menschen die in einen Flieger bekommen, bin ich jetzt schlauer: Dort hatte ich Platz. Wahnsinn ist dagegen, wie viele Menschen man in so einen Doppelstockwagen der neuen Generation packt. Die Sitze scheinen ausgelegt für Menschen die mit nicht mehr als 45 KG Gewicht nicht größer als 1 Meter 30 werden. Für… etwas stabilere, größere Menschen wie mich ist das... Gewöhnungsbedürftig kann ich nicht sagen, daran kann man sich schlicht nicht gewöhnen.

Irgendwann schleicht der Express dann also weiter, immer im Sicherheitsabstandswindschatten des ominösen und eilbedürftigen Güterzuges.

Das machte den schon großzügig angehängten Zug Nummer 2 natürlich zeitlich knapp. Aber wie so oft klappte es dann doch noch irgendwie und so lief ich an ihm entlang auf der Suche nach meinem Abteil und dem reservierten(!) Sitzplatz. Und muss ich erwähnen, dass aus „betrieblichen Gründen“ natürlich der Platz gar nicht vorhanden war? Also nicht belegt oder so, den reservierten Sitzplatz gibt es in diesem Zug nicht, nicht einmal den Wagen!

Und so stehen alle dicht an dicht und hoffen, dass es doch irgendwie geht. Und während ich noch einen Sitzplatz ergattere, erlaubt sich die Bahn das Wohlfühlgefühl zu verstärken, durch die wiederholte Durchsage, man möge bitte auf seine Wertsachen achten, es seien Taschendiebe mit an Board. Was die Dame mir gegenüber nicht davon abgehalten hat, für einen längeren Zwischenstop im Zug-WC ihren offensichtlich unbekannten Beisitzer zu bitten, auf ihre Notebooktasche aufzupassen.

Der Zug in dem ich hier sitze und gleich gesessen habe, ist übrigens nur vom Namen her ein Intercity. In „Wahrheit“ (there is always more than one version of the truth, sagen die Controller unter Euch jetzt) ist es nur ein Inter-Regio. Die gibt es aber wohl offiziell nicht mehr, deswegen hat man den kurzerhand zu einem IC/EC gemacht. Ah ja. Manchmal hat es Vorteile, sprechsüchtige Sitznachbarn zu haben, die zur Gruppe der Berufsbetroffenen gehören.

Nunja, gleich bin ich in Dortmund steige ein weiteres Mal um. Neues Spiel, neues Glück.

Vielleicht...

.... weile ich doch noch ein wenig unter Euch?

Bis Sommer '07?

*gnihihi*

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