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Dienstag, 30. Dezember 2008

So oder So: Arme Schweine

Mal ehrlich: Es ist zum Kotzen.

Da gibt es Menschen in unserem schönen Land, die Hunger leiden. Und oder denen die Arge das Geld kürzt und wir kennen ja das Begründungsschema, das irgendwie immer das Gleiche zu sein scheint: Klick!

Und auf der anderen Seite....

auf der anderen Seite sind Leute, die keine Leistungen WOLLEN, die kein Geld mehr BRAUCHEN, weil sie ganz allein und NATÜRLICH ohne die ARGE wieder einen Job vernünftigem Einkommen gefunden haben. Und die TROTZDEM von der ARGE Geld bekommen. Einschließlich der üblichen Drohkulisse der Kürzung, wenn sie sich weigern, der Mitwirkungspflicht gerecht zu werden und das Geld anzunehmen..

WTF???

Und weil es so unglaublich skurril ist, ausnahmsweise mal als TOFU:
(Orignal hier bei Mirtana: klick!)

Jahre später die Kapitulation

Offener Brief an die Vestische Arbeit - Zuständige ARGE des Kreises Recklinghausen,

Liebe Mitarbeiter dieses Saftladens ....
ähm, ich meine natürlich ...

Sehr geehrte Damen und Herren der Vestischen Arbeit,

ich möchte Ihnen mein Mitgefühl ausdrücken, schließlich scheinen Sie eine schwere Zeit nach dieser Niederlage durchzumachen. Immerhin haben Sie eines Ihrer Schäfchen verloren. Ganz ohne eigenes Zutun, ohne einen Finger sinnvoll zu rühren und trotzdem ist es Ihnen entwischt.

Doch, liebe Vestische Arbeit, möchte ich Ihnen jetzt zum fünften Mal bei vollem Verstand erklären: "Ich möchte und benötige Ihr Geld nicht." Zur näheren Erläuterung ziehen Sie bitte Anlage eins (Kopie der Veränderungsmitteilung vom 13.10.2008 mit Kopie des Arbeitsvertrages), Anlage zwei (Kopie des Schreibens vom 10.11.2008 mit Anlage eins sowie Arbeitsvertrag, Lohnabrechnung in Kopie), Anlage drei (Kopie des Schreibens vom 23.10.2008 mit Anlage eins, Anlage zwei in Kopie sowie Kopien der Lohnabrechnung, Kontoauszüge, Arbeitsvertrag) heran.

Ich fasse kurz zusammen: ein Telefonat, ein Antrag, zwei Schreiben später. Alle haben den gleichen Inhalt: ich, BG-Nr. 1234567890 möchte Euch mitteilen, daß ich ab dem 9.10.2008 in einem Arbeitsverhältnis stehe.

Ich hab das nicht so eng genommen, daß Ihr mir im November noch den vollen Betrag ALG II überwiesen habt. Ich war mehr als verwundert, für den Dezember auch noch mal den vollen Betrag bekommen zu haben. Den ich übrigens wieder habe zurück buchen lassen. Und jetzt schreibt Ihr mir etwas von wegen "Sollten Sie bis zum o.g. Termin nicht antworten bzw. die angeforderten Unterlagen (die schon lange bei Euch vorliegen - Anm. d. Autorin) nicht einreichen, werde ich die Geldleistung bis zur Nachholung der Mitwirkung ganz entziehen."

Liebe Vestische Arbeit, das kann doch nicht Ihr Ernst sein. Vielleicht mal die letzten acht Kalenderblätter abreißen, damit Ihnen auffällt, daß übermorgen bereits der erste Januar 2009 ist und nicht mehr der erste April? Und mal so unter uns, liebe Vestische Arbeit, ich bin da allmählich nicht mehr "so amused" über Eure offensichtliche Unfähigkeit.

Nehmen Sie also bitte zur Kenntnis, daß ich keine Leistungen benötige. Genauso wenig wie ich Briefe in meinem Postkasten benötige, die mich dermaßen zum Lachen bringen, daß ich fast an einem verschluckten Stück Keks ersticke.

Da auch die Kosten für das angehängte Papier an jedem Schreiben mittlerweile schwindelerregende Höhe erreicht, möchte ich Sie bitten, davon abzusehen, mir für Januar noch etwas zu überweisen. Diesmal werde ich den Betrag annehmen und einer Hartz-IV Beratungsstelle meiner Wahl spenden sowie die mittlerweile angesammelte halbe Tonne meines Schriftverkehrs mit Ihnen ausgewählten Medien zukommen lassen.

Behalten Sie das Geld und kaufen Sie sich etwas schönes. Als kleines Abschiedsgeschenk habe ich Ihnen den Wochenprospekt des örtlichen Schlachters Totestier beigelegt. Wie Sie dem Prospekt entnehmen können, gibt es am nächsten Freitag Frischhirn im Angebot. Bitte schlagen Sie reichlich zu.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Frau Mirtana

Gastbeitrag von Mimi Müller: Jahresende

Würd ich heut noch Kolumnen auf meine alte Reiseschreibmaschine tippen, wie dammals, als ich vor etwas mehr als einem Jahrzehnt damit anfing, dann hätt ich gezz nen netten Haufen zusammengeknüllten Papiers neben mir auffen Boden liegen und wär mitte Nerven am End.

Redaktionsschluß vorbei, bevor die Post in Düssburch is. Weil, datt dauert heut, bis die Post kommt, weil unsere Briefträger ja immer widder unter de Last der Werbebrosschürn zusammenbrechn, die se ausliefern müssen.

Briefe laufen mehr so am Rand mit, wenn noch Platz is, zwischen Reklame. Danke. Wir wissen, was ihr leistet. Wir schleppen es dann bis zum Conatiner. Ach, datt warn noch Zeiten, dammals, vor 12 Jahre, quasi aum Wickeltisch des Medienzeitalters. Als ich noch zu Hause bleiben musst, wenn ich auf ein Anruf wartete. Wo ich ein Blatt Papier ausse Maschine riss und zusammengeknüllte, weil et keine „Entf“-Taste gab auf Gabriele.

Et gab ein Leben ohne Maus und Körsor, eins mit Farbband und Papier. Und ohne Kopierfunktion. Man schrieb Briefe von Hand und es gab ein Postamt. Man ging rein und konnte dort Marken kaufen. Et gab Züge, die kamen und Ärzte mit Zeit. Ach, ach, ach. Egal. Ich sitz gezz jedenfalls schon seit Stunden hier anne Tastatur, will watt Lustiges zum Jahresende schreiben und watt kommt dabbei heraus? Bissich. Ich werd immer wieder bissich.

Ich denk an die Truppe im Rathaus und zack: flet- schen sich die Zähne. Inne Tastatur, die wo watt heutzetage Kiiboord heißt und billiger is, als datt Porto für ein Päcksken. Au bei Gedanken an Phrasen-Dressler - sons ein immerwährender Garant für Lachkrämpfe aller Art (ganz anders, als dä Sauerländer: dä taugt nur für Albernheiten) – nix.

Immer nur dieser Beissreflex.

Jansen, dä Kulturkasper? Da lachen nich ma mehr die Hühner. Die BlindGrüne Bürgermeisterin, auch immer fürn Späßchen gut? Fehlanzeige. Da bleibt selbß dä Beissreflex noch aus - da fällt mir einfach nur die Kinnlade runner. Kein Lächeln am Fuss der Leiter, nur Elend am Ende der Fahnenstange.

Abber näxtes Jahr wird alles besser. Klar!

Da is endlich widder Wahlkrampf, da wird sich monatelang jeder so gut blamieren, wie er nur kann, und wir kriegen endlich endlich endlich wieder so richtich watt zu lachen. Spätestens am Wahlabend. Da werden wir uns die Bäuche halten und übber die Teppiche rollen. Bis dahin dürfen wir abber schomma nippen. Am diskreten Scharm der Demokratie. Und uns in stiller Vorfreude üben.

Kucken se ma, datt sind eben harte Zeiten gezz. Sowatt kommt immer ma widder vor, sonne Durststrecke. Et kommt gaa nich so sehr drauf an, ob wir dies Jahr watt zu lachen hatten. Mein Omma hat gesacht, et kommt drauf an, wer zuletzt lacht. Und datt is dä Bürger am Wahltach.

Wenner will. Weiler kann. Also Sie.

Und dann, wemmann widder zu Atem gekommen is, nachdem man sich ausgeschüttet hat, vor Lachen, am Wahltach, dann muss man se inne Pflicht nehmen, die, die man gewählt hat. Au datt kann Spaß machen, wir hamet nur nonnich ernsthaft versucht.

Demokratie is nemmich an sich schon so lustich, datt jeder von uns quasi ein geborenen Komiker is – da brauchen wir keine falschen Clowns. Stellense also dä Thyssensekt ruhich schomma kalt, dies Jaahr war Selters, näxtes Jaah hamwer ne Verabredung mit Witwe Klicker...

Prost, Glück Auf und: Auf Wiedersehn, Tana Schanzara.

Du fehlst.

Jetzt und in jedem kommenden Jahr.
Vielen lieben Dank an die Autorin für die Erlaubnis zur Veröffentlichung...
Ihre Website ist hier zu finden: klick!

Wie gehabt: Zeilenumbrüche eingefügt...

villain

Your evil

Schnitte

Bliebe es bei 1,6 Periode (bzw. bereinigt 2,0), wäre ich zufrieden. Ende Februar wissen wir mehr.

Wenn Kompetenzen um Komeptenz rangeln ;-)

Es gibt manchmal Dinge im Leben, die will und kann man nicht glauben.

Es ist so: Mischt man in der Politik mit, wird man angefeindet und angefreundet. Leider kann man sich weder die Feinde, noch die Freunde in den meisten Fälle aussuchen. Und natürlich bekommt man allerlei vorgeworfen. Zu den liebsten Vorwürfen die man mir macht gehört, dass ich politisch festgefahren sei. Was nicht einer gewissen Komik entbehrt, weil für mich keine Partei um Rat gefragt hat, sondern immer ein Mensch und ich daher verschiedenen Parteien in verschiedenen Funktionen schon beratend helfen durfte. Bzw. halt den dahinter stehenden Menschen.

Nicht unlustig ist natürlich auch die Spannung: Während der SPD-OB-Kandidat in Duisburg seine neue Website ja schon länger online hat und diese ganz bewusst auf Kommunikation via Blog und eMails ausgerichtet wird - und so auch angenommen wurde - bastelt der dortige CDU-Kandidat noch immer. Oder lässt basteln. Und seit vielen Wochen schon lese ich auf seiner Website: "Meine neue Präsentation wird ab Dezember / Januar für Sie unter [] erreichbar sein." Und bald ist ja auch Januar und spätestens dann sollte die Spannung ein Ende haben, wie er der SPD kontert.

Ich mag diese Art von Wettkampf. Ich mag es, wenn man sich fair misst und das führt zu einem weiteren Punkt: Die Linke. Anders, als von wenigen wohl angenommen wird, interessiere ich mich sehr wohl auch für Die Linke. Was ja zu meinem Urteil führt, dass es für mich schwer bis unmöglich ist, in ernste Diskussionen mit den mir begegneten Mitgliedern der Partei Die Linke einzutreten.

Jetzt hat Die Linke in Duisburg natürlich auch eine Website. Und während sich über Geschmack streiten lässt, gibt es doch zumindest Inhalte und Aussagen. Nach meinem Eindruck deutlich weniger (sowohl die OL- als auch die KV-Seite) zur Diskussion einladend, aber immerhin Inhalte.

Nun tritt ein Blogger sehr stark für Die Linke in Herne ein. Auch wenn er kürzlich seine eigene Rolle in der Öffentlichkeit dahingehen konkretisierte, dass er nicht deren Sprecher ist:

Das muss er auch nicht sein, weil seine Worte auch für sich stehen können.

Und das, was dahinter steht: Schaut man nämlich auf die Website des Kreisverbandes in Herne, empfängt einen an den meisten Stellen gähnende Leere oder der berühmte Hans Mustermann. Denn Die Linke dort hat wohl das CMS übernommen, aber bisher kaum Inhalte hinterlegt.

Das ist schon unangenehm genug.

Schlimmer wird es aber, wenn jener Blogger jetzt 2 Aussagen postuliert, die nach meiner Interpretation den Schluss zulassen, dass er Einblick in die Interna hat, wenn er nicht sogar der angesprochene Admin ist:
  1. Er schreibt, es sei kein technisches Problem vorhanden, es sei einfach so, dass noch keine Inhalte vorlägen und die Website ja auch erst seit 3 Wochen online ist
  2. Weiter schreibt er, dass der Admin ohnehin (noch) nicht in der Lage ist, das im Hintergrund laufende System zu bedienen. Er spricht davon, dass der Admin sich erst einarbeiten müsse.
Die Linke in Herne muss sich m. E. nach jetzt fragen lassen, ob ihr klar ist, welchen immensen Image-Verlust solche Aussagen potentiell mit sich bringen:

3 Wochen sind im Internet eine kleine bis mittlere Ewigkeit. Eine leere Website ist schon fast das Schlimmste. Aber dann noch verlauten zu lassen, dass der mit der Betreuung vertraute Mensch vielleicht gar nicht in der Lage ist, die Betreuung durchzuführen, ist ein Desaster. Rein vom Marketing-Charakter einer solchen Website aus betrachtet.

Und was macht man in so einem Fall?

Ich habe einfach mal Die Linke in Herne angeschrieben und gebeten, mir zu sagen, was man vorhat, was kommen wird. Kommt eine Antwort, steht sie hier.

unkreativ

& ohne Bedeutung!

Geh weg!



A pretty woman is a welcome guest.
- Lord Byron










Den Rechtsstaat macht aus, dass Unschuldige wieder frei kommen.
- Wolfgang Schäuble



hier rollt der Übwachungsminister...o
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