Es ist die Sucht, die uns zittern läßt. Die uns unruhig in der Wohnung auf und ab laufen läßt. Die uns das Gefühl gibt, etwas würde nicht stimmen. Gefühltes Unbehagen. Gefühltes Unwohlsein. Nägel wollen sich durch die Haut kratzen und werden zur neuen Leibspeise. Du bist nicht Herr Deiner Sinne. Deine Gedanken schweifen immer wieder zu dem Stoff den Du brauchst. Du bist der Lust, der Gier, dem Bedürfnis völlig wehrlos ausgesetzt. Dir wird heiss. Dir wird kalt. Du schwitzt. Du zitterst. Du kannst nichts machen.
Irgendwann ist es so stark, der Wunsch nach dem nächsten Drop so ausgeprägt, dass wir alle guten Vorsätze über Board werfen. Das wir den nächsten Dealer aufsuchen, bereit sind, jeden Preis zu bezahlen.
Bei mir war es vorhin auch so weit. Ich bin zu ihr gefahren. Habe unglaubliche 2 Euro auf den Tisch gelegt. Und dafür von ihr den weissen Stoff bekommen, den ich so dringend brauchte.
Schon der Moment, als sie mir das Päckchen in die Hand drückte. Im selben Moment verschwand das Unwohlsein. Und so wunderschön auch ihr Gesicht erschien (war das die Erlösung von meiner Qual, dass sie mir vorkam wie ein Engel?), nichts und niemand hätte mich bei ihr halten können.
Ich hatte, was ich so dringend brauchte. Und bin nach Hause, um es mit zitternden Händen mit den anderen Zutaten zu vereinen, die mir
den Tag doch noch retten sollten.
So ist das. Mit der Sucht.