Na, was denken wir denn über den Herrscher der Franzosen, der da folgenden „klugen“ Satz über die Möglichkeit einer iranischen Atombombe von sich zu geben wusste:
Wo würde der Iran diese Bombe denn hinschicken? […] Sie würde es keine 200 Meter weit schaffen und schon wäre Teheran dem Erdboden gleichgemacht.“
Genau. Wir beantworten Säbelrasseln mit noch mehr Säbelrasseln. Und das von jemandem, der vor gar nicht so langer Zeit, nämlich erst am 19. Januar, schon sagte,
Terror unterstützende Staaten müssen damit rechnen, dass sich Frankreich auch auf „nicht konventionelle“ Weise zur Wehr setze
Ich sehe schon: wir müssen uns um den Klimawandel wirklich keine Sorgen mehr machen. Denn das was eine Weile wirklich schon fast erledigt schien, kommt nun direkter denn je zurück: der Wahn der Bombe.
Quelle der Zitate: Artikel von Miriam Hollstein, WAMS, 04.02.07
unkreativ.net - 4. Feb, 23:06
Na, wie gut das wir H5N1 noch haben. Ihr erinnert Euch? Vogelgrippe? Panik?
Jetzt ist der Virus wieder da. In Sussex (England) und seit vergangenen Montag in Ungarn (EU).
Wie? Nicht mitbekommen? Na dann aber los, Zeit für eine neue Runde Panik-Poker!
unkreativ.net - 4. Feb, 23:06
Schon am vergangenen Montag fand eine Veranstaltung statt, die den beunruhigende Titel „Europas Politik in einer neuen Weltordnung“ trug.
Und wie ich gerade in der Welt am Sonntag von Heute lese, ist dabei wohl von unserem Ministerpräsidenten ein Satz gesagt worden, der eine gewisse Hochachtung verdient, wenn er denn in einen ernst gemeinte Kontext gebettet ist:
Der von der westlichen Zivilisation auf traditionelle Gesellschaften und Kulturen ausgehende Anpassungs- und Veränderungsdruck in allen Lebensbereichen provoziert Abwehrkräfte – eine davon ist der transnationale Terrorismus.
In sofern kein Wunder, dass es fast eine Woche braucht bis ich eine Titelseitenartikel dazu sehe. Wobei ich sicherlich nicht repräsentativ bin, habe ich doch derzeit nicht wirklich viel Zeitungskonsum zu verzeichnen. Aber ich nehme mal an, wen die Welt bis heute brauchte, stehen andere Printmedien nicht viel besser da und in den von mir mehr oder weniger regelmäßig frequentierten Online-Medien war jetzt auch nicht unbedingt von diesem Zitat zu lesen. Aber ehrlich: Warum eigentlich nicht? Ist es eine so „bahn brechende“ Erkenntnis, dass man sie geheim halten muss?
Warum genau hebt sich jemand wie Rüttgers nur dadurch positiv hervor, wenn er sagt was jedem denkenden Menschen klar sein sollte?
Aber vielleicht, vielleicht ist ja Rüttgers jetzt jemand, der die Zeiten der Zeit entdeckt und diese Zeichen darauf hindeuten, dass sich eine Änderung in der Politik abzuzeichnen beginnt… weg von hirnlosen Kriegen um Ressourcen die eh ausgehen.
Ja, ja, ich weiß. Ich träume.
Aber schön ist es doch…
unkreativ.net - 4. Feb, 23:06
Mein Zug auf offener Strecke. Wir halten wegen dem, was die Bahn politisch korrekt einen „Unfall mit Personenschaden“ nennt. Womit meistens ein – dann vermutlich geglückter – Suizid gemeint ist.
Eine nette Gelegenheit mal das Bord-Bistro aufzusuchen und mir einen Tee zu gönnen. Kaffee hatte ich schon genug am Platz. Und der brachte mich auch dazu, mal was über „im Zug“ schreibe zu wollen, nachdem ich ja schon mehrfach darüber geschrieben habe, wie es „vor dem Zug“ läuft.
Denn im Zug hat sich einiges getan, die Bahn wird sich offensichtlich der Situation bewusst, dass die dem zahlenden Kunden etwas bieten möchte – soll er sein Geld bei ihr und nicht im Flugzeug nutzen.
Auffälligste Änderung ist sicherlich die Stimmung beim Personal: überall freundliche, höfliche und sehr zuvorkommende Menschen, die sicherlich nicht nur dazu trainiert wurden, sondern die ihren Job, ihre Dienstleistung als Dienst am Kunde im Interesse ihres Unternehmens begreifen, bzw. zu begreifen scheinen.
Wir brauchen natürlich nicht über die 2 Euro 70 für einen Tee oder Kaffee diskutieren, die Höhe ist… gewöhnungsbedürftig. Aber angesichts der Preise die man heute in angesagten Lokalen zu zahlen bereit ist, jetzt auch nicht wirklich tragisch zu nennen.
Aber wenn ich am Platz bedient werden kann, wenn ich das Gefühl habe der Kaffee sei nicht älter als einige Minuten – und ich wage mal zu sagen das ich das beurteilen kann – dann sind auch 2 Euro 70 berechtigt.
In Situationen wie dieser wird zudem vom Personal vermutlich einiges an Feingefühl und Verständnis für menschliche Psychologie verlangt werden. Verängstige und verärgerte Fahrgäste werden nun vermutlich das Bahnpersonal das sie greifen können – also die ZuBs (wie Zugbegleiter intern heißen) – in die Mangel nehmen.
Und man wird das alles mit einem Lächeln erwidern müssen. Hoffnung verströmen müssen und selber vermutlich innerlich aufstöhnen, angesichts der Tatsache, dass der eigene Feierabend in weite Ferne rückt. Geht man davon aus, dass besonders Nachts die Bergung einer „verunfallten Person“ eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt und die Staatsanwaltschaft erst dann die Strecke wieder frei gibt, wenn erstens einiger Maße klar ist, was überhaupt passierte und zweitens alle Teile gefunden worden sind.
Wie dem auch sei. Was ich eigentlich sagen wollte war, dass die Qualität der Bewirtung im Zug und der Umgang mit mir als Kunden deutlich besser ist, als noch vor vielen Jahren.
An der Stelle sei jetzt nicht erwähnt, dass natürlich mein Zug wieder mindestens eine Stunde Verspätung hat und auch ich natürlich nicht weiß, ob ich überhaupt noch einen Anschlusszug bekommen werde, wenn ich in Duisburg bin.
So, Zeit genug sich eine Welt am Sonntag bringen zu lassen (die gibt es für Umsonst) und sich mal mit dem aktuellen Weltgeschehen auseinander zu setzen. Aktuelles Delay: 75min
unkreativ.net - 4. Feb, 23:06