Vom Fotografieren...
2. Digitales Grundwissen
Fotografieren kostet viel Geld. Wenn Du nicht tausende von Euros im vornherein investierst, wirst Du nie gute Bilder machen.
Ähh...
Das ist natürlich Unsinn.
Ich selber habe vor vielen Jahren mit einer damals schon recht preiswerten und eher "minimalistischen" Minolta X-300 angefangen "richtig" zu knipsen.
Naja, "richtig knipsen" ist vielleicht übertrieben, weil ich damals schlicht keine Ahnung hatte. Um genau zu sein hatte ich so wenig Ahnung, dass ich die Anzeige der Belichtungszeit für einen Entfernungsmesser gehalten habe... aber gut... das soll hier noch nicht interessieren.
Worauf ich hinaus will ist, man kann fast mit allem Fotos machen. Und es gibt Leute die sagen, eine Kamera sei nur ein "Filmhalter" (also heute Sensorhalter) und letztlich sei es egal, womit man seine Fotos macht.
Das ist so richtig, wie es falsch ist. Besonders heute. Denn früher war es so, dass man mehr Möglichkeiten nach dem Kauf einer Kamera hatte, auf das Bild Einfluss zu nehmen, als das heute der Fall ist. Und sei es nur durch die Wahl eines Farbnegativ-, Dia- oder Schwarz-Weiss-Filmes, um nur ganz grob Gruppen zu nennen.
Heute ist das anders. Heute kaufe ich ein komplettes System mit
all seinen Vor- und oder Nachteilen und kann später nur noch in Grenzen davon abweichen oder mit Bildbearbeitung was ändern.
Das ist zugleich auch der größte Haken an einer Digitalen.
Die Vorteile sind dagegen mannigfaltig. Mal abgesehen von den Kosten die ich spare, weil ich keine Filme mehr kaufen muss und die meisten Speicherkarten heute, für wenige Euros gigantische Volumina bietend, jede Kamera überleben dürften. Daneben habe ich nämlich durch die direkte Bildkontrolle eine viel steilere Lernkurve - Lernwillen und ein Mindestmaß an kognitiven Fähigkeiten vorausgesetzt.
Was früher Papier und Stift notierten (Blende, Zeit, etc.), habe ich heute in den Exif-Daten (die erkläre ich später), mein Display zeigt mir den Ausschnitt und mein Histogramm zeigt mir, ob das Licht gepasst hat.
Dummerweise ist es wie so oft: Mit mehr Technik delegieren die Menschen auch mehr Denkleistung. Statt sich eingehend mit der Technik auseinander zu setzen, wird neue Technik gekauft, ausprobiert und bei fehlendem gutem Ergebnis wird eben was neues gekauft.
Das führt zu einigen interessanten Phänomenen. Zum Beispiel zu Kameras mit winzigen Chips und gigantischen Auflösungen. Und einer Menge Probleme.
Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen:
Viele von Euch wissen noch aus dem Physikunterricht, dass Licht mal als Welle beschrieben wird (Wellenlänge und Farben...), mal als Teilchen. Das Ganze ist nicht trivial, läßt sich aber im Grunde so verkürzen:
Die "Welle" entscheide über die "Farbe" des Lichts. Das reicht von Ultraviolett bis Infrarot und dazwischen tummeln sich eine Menge Farben. Das Ausbleiben von Wellen definiert Schwarz, die Summe von sich überlagernden Lichtwellen nennen wir Weiss.
Wichtig ist aber das "Alter Ego" der Lichtwellen: das Teilchen.
Das Teilchen braucht nämlich die Digitalkamera, bzw. ihr Sensor. So ein Sensor besteht aus Millionen und Abermillionen von Sensoren, deswegen ist es eigentlich falsch, von Singular zu sprechen ;-)
Diese Sensoren (mit Ausnahme der Faveon-Sensoren-> kommen wir später zu) sind nix anderes als Messfühler, die für eine bestimmte Zeit (Belichtungszeit -> kommen wir später zu) die Anzahl der eintreffenden Lichtteilchen (Photonen) zählen. Daraus gewinnt man die Helligkeit.
Dummerweise zählt so ein Sensor halt nur die Lichtmenge. Aber nicht die Farbe. Um das zu erreichen, greift man zu einem Trick: Man packt vor die Sensoren ein Muster aus "Farbfolien" in Grün, Rot und Blau. Dieses RGB-Muster ist nicht gleichmäßig verteilt, sondern an bestimmte Regeln gebunden.
Theoretisch kann man sich aber vereinfacht merken, dass 3 "Subpixel" erst einen Pixel ergeben. Denn soll ein Punkt (aka Pixel) weiss sein, geht das nur, wenn ein Roter, ein Blauer und ein Grüner in unmittelbarer Nachbarschaft Lichtphotonen empfangen. Empfangen sie unterschiedliche Lichtmengen, entstehen unterschiedliche Farbtöne.
Durch das oben angesprochene Muster ist es aber so, dass eine 6 Millionen-Pixel-Kamera nicht 2 Millionen "echte" Pixel hat. Könnte man ja annehmen, da 6 Millionen Pixel (Subpixel? Megapixel?) durch die drei Grundfarben eigentlich 2 Millionen ergäbe. Und als wäre es noch nicht genug der Verwirrung kommt Fuji daher, und schmeisst einen speziellen Sensor-Typ in die Runde, der dann plötzlich noch wieder alles anders macht. Aber über den Super-CCD rede ich später.
Das klingt wahnsinnig kompliziert. Ist es auch. Und eigentlich völlig egal, denn es belastet Euch nicht beim Fotografieren.
Aber einige Zeilen oben fiel schon ein Wort, um das sich viele Legenden ranken: Die Megapixel.
(weiter in
2.1: Megapixelwahn und warum weniger manchmal mehr ist)
Fotografieren kostet viel Geld. Wenn Du nicht tausende von Euros im vornherein investierst, wirst Du nie gute Bilder machen.
Ähh...
Das ist natürlich Unsinn.
Ich selber habe vor vielen Jahren mit einer damals schon recht preiswerten und eher "minimalistischen" Minolta X-300 angefangen "richtig" zu knipsen.
Naja, "richtig knipsen" ist vielleicht übertrieben, weil ich damals schlicht keine Ahnung hatte. Um genau zu sein hatte ich so wenig Ahnung, dass ich die Anzeige der Belichtungszeit für einen Entfernungsmesser gehalten habe... aber gut... das soll hier noch nicht interessieren.
Worauf ich hinaus will ist, man kann fast mit allem Fotos machen. Und es gibt Leute die sagen, eine Kamera sei nur ein "Filmhalter" (also heute Sensorhalter) und letztlich sei es egal, womit man seine Fotos macht.
Das ist so richtig, wie es falsch ist. Besonders heute. Denn früher war es so, dass man mehr Möglichkeiten nach dem Kauf einer Kamera hatte, auf das Bild Einfluss zu nehmen, als das heute der Fall ist. Und sei es nur durch die Wahl eines Farbnegativ-, Dia- oder Schwarz-Weiss-Filmes, um nur ganz grob Gruppen zu nennen.
Heute ist das anders. Heute kaufe ich ein komplettes System mit
all seinen Vor- und oder Nachteilen und kann später nur noch in Grenzen davon abweichen oder mit Bildbearbeitung was ändern.
Das ist zugleich auch der größte Haken an einer Digitalen.
Die Vorteile sind dagegen mannigfaltig. Mal abgesehen von den Kosten die ich spare, weil ich keine Filme mehr kaufen muss und die meisten Speicherkarten heute, für wenige Euros gigantische Volumina bietend, jede Kamera überleben dürften. Daneben habe ich nämlich durch die direkte Bildkontrolle eine viel steilere Lernkurve - Lernwillen und ein Mindestmaß an kognitiven Fähigkeiten vorausgesetzt.
Was früher Papier und Stift notierten (Blende, Zeit, etc.), habe ich heute in den Exif-Daten (die erkläre ich später), mein Display zeigt mir den Ausschnitt und mein Histogramm zeigt mir, ob das Licht gepasst hat.
Dummerweise ist es wie so oft: Mit mehr Technik delegieren die Menschen auch mehr Denkleistung. Statt sich eingehend mit der Technik auseinander zu setzen, wird neue Technik gekauft, ausprobiert und bei fehlendem gutem Ergebnis wird eben was neues gekauft.
Das führt zu einigen interessanten Phänomenen. Zum Beispiel zu Kameras mit winzigen Chips und gigantischen Auflösungen. Und einer Menge Probleme.
Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen:
Viele von Euch wissen noch aus dem Physikunterricht, dass Licht mal als Welle beschrieben wird (Wellenlänge und Farben...), mal als Teilchen. Das Ganze ist nicht trivial, läßt sich aber im Grunde so verkürzen:
Die "Welle" entscheide über die "Farbe" des Lichts. Das reicht von Ultraviolett bis Infrarot und dazwischen tummeln sich eine Menge Farben. Das Ausbleiben von Wellen definiert Schwarz, die Summe von sich überlagernden Lichtwellen nennen wir Weiss.
Wichtig ist aber das "Alter Ego" der Lichtwellen: das Teilchen.
Das Teilchen braucht nämlich die Digitalkamera, bzw. ihr Sensor. So ein Sensor besteht aus Millionen und Abermillionen von Sensoren, deswegen ist es eigentlich falsch, von Singular zu sprechen ;-)
Diese Sensoren (mit Ausnahme der Faveon-Sensoren-> kommen wir später zu) sind nix anderes als Messfühler, die für eine bestimmte Zeit (Belichtungszeit -> kommen wir später zu) die Anzahl der eintreffenden Lichtteilchen (Photonen) zählen. Daraus gewinnt man die Helligkeit.
Dummerweise zählt so ein Sensor halt nur die Lichtmenge. Aber nicht die Farbe. Um das zu erreichen, greift man zu einem Trick: Man packt vor die Sensoren ein Muster aus "Farbfolien" in Grün, Rot und Blau. Dieses RGB-Muster ist nicht gleichmäßig verteilt, sondern an bestimmte Regeln gebunden.
Theoretisch kann man sich aber vereinfacht merken, dass 3 "Subpixel" erst einen Pixel ergeben. Denn soll ein Punkt (aka Pixel) weiss sein, geht das nur, wenn ein Roter, ein Blauer und ein Grüner in unmittelbarer Nachbarschaft Lichtphotonen empfangen. Empfangen sie unterschiedliche Lichtmengen, entstehen unterschiedliche Farbtöne.
Durch das oben angesprochene Muster ist es aber so, dass eine 6 Millionen-Pixel-Kamera nicht 2 Millionen "echte" Pixel hat. Könnte man ja annehmen, da 6 Millionen Pixel (Subpixel? Megapixel?) durch die drei Grundfarben eigentlich 2 Millionen ergäbe. Und als wäre es noch nicht genug der Verwirrung kommt Fuji daher, und schmeisst einen speziellen Sensor-Typ in die Runde, der dann plötzlich noch wieder alles anders macht. Aber über den Super-CCD rede ich später.
Das klingt wahnsinnig kompliziert. Ist es auch. Und eigentlich völlig egal, denn es belastet Euch nicht beim Fotografieren.
Aber einige Zeilen oben fiel schon ein Wort, um das sich viele Legenden ranken: Die Megapixel.
(weiter in
2.1: Megapixelwahn und warum weniger manchmal mehr ist)
unkreativ.net - 3. Apr, 20:19 - abgelegt unter: Licht-Bild

