Duisburg: Asozialste Stadt NRWs??
Es gibt Fragen, die ich mir einfach nicht beantworten kann. So zum Beispiel wie es Duisburg auf der einen Seite schafft das Forum am Donnerstag zu eröffnen, sicherlich werden damit auch erstmal Arbeitsplätze geschaffen, klar, aber für wie lange? Und auf der anderen Seite navigiert die Stadt gerade auf den Titelanwärterschaft für die Asozialste Stadt in NRW zu. Vielleicht wird klarer warum ich das Forum für doomed halte wenn ich mal die folgenden Fakten zusammenstelle, die mich momentan etwas in Rage bringen.
Erstens: Die Bearbeitung von Anträgen bei der ARGE Duisburg hat sich laut dem SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Bischoff von 13 auf 20 Tage verlängert. Dazu kommt, dass die ARGE Duisburg auf Platz 24 von 27 landesweit liegt wenn es darum geht Leute in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Sprich: Die Chance von Hartz-IV in Duisburg rasch wieder wegzukommen ist ja dann so gut wie nicht gegeben. Prima. Und natürlich meint die ARGE, das sei alles gar nicht soo schlimm, weil - die Kunden bekämen doch ihr Geld. Warum also der Aufstand?
Wer ab Oktober Anspruch auf Leistungen habe, dem könne es egal sein, ob sein Antrag im Vorfeld zehn oder 20 Tage bearbeitet werde – Hauptsache sei, dass die Kunden am 1. Oktober ihr Geld bekämen.
Wenn das Geld denn am 01. Oktober überwiesen wird. Kann ja jeder bestätigen, dass das IMMER und PUENKTLICH am 01. Oktober überwiesen wird. Ansonsten aber meint Herr Sauerland ja, dass die Zahlen nicht stimmen würden... Sonst noch Fragen? Nein? Schlecht. (Siehe dazu auch die Pressemeldung der SPD Duisburg auf der Homepage - ich habe jetzt nicht rausgefunden wie ich die genau verlinken kann, daher nur der Hinweis auf die Homepage selbst.)
Zweitens: In Duisburg-Marxloh gibt es noch eine Beratungsstelle für ARGE-Empfänger. Noch. Denn es kann sein, dass es die Ende des Monats nicht mehr gibt. Der Grund dafür liegt eher beim Land, denn die Stelle wird teils von der Evangelischen Kirche, teils vom Land getragen. Und das Land überlegt jetzt die Mittel zurückzuziehen. Wie wir ja alle wissen arbeitet die ARGE ja total perfekt und daher braucht man offensichtlich keine unabhängige Beratungsstelle, die bei fehlerhaften Entscheiden der ARGE auf die Finger haut oder den Betroffenen sonstwie Hilfestellung gibt. Geld genug ist dabei im ARGE-Topf durchaus noch vorhanden: Bisher hat die ARGE knapp vier Millionen Euro nicht ausgeschöpft. 48 000 Euro steuert bisher das Land bei - eine Summe, die die ARGE also aus der Portokasse bezahlen könnte. Bisher hüllt sich die aber was das anbelangt in Schweigen. Bliebe allerhöchstens wohl noch die Möglichkeit sich entweder an die Beratungsstellen der Gewerkschaften zu wenden, wenn man Hilfe braucht. VERDI in Duisburg bietet auch eine Beratung für Nichtmitglieder soweit ich das weiß. Dennoch: Noch Fragen? Nein? Schlecht.
Drittens: Es muss im letzten Kulturausschuss recht hoch hergegangen sein wenn man erstens die Pressemitteilung der LINKEN sich anschaut und zweitens die Antwort des Duisburger Schuldezernenten Janssen in der NRZ. Die LINKE wirft dem Schuldezernenten vor, sein Versprochen, dass er in der letzten Ratssitzung laut Protokoll gegeben haben soll, gebrochen zu haben was kostenlose Schulessen für Hartz-IV-Empfänger anbelangt. Janssen kontert, dass man ihn einfach nur mißverstanden habe: Die 2,50 fürs Essen an den Ganztagsschulen - um die genau geht es - werden aufgeteilt. Das Land zahle mit der Initiative "Kein Kind ohne Mahlzeit" einen Euro, die Eltern einen Euro und die Stadt die restlichen 50 Cent. Inwieweit der "Skandal" nun einer ist bleibt dahingestellt. Für einen Hartz-IV-Empfänger kommen allerdings halt Mehrkosten von um die 20 Euro - je nachdem wie lang die Woche ist, Feiertag etc.pp. - im Monat zu. Aber bestimmt sind die ja schon im Satz eingerechnet... (Sicherlich wird man in einigen Tagen das Protokoll der Ratssitzung im Bürgerinformations-System der Stadt Duisburg finden - denke ich mir mal, eigentlich sind die Protokolle öffentlich einsehbar. Normalerweise.) Noch Fragen? Ja? Gut!
Nämlich die: Wie kann sich eine solche Stadt ein schickes neues Einkaufszentrum namens Forum leisten - vor allem wenn man sich vor Augen hält wie viele Ein-Euro-Schnäppchen-Läden es mittlerweile in der City gibt. Man kann sich ja schon vorstellen wo die dann irgendwann mal hinwandern in Zukunft...
Erstens: Die Bearbeitung von Anträgen bei der ARGE Duisburg hat sich laut dem SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Bischoff von 13 auf 20 Tage verlängert. Dazu kommt, dass die ARGE Duisburg auf Platz 24 von 27 landesweit liegt wenn es darum geht Leute in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Sprich: Die Chance von Hartz-IV in Duisburg rasch wieder wegzukommen ist ja dann so gut wie nicht gegeben. Prima. Und natürlich meint die ARGE, das sei alles gar nicht soo schlimm, weil - die Kunden bekämen doch ihr Geld. Warum also der Aufstand?
Wer ab Oktober Anspruch auf Leistungen habe, dem könne es egal sein, ob sein Antrag im Vorfeld zehn oder 20 Tage bearbeitet werde – Hauptsache sei, dass die Kunden am 1. Oktober ihr Geld bekämen.
Wenn das Geld denn am 01. Oktober überwiesen wird. Kann ja jeder bestätigen, dass das IMMER und PUENKTLICH am 01. Oktober überwiesen wird. Ansonsten aber meint Herr Sauerland ja, dass die Zahlen nicht stimmen würden... Sonst noch Fragen? Nein? Schlecht. (Siehe dazu auch die Pressemeldung der SPD Duisburg auf der Homepage - ich habe jetzt nicht rausgefunden wie ich die genau verlinken kann, daher nur der Hinweis auf die Homepage selbst.)
Zweitens: In Duisburg-Marxloh gibt es noch eine Beratungsstelle für ARGE-Empfänger. Noch. Denn es kann sein, dass es die Ende des Monats nicht mehr gibt. Der Grund dafür liegt eher beim Land, denn die Stelle wird teils von der Evangelischen Kirche, teils vom Land getragen. Und das Land überlegt jetzt die Mittel zurückzuziehen. Wie wir ja alle wissen arbeitet die ARGE ja total perfekt und daher braucht man offensichtlich keine unabhängige Beratungsstelle, die bei fehlerhaften Entscheiden der ARGE auf die Finger haut oder den Betroffenen sonstwie Hilfestellung gibt. Geld genug ist dabei im ARGE-Topf durchaus noch vorhanden: Bisher hat die ARGE knapp vier Millionen Euro nicht ausgeschöpft. 48 000 Euro steuert bisher das Land bei - eine Summe, die die ARGE also aus der Portokasse bezahlen könnte. Bisher hüllt sich die aber was das anbelangt in Schweigen. Bliebe allerhöchstens wohl noch die Möglichkeit sich entweder an die Beratungsstellen der Gewerkschaften zu wenden, wenn man Hilfe braucht. VERDI in Duisburg bietet auch eine Beratung für Nichtmitglieder soweit ich das weiß. Dennoch: Noch Fragen? Nein? Schlecht.
Drittens: Es muss im letzten Kulturausschuss recht hoch hergegangen sein wenn man erstens die Pressemitteilung der LINKEN sich anschaut und zweitens die Antwort des Duisburger Schuldezernenten Janssen in der NRZ. Die LINKE wirft dem Schuldezernenten vor, sein Versprochen, dass er in der letzten Ratssitzung laut Protokoll gegeben haben soll, gebrochen zu haben was kostenlose Schulessen für Hartz-IV-Empfänger anbelangt. Janssen kontert, dass man ihn einfach nur mißverstanden habe: Die 2,50 fürs Essen an den Ganztagsschulen - um die genau geht es - werden aufgeteilt. Das Land zahle mit der Initiative "Kein Kind ohne Mahlzeit" einen Euro, die Eltern einen Euro und die Stadt die restlichen 50 Cent. Inwieweit der "Skandal" nun einer ist bleibt dahingestellt. Für einen Hartz-IV-Empfänger kommen allerdings halt Mehrkosten von um die 20 Euro - je nachdem wie lang die Woche ist, Feiertag etc.pp. - im Monat zu. Aber bestimmt sind die ja schon im Satz eingerechnet... (Sicherlich wird man in einigen Tagen das Protokoll der Ratssitzung im Bürgerinformations-System der Stadt Duisburg finden - denke ich mir mal, eigentlich sind die Protokolle öffentlich einsehbar. Normalerweise.) Noch Fragen? Ja? Gut!
Nämlich die: Wie kann sich eine solche Stadt ein schickes neues Einkaufszentrum namens Forum leisten - vor allem wenn man sich vor Augen hält wie viele Ein-Euro-Schnäppchen-Läden es mittlerweile in der City gibt. Man kann sich ja schon vorstellen wo die dann irgendwann mal hinwandern in Zukunft...
Prospero - 16. Sep, 21:32

