Richtig vs. Falsch
Frau Mirtana berichtet in einem langen Beitrag über ihren Besuch auf einer "Personalmesse", genauer der "8. Fachmesse für Personalwesen".
Sie ist offensichtlich unzufrieden mit dem, was ihr da begegnet ist und das kann man sicherlich aus dem Stehgreif nachvollziehen.
In einem Kommentar dazu schreibt Frau Rabe:
Ich hatte aufgrund des aufkommenden "Trendes" zum vernünftigen Umgang mit Mitarbeitern (insbes. Arbeiter) gehofft, den einen oder anderen Anbieter mehr zu treffen, der sich mit dem Thema auseinandersetzt.
Und das ist recht interessant. Denn: Gibt es diesen Trend überhaupt? Auch nur im Ansatz?
Persönlich würde ich das voll unterstützen. Berate ich Unternehmer, berate ich sie auch immer im Bereich Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation, auch in meinem Hauptjob rede ich gerne und viel darüber, dass der Mensch keine Ressource zum Verbrauch und kein dummer Konsument der mit ihm hergestellten Waren und Dienstleister.
Leider, leider kann ich aber nicht sagen, ein Umdenken zu spüren. Ich sehe immer ausgeklügeltere Systeme, die eigentlich gute Innovationen wie Gleitzeit in eine totalüberwachtes Mitarbeiteranwesenheitskontrollsystem überführen. Ich sehe Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter vor der Einstellung gründlich durchleuchten (und Google ist da nur der Anfang, vieles von dem was geht, ist gar nicht in der Breite bekannt). Und das Wissen teilweise nicht sofort nutzen, sondern später, wenn Druck angebracht oder (berechtigte?) Forderungen abgelehnt werden sollen.
Die Politik um Hartz IV macht es möglich, staatlich subventionierte Billigarbeiter ohne nennenswerte Rechte zu "erwerben", teilweise sind dabei die Zahlungen an das Unternehmen je Person deutlich höher als der Betra, der an den Mitarbiter ausgezahlt werden soll, einzelne Quellen sprechen von bis zu 500 Euro zu 120€.
Nein, ich sehe eher das Gegenteil des angesprochenen Trends, eine ungebrochene Bemühung, den Menschen zweifach zu deklassifizieren: Zur Arbeitsressource und zur Kaufdrohne.
Und die "moderne" Betriebswirtschaft gibt uns hierfür die benötigten Hilfsmittel an die Hand. So kann ich genau berechnen, was mich ein Produkt kostet und der größte Kostenfaktor ist das Personal. Den gilt es zu drücken, koste es, was es wolle. Wenn möglich kombiniert mit einer Steigerung des Profits.
Und so ist es plötzlich nicht "normal" für ein gutes Arbeitsumfeld zu sorgen, vielmehr werden die "Anteiligen Kosten" für Raummiete, Wärme, Strom, Wasser etc. dazugenommen um zu belegen, wie teuer das Personal ist. Es ist auch nicht mehr normal, Mitarbeiter zu motivieren, es ist vielmehr normal geworden, sie in ständiger Angst zu halten. Parallel zur Terrorangst, droht die Angst vor Jobverlust und H-IV. Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligen? Wenn überhaupt geht der "Benefit" an die Aktieninhaber, der heiligen Kuh des Shareholder Value muss gedient werden und zur Not reichen Milliardengewinne nicht alleine aus, da müssen dann auch weitere Entlassungen herhalten.
Nein, sehen wir den Tatsachen ins Auge: Deutschland geht vor die Hunde. Nicht nur auf Grund unserer Politik, die der Wirtschaft dient. Auch und eben weil die Wirtschaft es verlernt hat, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Seine Schaffenskraft zu nutzen und ihn dafür angemessen zu be- und entlohnen. Und Alternativen für all die zu schaffen, die in unserer technisierten Welt nicht mehr arbeiten müssen, wenn sie es nicht wollen.
Die Wirtschaft hat auch den Kunden völlig aus dem Auge verloren. Wir gelten nicht mehr als Motor für Innovationen, mit denen man uns umwirbt. Wir sollen kaufen, von dem andere Entscheiden, dass es gut für uns ist - gut ist für uns, was ein großes Plus in der Bilanz abwirft. Entwicklungen in unserem Interesse? Hmmm... mal suchen.
Es wird noch eine Weile dauern. Wir Deutschen sind ein sehr leidensfähiges Volk. Wir lassen uns auch gerne immer wieder über lange Zeit für Dumm verkaufen (als wären Verlagerungen von Betriebsstandorten nach Osteuropa oder Asien wirklich der Weiheit letzter Schluss...) und sind für lange Zeit brave Konsumenten dessen, was uns vorgesetzt wird.
Doch irgendwann ist das Faß voll. Und mindesten ein Manager-Depp wird dann der Tropfen sein...
Aber vielleicht... vielleicht kriegen wir ja vorher noch die Kurve. Irgendwie und bitte ohne Gewalt und ohne das Blut fließt.
Sie ist offensichtlich unzufrieden mit dem, was ihr da begegnet ist und das kann man sicherlich aus dem Stehgreif nachvollziehen.
In einem Kommentar dazu schreibt Frau Rabe:
Ich hatte aufgrund des aufkommenden "Trendes" zum vernünftigen Umgang mit Mitarbeitern (insbes. Arbeiter) gehofft, den einen oder anderen Anbieter mehr zu treffen, der sich mit dem Thema auseinandersetzt.
Und das ist recht interessant. Denn: Gibt es diesen Trend überhaupt? Auch nur im Ansatz?
Persönlich würde ich das voll unterstützen. Berate ich Unternehmer, berate ich sie auch immer im Bereich Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation, auch in meinem Hauptjob rede ich gerne und viel darüber, dass der Mensch keine Ressource zum Verbrauch und kein dummer Konsument der mit ihm hergestellten Waren und Dienstleister.
Leider, leider kann ich aber nicht sagen, ein Umdenken zu spüren. Ich sehe immer ausgeklügeltere Systeme, die eigentlich gute Innovationen wie Gleitzeit in eine totalüberwachtes Mitarbeiteranwesenheitskontrollsystem überführen. Ich sehe Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter vor der Einstellung gründlich durchleuchten (und Google ist da nur der Anfang, vieles von dem was geht, ist gar nicht in der Breite bekannt). Und das Wissen teilweise nicht sofort nutzen, sondern später, wenn Druck angebracht oder (berechtigte?) Forderungen abgelehnt werden sollen.
Die Politik um Hartz IV macht es möglich, staatlich subventionierte Billigarbeiter ohne nennenswerte Rechte zu "erwerben", teilweise sind dabei die Zahlungen an das Unternehmen je Person deutlich höher als der Betra, der an den Mitarbiter ausgezahlt werden soll, einzelne Quellen sprechen von bis zu 500 Euro zu 120€.
Nein, ich sehe eher das Gegenteil des angesprochenen Trends, eine ungebrochene Bemühung, den Menschen zweifach zu deklassifizieren: Zur Arbeitsressource und zur Kaufdrohne.
Und die "moderne" Betriebswirtschaft gibt uns hierfür die benötigten Hilfsmittel an die Hand. So kann ich genau berechnen, was mich ein Produkt kostet und der größte Kostenfaktor ist das Personal. Den gilt es zu drücken, koste es, was es wolle. Wenn möglich kombiniert mit einer Steigerung des Profits.
Und so ist es plötzlich nicht "normal" für ein gutes Arbeitsumfeld zu sorgen, vielmehr werden die "Anteiligen Kosten" für Raummiete, Wärme, Strom, Wasser etc. dazugenommen um zu belegen, wie teuer das Personal ist. Es ist auch nicht mehr normal, Mitarbeiter zu motivieren, es ist vielmehr normal geworden, sie in ständiger Angst zu halten. Parallel zur Terrorangst, droht die Angst vor Jobverlust und H-IV. Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligen? Wenn überhaupt geht der "Benefit" an die Aktieninhaber, der heiligen Kuh des Shareholder Value muss gedient werden und zur Not reichen Milliardengewinne nicht alleine aus, da müssen dann auch weitere Entlassungen herhalten.
Nein, sehen wir den Tatsachen ins Auge: Deutschland geht vor die Hunde. Nicht nur auf Grund unserer Politik, die der Wirtschaft dient. Auch und eben weil die Wirtschaft es verlernt hat, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Seine Schaffenskraft zu nutzen und ihn dafür angemessen zu be- und entlohnen. Und Alternativen für all die zu schaffen, die in unserer technisierten Welt nicht mehr arbeiten müssen, wenn sie es nicht wollen.
Die Wirtschaft hat auch den Kunden völlig aus dem Auge verloren. Wir gelten nicht mehr als Motor für Innovationen, mit denen man uns umwirbt. Wir sollen kaufen, von dem andere Entscheiden, dass es gut für uns ist - gut ist für uns, was ein großes Plus in der Bilanz abwirft. Entwicklungen in unserem Interesse? Hmmm... mal suchen.
Es wird noch eine Weile dauern. Wir Deutschen sind ein sehr leidensfähiges Volk. Wir lassen uns auch gerne immer wieder über lange Zeit für Dumm verkaufen (als wären Verlagerungen von Betriebsstandorten nach Osteuropa oder Asien wirklich der Weiheit letzter Schluss...) und sind für lange Zeit brave Konsumenten dessen, was uns vorgesetzt wird.
Doch irgendwann ist das Faß voll. Und mindesten ein Manager-Depp wird dann der Tropfen sein...
Aber vielleicht... vielleicht kriegen wir ja vorher noch die Kurve. Irgendwie und bitte ohne Gewalt und ohne das Blut fließt.
unkreativ.net - 13. Sep, 11:01

