Montag, 22. Mai 2006

Bayern, Deutschland & die Welt

Ich war vergangenes Wochenende im Zoo. Ewig her, dass ich dort war. Habe mich "überreden" lassen und es war auch so schlecht nicht. Stimmt nicht. Wollte das schon länger mal mit ihr machen und jetzt war die Gelegenheit und es war wirklich nett :-)

Nur... ich kann und konnte mich nicht entscheiden, was mich mehr faszinierte: Die Tiere, die versuchten in Gefangenschaft ihrem Leben nachzugehen oder die Besucher, die mit vielen "Oh" und "Ah" jede noch so normale Verhaltensweise quittierten. Irgendwie... war das spannender, als einen Affen zu sehen, wie er versucht eine Äffin zu besteigen. Inklusive jungen Eltern in Erklärungsnot. Hach... herrlich.

Die Besucher dort haben aber allesamt ein Problem, dessen sie sich nicht bewußt sind: Sie verdrängen einfach, dass viele der Tiere die sie so fasziniert ansehen, einen schweren Stand haben, wenn es um ihren Lebensraum außerhalb eines Zoo geht. Denn die meisten Lebensräume haben wir Menschen erfolgreich entweder occupiert oder zusätzlich noch vernichtet oder wir geben uns große Mühe.

Und was passiert in dieser Zeit immer weiter schwindender Rückzugsgebiete für Tiere? In Bayern taucht nach fast 200 Jahren ein Braunbär in der Wildnis auf. Und was macht die Bayrische Regierung?

Richtig. Sie gibt ihn zum Abschuss freit. Ist ja gefährlich, so ein Tier.

2000 Jahre - und nichts gelernt. Traurig, oder? Hat der Dodo nicht irgendwo Glück, weil er nicht mit ansehen muß, wie lernresistent wir sind? Hielten wir den Dodo für einen einfältigen Vogel? Nunja...

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Trackbacks zu diesem Beitrag

kaetzchen.twoday.net - 23. Mai, 07:46

B

Das meiste ist hier von Herrn Unkreativ... [weiter]
TheDarkListener - 22. Mai, 21:42

Traurig. Aber daraus wird auch nicht gelernt. Man sollte sich mal die Zahlen der bereits ausgestorbenen Tierarten zusammensammeln... Die Zahl ist imens. Und es werde permanent mehr. Aber wer lernt daraus? Wenn, dann nur die jenigen, die wenig anrichten können. Ich bin auf den Tag gespannt, an dem die hohen Tiere (international) die Augen öffnen und sehen...

unkreativ.net - 22. Mai, 21:45

Werden sie nicht. So deprimierend diese Tatsache mit all ihren Folgen auch ist.
fata morgana - 22. Mai, 21:48

es hat wohl alles zwei seiten -
dass der bär "zum abschuss freigegeben" ist, finde ich schlimm und traurig. mit entsetzen habe ich es heute nachmittag im radio gehört -
doch auf der anderen seite, verstehe ich die bewohner - zbsp. der gemeinde grainau. wenn sie durch das auftauchen des braunbären in angst und schrecken versetzt wurden sind, kann ich das gut verstehen.

unkreativ.net - 22. Mai, 21:52

Hat man nicht einfach viel zu oft einfach Angst vor dem, was man kennt? Millionen Menschen sterben durch Autos und doch...

Klar reißt ein Bär Tiere. Das ist seine Natur. Aber mal ehrlich: wie groß ist der Volkswirtschaftliche Schaden denn im Endeffekt? Und ich würde sofort in einen Fond zur Unterstützung Bärgeschädigter Bauern (FUBB) einzahlen, wenn der dafür am Leben bleiben dürfte.
SternchenJG - 23. Mai, 06:57

Du hast mir meine Idee versaut...

So in der Art wollte ich das auch schreiben, denn mir hat es gestern Abend ganz furchtbar das Herz verkrampft, als dieser Depp von bayrischem Minister voller Stolz verkündet hat, dass dieser Bär in besiedelten Gebieten nach Nahrung sucht, das nicht unterlassen wird und deshalb eine Gefährdung für den Menschen darstellt und genau aus diesem Grund er ja keine Wahl hatte anders zu entscheiden, als dass er zum Abschuss freigegeben wird.

Das ist, mit Verlaub, mit das Erbärmlichste, was sich die Menschen erlauben... Dieser Bär hat doch die gleiche Daseinsberechtigung wie wir Menschen. Wer gibt denen das Recht darüber zu befinden, dass er gefährlich ist? Der sucht doch nur Nahrung. Dass er nicht in einen Supermarkt gehen kann, um dort "gesittet" einzukaufen, wird ihm dann wohl jetzt zum Verhängnis. Das ist einfach nur pervers...

Ich kann mal wieder nicht so viel fressen wie ich kotzen muss.


--

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