Natürlich kann man jetzt sagen, dass
die fünf Millionen, die der Staat für die Daten aus Lichtenstein ausgab gerechtfertigte Ausgaben sind. Könnte man. Schließlich hat man jemanden erwischt und dessen Betrag an hinterzogenen Steuern ist ein vielfaches dieser fünf Millionen. Andererseits: Diese Daten sind ja irgendwann mal gesammelt worden - bestimmt nicht zu dem ausdrücklichem Zweck irgendwann mal an den Meistbietenden verhökert zu werden, nein, sie sollten bestimmt andere Zwecke erfüllen. Und huch - auf einmal sind sie in den Händen der Bundesregierung. Einfach so. Gegen Geld. Daten auf Tatze gegen Bares auf Tatze also.
Bei dem Gedanken daran, dass wir hierzulande eventuell bald eine Vorratsdatenspeicherung haben werden, bei der eine Unmenge an Daten gesammelt werden, wird mir übel. Momentan hängt ja eine Beschwerde an, aber irgendwie bekommen die Leute das nicht
zeitnah beschworen. Oder wie auch immer das Verb dafür heißen mag. Übrigens klagen auch
die Grünen momentan, aber gesondert von dieser Aktion. (Wobei: Irland führt die Vorlage der EU übrigens durch, dort werden dann für drei Jahre die Daten gespeichert...
Oder sollen gespeichert werden.)
Wenn also eine große Menge von Daten so problemlos von der einen in die andere Hand übergehen kann wie das jetzt mit den Lichtensteindaten der Fall war - dann male ich mir NICHT aus, wie das mit der Vorratsdatenspeicherung wird. Da haben ja schon etliche ohnehin Begehrlichkeiten angemeldet - weil man damit verhindern oder ermitteln kann wer böse, böse Dinge damit tut wie - nun - komisch, mir fallen momentan keine ein, aber sicherlich irgendwas mit Kinderpornographie und Terror und so... Macht sich doch immer gut die Kombination. Genau: Terrormusik herunterladen. Oder schlimmer noch: Terrorfilme. Wie die vom Boll...
Ich jedenfalls stelle mir nicht vor wie leicht in Zukunft Daten hin- und hergeschoben werden könnten - ich könnte dann nämlich nicht mehr ruhig schlafen...