Im Krieg?
Im Krieg mit dem Volk?
Dann kam der 11. September und als Neuerung wurde uns nun eingetrichtert, dass wir immer einheitlicher leben müssen, damit wir nicht als Individuen als mögliche Terroristen aufallen. Schon das Tragen eines T-Shirts mit Print kann heute reichen, als nicht mehr willkomme Person nicht in Deutschland einreisen zu dürfen.
In ein Land, auf das ich einst stolz war, das ich für fair und gerecht gehalten habe, von dem ich annahm, es sei sozial und würde so bleiben.
Von dem ich dachte, wirklich überzeugt war ich, dass es aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hätte. Besonders aus der NS-Vergangenheit.
Doch dieses Land wird nicht nur zu einem BigBrother-Staat mit immer mehr Kameras, die uns auf jedem Schritt und Tritt verfolgen. Es wird auch zu dem Land mit den absurdesten Biometriepässen.
Und dann... dann ist da noch die Bundeswehr. Die nicht im Inneren eingesetzt werden darf. Doch ist uns mittlerweile alles so scheiss egal, sind wir Mental so auf Mitlaufen gedrillt und darauf, uns alles gefallen zu lassen, dass niemand laut Proteste ruft, wenn Panzerwagen der Bundeswehr den Verkehr überwachen oder dann sogar rauskommt, dass die bösen
Natürlich nur zu unserer eigenen Sicherheit, vermutlich ebenso wie das Verwenden von potentiellen Aufwieglern durch die Sicherheitsbehörden, in dem Zusammenhang akzeptieren wir natürlich auch gerne weitere Einschränkungen unserer Rechte - einschließlich unseres Rechtes auf Rechtsbeistand.
Und unsere Regierungen? Wenn ich mir alleine das "Desaster" um die verschwundene Uhr von Bush anschaue. Warum badet er dort in der Menge und stellt sich nicht hier der Kritik?
Vielleicht weil es doch noch nicht zu spät für Deutschland und Europa und die Welt ist?
Vielleicht weil er wie die anderen weiß, dass sein und ihr Handeln eben nicht mehr kritiklos akzeptiert wird? Das sich das Wissen verbreitet, dass sich was ändern muss und ändern kann?
Ein Indiz dafür wäre die wieder aufkommende Diskussion um Zensur, verzeihung ich meine Regulation von Medien. Insbesondere das Internet steht ja nicht erst seit gestern auf der Albtraumliste der Politiker...
Sinn macht das alles nur, wenn man sich von der Vorstellung löst, in einer Parlamentarischen Demokratie wäre das Parlament und wären die Minister die Vertreter des Volkes. Wenn man sich dagegen der Vorstellung öffnet, dass es vielmehr um Geld, Macht, Geldvermehrung und Machterhalt geht, bekommt das alles einen richtigen, passenden Sinn.
Denn ein System von Macht und Geld kann keine kritischen, mündigen Bürger gebrauchen. Man braucht Wesen, denen man den Willen genommen hat, denen man die Individualität geraubt hat, die man kontrollieren und manipulieren kann. Und die man künstlich arm hält, denn Geld bedeutet Freiraum, den man nicht geben darf. Dafür braucht es dann natürlich auch kontrollierte Medienanstalten.
Um dem ganzen dann das Häubchen zu verpassen, läßt man den Büger all das Bezahlen: wie man ihn beschnüffelt, bespitzelt, kontrolliert, manipuliert. Und das erstaunliche: Es reichen ein paar Buzzwords, und die Steuern fließen und der Widerstand gegen die immer ausufernden Beschränkungen ist quasi weg.
Leider dürfte es nicht mehr möglich sein, einfache Änderungen zu vollziehen. Wir sind so weit, dass nur noch ein grober Umbruch im System einen Erfolg bieten könnte. Dazu würde eine Menge Maßnahmen gehören, die man nur schwer den Menschen erklären kann (zum Beispiel warum eine Deregulierung der Trinkwasser- und Energieversorgung nicht unbedingt Vorteile bringt), nein man müßte auch erhlich sein. Parteien wieder das Volk vertreten und Politiker dem eigentlichen Sinn ihres Status nachgehen. Man müßte darüber nachdenken, Politikern zu verbieten mit privatwirtschaftlichen Unternehmen verbandelt zu sein ("Berater"), ebenso wie man alternative Wege wie das Bedingunslose Grundeinkommen ins Auge fassen müßte. Man müßte die direkte Beteiligung des Volkes stärken und bereit sein, der Stimme des Volkes zu folgen. Auch wenn das bedeutet, dass es in Deutschland halt keinen G8-Gipfel mehr gibt.
Leider sind all diese Dinge mit Verlusten behaftet, die nur Leute treffen, denen der Verlust nicht wirklich schaden würde, die aber in der heutigen Zeit und Situation in der komfortablen Lage sind, die Änderungen zu verhindern. Einschließlich einer nicht enden wollenden Reihe von Attacken auf das Grundgesetz.
Statt dessen wird man mehr und mehr Überwachung (zu unserem Schutz) aufbauen, uns mehr und mehr Regeln auferlegen (zu unserem Schutz) und uns mehr und mehr ausbeuten (zu unserem Wohl). Und wer in diesem Absatz Ironie in Klammern findet, darf die gerne behalten ;-)
Die Frage ist, was kommen wird. Wird es eine Spirale der Gewalt geben, werden irgendwann nicht nur Autos von Reichen brennen, werden irgendwann Attentate verübt oder gar Bomben hoch gehen? Ich hoffe nicht, denn für das gemeine Volk wäre genau DAS der Grund, weiteren Einschnitten zuzustimmen. Und irgendwann ist dann wieder alles gleichgeschaltet. Wie schoneinmal.
Aber wie kann man dann Einfluß üben? Nichtwählen ist scheisse. Protestwahl auch. SPD? Oh mein Gott. CDU / CSU? Lieber in der Hölle smoren. Die Grünen? Viel zu leise und harmlos, zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Eine eigene Partei aufmachen? Mit welchen Zielen? Stärkung der Demokratie und sozialen Gleichheit im Volk? Abbau von Bürokratie am falschen Ende, Rücknahme und kritische Prüfung der Gesetze gegen den ominösen Terror, der mir weniger Angst macht als unsere Politiker? Rückzug der Bundeswehr aus den Kriegen und Verkleinerung der selbigen, weil wir eigentlich doch nie wieder Krieg führen wollten? Stärkung des Grundgesetzes, der Verfassung? stärkung der Bildung und Kommunikation, Abschaffung der Verblendung und Zensur?
Alles sehr ehrenhaft, aber wie verhindert man dann, dass Funktionäre eben dieser neuen Partei wieder in alte Muster und Schema verfallen, selber von der Macht korrumpiert werden? Kann man wirksame Mechanismen finden, die zudem ein Unterwandern und lenken in die falschen Richtungen verhindern?
Auf jede vermeintliche Antwort kommen dutzende neue Fragen. Und ich allein bin zu dumm, sie zu beantworten. Wo aber bleibt die Gemeinschaft derer, die klug genug sind zu erkennen, dass etwas schief läuft?
So lange wir das Netz noch haben um uns zu verbinden, auszutauschen, so lange müssen wir es nutzen. Sonst ist es irgendwann zu spät. Und die Uhr... tickt.
unkreativ.net - 13. Jun, 09:09

