Montag, 12. Februar 2007

Gastbeitrag: "Des Oberbürgermeisters neuer Orden"

oder:
Vom geheimen Traum, ein Prinz zu sein



Woran denken wir, wenn das Stichwort "Rheinischer Karneval" fällt? An übermäßigen Alkoholgenuss, notgeile Männer auf der Pirsch, unverzeihliche musikähnliche Geräusche... und natürlich an Blechorden aller Größen, Formen und Farben.

Wir ignorieren einmal die historische Tatsache, dass das militärische Gehabe, wozu auch die Orden gehören, ursprünglich als Verhohnepiepelung der französischen Besatzungstruppen durch die unterdrückte deutsche Bevölkerung dienen sollte. Heutzutage sind die Orden ein ernstgenommenes Requisit im allzuernstgenommenen spaßfreien, funktionärsdominierten Vereinskarnevalstreiben geworden.

Es scheint der Grundsatz zu gelten: Je mehr, desto wichtiger die Persönlichkeit, egal ob das Blechgewicht das ohnehin nicht allzustark ausgeprägte Rückgrat deformiert. Manche Sexualforscher vermuten außerdem, dass die Sucht nach dem Orden auch etwas mit seiner kussbeladenen Verleihung durch strammschenklige junge Damen zu tun hat. Wie käme manch über 60-jähriger sonst noch einiger jungen Frau so nah?

Da verwundert es nicht, dass Duisburgs schwarz-christlicher Oberbürgermeister Sauerland auch in diesem Bereich wieder einmal an vorderster Front mitmischen will. Wenn man ihn schon nicht als Prinz von Duisburg, sondern nur zum Oberbürgermeister der Stadt gewählt hat, so will er zumindest mit einem eigenen Orden in den närrischen Rummel eingreifen.

Zur Verblüffung vieler und zum Entsetzen einiger hatte die NRZ schon im letzten Jahr gemeldet, der OB habe seinen eigenen Orden herausgegeben. Die Frage, aus welchem Haushaltstitel diese bekanntlich sehr kostenträchtigen Utensilien finanziert wurden (Repräsentationsmittel? Unterstützung lokaler Kulturarbeit? Wirtschaftsförderung?) beantwortete die wohlinformierte Zeitung gleich mit: Kostenträger war die Stadtsparkasse, die mit unserem hart ersparten und mit zuwenig Zinsen belohnten Spargroschen wohl so viel Gewinn machen konnte, dass auch noch dieser Blödsinn finanzierbar erschien. Nur Politpuristen und karnevalsfeindlichen Demokraten mag bei dieser Information aufgestoßen sein, dass der OB nicht nur der Repräsentant des Eigentümers der Sparkasse ist, sondern auch noch in dessen Kontrollgremien sitzt. Sollten hier die Kontrollierten ihrem Kontrollherrn ein Spielzeug willfährig verschafft haben? Interessanterweise gab es keine öffentliche Diskussion. Aber die fehlte ja auch schon bei der Frage, wie dieser OB eigentlich seine vielen Reisen, seine endlose Kette von Empfängen im Rathaus und seine Besuche beim MSV (im Stadion und im Trainingslager in Portugal) bezahlt, besser gefragt, aus wessen Tasche.

Wer aber auf einen einmaligen fremdfinanzierten, karnevalstechnischen Ausrutscher des Stadtoberhaupts gehofft hat, sieht sich in diesem Jahr bitter enttäuscht. Der Mann will offenbar Serientäter werden. Die Duisburger Kolumnistin Mimi Müller berichtete nämlich panisch, sie sei bereits Opfer des diesjährigen neuen OB-Ordens geworden. Und während der echte Stadtprinz privates Geld für seine Orden in die Hand nehmen muss, darf man wohl darauf vertrauen, dass Herr Sauerland wieder einen Fremdsponsor gefunden hat.

Warum er wieder derart dreist dem diesjährigen und sogar echt witzigen Stadtprinzen mit einem eigenen Orden, der sein eigenes Konterfei trägt, Konkurrenz macht, ist wohl klar: Offenbar will er mit dem von anderen bezahlten Orden das eigene Bild vom tollen OB umarmend und bützend dem wehrlosen Wahlvolk um den Hals hängen, damit es als lebendes Wahlkampfmittel die heimliche Sauerländer Sehnsucht in die Weiten Duisburgs hinausträgt:
"Zwar bin ich nur OB, doch wär ich gerne Prinz".


Der Verfasser ist bekannt, aber möchte ungenannt bleiben.

Bis das der TÜV uns scheidet...

Ein FeF hat mein Völvchen heute kurz zum TÜV gebracht. Ich habe ja nicht mit Problemen gerechnet. Die gab es dann aber. Erst mußte sich der FeF ein Lamenti anhören, weil angeblich das Standlicht vorne rechts defekt gewesen sei. Hätte ihm sagen sollen, wie man das einschaltet ;-)

Allgemein scheint man übrigens beim TÜV ein Tempo vorzulegen, bei dem man den Mitarbeitern beim Laufen die Schuhe besohlen kann. Naja, wie dem auch sei.

Der FeF fuhr dann noch zur ASU. Da erzählte man ihm dann erst, dass mein Auto schon so riecht, als wär da viel Abgas und das er bedenken solle, dass der Gesetzliche Grenzwert für Schlagmichtot zwar 2.0 sei, Volvo aber 1.5 für das Völvchen vorgebe. Ob er immer noch die ASU machen wollen würde, weil so wie der riecht...

Nach kurzer Rücksprache mit mir hat er dann die ASU machen lassen. Zunächst bekam er dabei die Belehrung, dass es gut sei vor dem TÜV immer schön Vollgas zu fahren. Das sei zwar nicht so gut für die Umwelt, aber besser für die Abgaswerte. Na, da schau einer an: Ich bin also entweder Umseltsünder weil ich heize oder Umweltsünder laut Abgasdefinition. Irgendwie ist man doch immer der Dumme ;-)

Naja, lange Rede kurzer Sinn: Die Messung ergab dann bei einem Gesetzlichen Grenzwert von 2.0 und einem Volvo-Max-Wert von 1.5 ganze.....
0.3
Und über all dem steht auf der Rechnung:
Vertrauen Sie unseren erfahrenen KFZ-Meistern.

Klar. Denen.

Und ihrer Nase. *kopfschüttel*

Ich find's gut :-)

Andere nicht so:

Klick!

unkreativ

& ohne Bedeutung!

Geh weg!



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hier rollt der Übwachungsminister...o
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