Meine sehr höflich formulierte E-Mail an den deutschen Vorstand und das allgemeines Postfach wurde nicht beantwortet. Mehr als einen Formbrief hätte ich nicht erwartet. Gar keine Antwort ist auch ok. Sagt auch was aus.
"Ich sehe das differenzierter: Personalpolitik im allgemeinen darf gerne öffentlich diskutiert werden. Namen und personenbezogene Details haben aber meiner Meinung nach nichts im Internet verloren."
Und ich sehe das noch ein bisschen differenzierter ;o): Die namentliche Nennung der Organisation, um die sich die Geschichte in Monis ursprünglichem Blog-Artikel dreht, hielt und halte ich persönlich schon für angebracht und gerechtfertigt.
Begründung: Es handelt sich hierbei um einen angeblich gemeinnützigen Verein, der hohe ethische Anforderungen an politisch Verantwortliche und Unternehmen der freien Wirtschaft stellt. Da muss man sich imo schon mal fragen lassen, wie es denn um die Ethik in der eigenen Organisationsstruktur bestellt ist. Und das sollte die "Zivilgesellschaft" m.E. auch öffentlich diskutieren dürfen. Man beachte dabei auch besonders das Wörtchen 'gemeinnützig'. Das bedeutet doch wohl nicht der Verbreitung von Gemeinheit förderlich, sondern immer noch dem Wohl der Allgmeinheit dienend, oder? Und wer ist die Allgemeinheit? Sind das nicht wir? Und haben wir nichts mehr dazu zu sagen, was uns dienlich ist und was nicht?
"Ich will nicht, dass TID den Namen oder die Geschichte der Mitarbeitern publizieren. Das gehört sich einfach nicht."
Auch hier kann ich Dir nur in Teilen zustimmen. Den Namen der ehemaligen Mitarbeiterin zu publizieren, wäre doch gar nicht nötig, um Monis Geschichte eine Gegendarstellung aus Sicht der TI-D gegenüberzustellen, falls Monis Geschichte tatsächlich einseitig unvollständig oder sogar in Teilen falsch gewesen wäre. Und da Moni bzw. ihre Freundin über Monis Blog (vorausgesetzt diese war mit der Veröffentlichung einverstanden - was man auch seitens TI sicherlich erfragen kann) selbst den Weg in die Öffentlichkeit gesucht haben, ist es m.E. nur fair, wenn TI-D ihre Version der Geschichte ebenfalls öffentlich darlegt.
Was tat man stattdessen? Man übte massiven Druck auf Moni aus (massiv deshalb, weil der justitiare Ton m.E. sehr bestimmend, die Beanstandungen völlig undiffenrenziert und der zeitliche Entscheidungsrahmen für Moni durch m.E. inakzeptable Fristsetzungen bewusst sehr eng gesetzt wurde), um JEDEN Bericht und JEDE Nennung der Transparency Deutschland in Monis Blog rigoros zu unterbinden. Und das ist imo auf alle Fälle eine Beschneidung der Meinungs- und Redefreiheit, die ich auf gar keinen Fall bereit bin, wort- und tatenlos hinzunehmen.
Kurz der Hinweis, dass es mir bei Namen nicht um Namen der Organisationen, sondern lediglich um die der (Ex-) Mitarbeiter gint. Ich bin sehr wohl der Meinung, dass das Personalwesen von Unternehmen publik gemacht werden sollte: so wie heute Mitarbeiter im Bereich des (Achtung, GEILES Wort:) Human Ressource Managment ihre Beweber per Google zu durchleuchten versuchen, sollte gleiches auch für Bewerber möglich sein. Beispiele aus der Presse und dem Internet finden sich zahlreiche, ob es TI, Euroweb oder Lidl ist. Oder auf der Gegenseite Aldi. Spielt keine Rolle.
Gleichwohl kann man nicht verlangen, dass Interna veröffentlicht werden. Es geht uns nichts an, warum man irgendwem irgendeine Gehaltsforderung verweigert, dass ist Sache der beiden Verhandlungspartner in dem von uns selbst gewählten Wirtschaftssystem. Dafür hat sich niemand zu rechtfertigen, finde ich. Das Widerspricht aber in meinen Augen nicht der Möglichkeit, persönlichen Unmut zu äußern. Ich seh das so: eine der beiden Parteien legt vor und die andere reagiert.
Das hier die Reaktion voll in die Hose ging ist offensichtlich. Interessant ist das konsequente Schweigen von TI-D und das wird ein Grab, dass man sich selber schaufelt. Denn gerade in diesem besonderen Fall ist Transparenz geboten und wird nicht erbracht. Mit offensichtlichen Folgen.
Übrigens stimem ich Dir zu und erweitere Deine Aussage: "um JEDEN Bericht und JEDE Nennung der Transparency Deutschland in Monis Blog rigoros zu unterbinden. Und das ist imo auf alle Fälle eine Beschneidung der Meinungs- und Redefreiheit, die ich auf gar keinen Fall bereit bin, wort- und tatenlos hinzunehmen."
Das ist richtig, gilt aber nicht nur für TI-D. Das Recht, seine Meinung frei zu äußern, muss als eines der unantastbarsten Rechtsgüter gelten. Was das in Zeiten des großen Lauschangriffs allerdings noch Wert sein mag, steht auf einem anderen Blatt.
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Zuletzt aktualisiert: 13. Okt, 21:59
Nur der Vollständigkeit halber
Okay, noch ein bisschen differenzierter
Und ich sehe das noch ein bisschen differenzierter ;o): Die namentliche Nennung der Organisation, um die sich die Geschichte in Monis ursprünglichem Blog-Artikel dreht, hielt und halte ich persönlich schon für angebracht und gerechtfertigt.
Begründung: Es handelt sich hierbei um einen angeblich gemeinnützigen Verein, der hohe ethische Anforderungen an politisch Verantwortliche und Unternehmen der freien Wirtschaft stellt. Da muss man sich imo schon mal fragen lassen, wie es denn um die Ethik in der eigenen Organisationsstruktur bestellt ist. Und das sollte die "Zivilgesellschaft" m.E. auch öffentlich diskutieren dürfen. Man beachte dabei auch besonders das Wörtchen 'gemeinnützig'. Das bedeutet doch wohl nicht der Verbreitung von Gemeinheit förderlich, sondern immer noch dem Wohl der Allgmeinheit dienend, oder? Und wer ist die Allgemeinheit? Sind das nicht wir? Und haben wir nichts mehr dazu zu sagen, was uns dienlich ist und was nicht?
"Ich will nicht, dass TID den Namen oder die Geschichte der Mitarbeitern publizieren. Das gehört sich einfach nicht."
Auch hier kann ich Dir nur in Teilen zustimmen. Den Namen der ehemaligen Mitarbeiterin zu publizieren, wäre doch gar nicht nötig, um Monis Geschichte eine Gegendarstellung aus Sicht der TI-D gegenüberzustellen, falls Monis Geschichte tatsächlich einseitig unvollständig oder sogar in Teilen falsch gewesen wäre. Und da Moni bzw. ihre Freundin über Monis Blog (vorausgesetzt diese war mit der Veröffentlichung einverstanden - was man auch seitens TI sicherlich erfragen kann) selbst den Weg in die Öffentlichkeit gesucht haben, ist es m.E. nur fair, wenn TI-D ihre Version der Geschichte ebenfalls öffentlich darlegt.
Was tat man stattdessen? Man übte massiven Druck auf Moni aus (massiv deshalb, weil der justitiare Ton m.E. sehr bestimmend, die Beanstandungen völlig undiffenrenziert und der zeitliche Entscheidungsrahmen für Moni durch m.E. inakzeptable Fristsetzungen bewusst sehr eng gesetzt wurde), um JEDEN Bericht und JEDE Nennung der Transparency Deutschland in Monis Blog rigoros zu unterbinden. Und das ist imo auf alle Fälle eine Beschneidung der Meinungs- und Redefreiheit, die ich auf gar keinen Fall bereit bin, wort- und tatenlos hinzunehmen.
Naja...
Kurz der Hinweis, dass es mir bei Namen nicht um Namen der Organisationen, sondern lediglich um die der (Ex-) Mitarbeiter gint. Ich bin sehr wohl der Meinung, dass das Personalwesen von Unternehmen publik gemacht werden sollte: so wie heute Mitarbeiter im Bereich des (Achtung, GEILES Wort:) Human Ressource Managment ihre Beweber per Google zu durchleuchten versuchen, sollte gleiches auch für Bewerber möglich sein. Beispiele aus der Presse und dem Internet finden sich zahlreiche, ob es TI, Euroweb oder Lidl ist. Oder auf der Gegenseite Aldi. Spielt keine Rolle.
Gleichwohl kann man nicht verlangen, dass Interna veröffentlicht werden. Es geht uns nichts an, warum man irgendwem irgendeine Gehaltsforderung verweigert, dass ist Sache der beiden Verhandlungspartner in dem von uns selbst gewählten Wirtschaftssystem. Dafür hat sich niemand zu rechtfertigen, finde ich. Das Widerspricht aber in meinen Augen nicht der Möglichkeit, persönlichen Unmut zu äußern. Ich seh das so: eine der beiden Parteien legt vor und die andere reagiert.
Das hier die Reaktion voll in die Hose ging ist offensichtlich. Interessant ist das konsequente Schweigen von TI-D und das wird ein Grab, dass man sich selber schaufelt. Denn gerade in diesem besonderen Fall ist Transparenz geboten und wird nicht erbracht. Mit offensichtlichen Folgen.
Übrigens stimem ich Dir zu und erweitere Deine Aussage: "um JEDEN Bericht und JEDE Nennung der Transparency Deutschland in Monis Blog rigoros zu unterbinden. Und das ist imo auf alle Fälle eine Beschneidung der Meinungs- und Redefreiheit, die ich auf gar keinen Fall bereit bin, wort- und tatenlos hinzunehmen."
Das ist richtig, gilt aber nicht nur für TI-D. Das Recht, seine Meinung frei zu äußern, muss als eines der unantastbarsten Rechtsgüter gelten. Was das in Zeiten des großen Lauschangriffs allerdings noch Wert sein mag, steht auf einem anderen Blatt.