Ich könnte einen Prozess, der jeden Monat bis zu 12 Tage Mitarbeiter und Technik bindet, so verkürzen, dass nur noch ein einziger Mausklick übrig bleibt. Unter Verwendung vorhandener Technik und ohne einen Cent Kosten zu verursachen.
Das es diesen Monsterprozess gibt, ist historisch bedingt. Und man sagte mir, mein Vorschlag zur Optimierung würde an politischen Interessen scheitern.
Mal gucken, ob es mir nicht vielleicht doch gelingt...
unkreativ.net - 24. Jun, 15:51
"Wenn es nach meinem Vater gegangen wäre, wären wir immer noch Einzeller in der Ursuppe: 'Zweite Zelle? Brauch ich nicht...'"
Frei nach D. Nuhr.
So ähnlich kam ich mir gestern in einer politischen Diskussion unter Beteiligung von 2 Oppositionsparteien und einer Bürgerinitiative vor. Der Grundgedanke war ein vorbereitendes Treffen zu einer nicht unwichtigen Veranstaltung heute und man war sich einig, dass man ein gemeinsames Ziel verfolgt.
Was genau dieses Ziel war, konnte ich der Diskussion aber nicht entnehmen. Und irgendwann hab ich nachgefragt. "Öffentlichkeit erzeugen" war die Antwort.
Jetzt hab ich ja keine Ahnung von sowas, aber nach dem Willen der Diskutierenden war es wohl so, dass man mit gezielten Fragen die heute auch anwesenden "normalen" Bürger auf die Unlogik und die offensichtliche "für Dumm verkaufen"-Aktion der Verwaltung hinweisen wollte.
Ich habe dann irgendwann den Einwand gebracht, dass das zwar alles nette Überlegungen sind, aber die ganzen vorgeschlagenen Fragen irgendwie es nicht weiter bringen. Was nutzt es zu fragen, warum aus 370qm in der Darstellung 420qm werden, wenn man davon ausgeht, dass das die eingerechneten Wände sind. Hallo, wer will denn sowas wissen?
Ich hab dann den Vorschlag gemacht, doch einfache Fragen zu stellen, die eine emotionale Reaktion hervorrufen, Fragen in denen Geld eine Rolle spielt, die Absurdität des Vorhabens klar wird. Wie der Frage, ob es richtig ist, dass man bis zu 150.000 Euro für die Vorplanung eines 7,2 Millionen Euro-Projektes bereitstellt, dass man sich angesichts 60 Millionen Euro Schulden eigentlich gar nicht leisten kann.
Wurde etwas anstrengend - und ich war aus anderen Gründen auch in mieser Verfassung - aber irgendwann hatte ich die ersten überzeugt und die Bürgerinitiative wird vermutlich heute Fragen stellen, die weitestgehend von mir sind.
Die Frage, die sich mir dafür am Ende stellte war, warum das eigentlich so lief. Die beiden beteiligten Parteifraktionen schienen daran interessiert, "Oppositionsarbeit" zu machen, aber das ohne sich mal die elementare Frage nach den Zielen zu stellen.
Dabei wäre es doch so einfach:
- Was will ich?
- Wie kann ich es erreichen?
- Was kostet es mich?
- Welche Risiken erwarte ich?
- Welchen Nutzen bringt es?
Nur diese 5 Fragen im Vorfeld zu so einer Besprechung abzukaspern würde den Zeitansatz drastisch verringern und überflüssige Diskussionen nahezu gegen Null reduzieren. Allerdings ist es genau diese Art von systematischem Arbeiten, die ich schmerzlich in der Politik vermisse.
unkreativ.net - 24. Jun, 14:30