Die Vorliebe meines Frisör...
Am Donnerstag morgen ging es los, mit einem fast vollen Auto und der Besetzung 1-3-1 (Ein Fahrer, männlich. Drei Mitfahrerinnen, weiblich. Ein Meerschweinchen, Geschlecht unbekannt) in Richtung Wien.
Eigentlich hat sich alles etwas verzögert, weil erst das Meertier Verspätung hatte, dann CayCee auf der Arbeit nicht fertig geworden ist und schließlich, weil der Fahrer unbedingt noch einen Kaffee haben wollte.
So wurde dann aus dem Morgen der frühe Mittag, als sich mein Panzer in Köln auf die A3 bewegte, um die ungefähr 950km nach Wien zurück zu legen. Unzählige Baustellen, Staus und Kaffee-wegbring-Stops später sind wir dann im Dunkeln in Wien eingelaufen.
Dort haben wir erst - sehr konspirativ - das Meertierchen am Bahnhof seiner Leihmutter übergeben um dann mit der freundlichen Hilfe einer in Wien lebenden Künstlerin den Endspurt zum Gästehaus anzutreten. Dort habe ich CayCee und Biene schon abgesetzt und habe dann unseren Scout nach Hause gebracht.
Erster Fehler.
Wien ist nämlich nicht nur die Stadt der Einbahnstraße und Sackgassen, es ist auch die Stadt der Baustellen. Und obwohl es HIN zum Scout-Palast nur ca. 300 Meter waren - faktisch die andere Seite unseres Blocks - war der Rückweg ungefähr 10km lang. Weil mal eben um den Block war nämlich nicht. Und so fuhr ich also mit völlig leerem Tank durch Wien und habe versucht, mit dem Routenplaner auf dem Notebook (mein Navi hat keine Deailkarten für Wien) den Weg zum Gästehaus zu finden.
Zwischendurch riefen meine Ladys schon an und haben mich vermißt, bzw. wollten wissen wo ich denn stecke.
Endlich im Gästehaus wurde es witzig: Der Mensch mit dem ich per eMail alles geregelt hatte, war seit ein paar Tagen in Urlaub. Meine Mail mit den verbindlichen Daten ist also nie gelesen worden, bis wir da waren. Zudem hat er mir einen falschen, zu niedrigen, Preis genannt.
Nachdem wir dann also geklärt hatten, wie viele Zimmer wir nun mit welcher Belegung von wann bis wann wirklich brauchen und auch einverstanden waren, statt der insgesamt 12 dann doch unverschämte ;-) 15 Euro pro Nase für 3 Übernachtungen zu bezahlen, haben wir die Zimmer bezogen. Wohlgemerkt nicht pro Nacht...
Wie erwartet: Stil und Style einer Jugendherberge, aber mit einem sauberen WC und einer sauberen Dusche je Zimmer. Mauzi hatte ja schon befürchtet, sowas nur pro Flur vorzufinden.
Das Haus an sich war ausgebucht, dafür war es aber innen recht still. Dummerweise mußten einige von uns (so auch ich) Richtung "Hauptstraße" vor dem Haus schlafen. Also die Wahl: Erstickungstod oder Geräuschkoller, ich entschied mich für die Geräusche :-D
Geräusche kamen übrigens auch aus dem Bett, was möglicherweise an der erheblichen Belastung durch mich gelegen hat, was mich dann bewog die folgenden Nächte die Matraze auf dem Boden zu parken.
Das soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Unterkunft im Grunde voll in Ordnung war. Man muss berücksichtigen, dass wir 5 Euro pro Nacht bezahlt haben, dafür bekam man mehr als genug, einschließlich eines funktionierenden Aufzug, über den sich unser Rollstuhl fahrender Superstar am meisten gefreut haben dürfte - angesichts Zimmer im 6. Stock ;-) Dafür mit grandioser Ausicht - auf den Chinesen gegenüber :-D
Nachdem wir Abends super essen waren, sind Biene und CayCee wohl noch eine Weile durch die Straßen gezogen, ich bin sicher, sie können da besser und mehr von erzählen. Denn ich bin schlafen gegangen :-) Die Essenspreise übrigens sind klasse dort: Man kann quasi überall recht günstig und teilweise sehr gut essen gehen.
Ausnahme war der Starbucks, wo wir Freitag morgen einen Kaffee getrunken haben, dazu ein Stück Apfelkuchen für CayCee und ein Weichbrötchensemmel mit Hünchen für mich. Doof wie ich bin, habe ich generös verkündet, die Mädels einzuladen. PAFF, war ich 20(!) Euro los. Nochmal: 3 Kaffee, ein altes Brötchen, ein winziges Stück Apfelkuchen.
Danach sind wir ein wenig die Shoppingmeile hoch und runter gelaufen. Ich mit dem Notebook auf dem Arm auf der Suche nach einem offenen WLAN, CayCee auf der Suche nach einer Sonnenbrille, Biene auf der Suche nach wohlgefüllten Uniformen ;-)
Von da aus haben mich die Mädels dann in das Museumsquartier gezerrt, einer Meile der Hochgenüsse für's Hirn, in dem der gepflegte Wiener auch schonmal einfach nur rumliegt...
Überhaupt: Liegen scheint eine der Hauptbeschäftigungen der Wiener Kulturgänger zu sein. Man fand sie nicht nur in den komischen roten Dingens, auch auf dem einen oder anderen Denkmal schlief schon mal der eine oder die andere...

Gelegentlich saß man aber auch einfach nur so rum ;-)

Übrigens, bauen können sie, die Wiener. Überall fand man nette Prachtbauten im Stile von diesem...

Später an diesem Nachmittag, nach einer ausgedehnten Wanderung vorbei an verschiedenen Häusern, Kutschen, Militärparaden und was weiss ich nicht noch alles, stieß dann Miaka noch spontan zu uns. Für mich leider der Punkt mich zu verabschieden, ich wollte Richtung Flughafen, Mauzi abholen.
Das, was in den folgenden Stunden passierte, können nur die 3 sagen...
Als ich dann mit Mauzi auf dem Rückweg war, bekam sie eindrucksvoll vorgeführt, wie irreführend ein Stadtplan von Wien sein kann. Beim Losfahren noch optimistisch ("ach, das ist ja einfach), mußte sie schnell herausfinden, dass ich keineswegs übertrieben hatte, was die Verkehrsführung in Wien angeht. Eine Fehlentscheidung und 10 km später hatten wir dann ihr Gepäck im Zimmer, haben uns kurz frisch gemacht und haben uns dann mit den Biene und CayCee wieder getroffen - um uns dann wieder zu trennen: die beiden sind auf eine Party gegangen, während Mauzi und ich erst was gegessen haben und dann recht früh nach einem kleinen Spaziergang durch die Gassen schlafen gegangen sind.
Was ich spannend fand: Vor dem Haus hätte mich Werktags das Abstellen meines Autos 21 Euro gekostet. Am Wochenende und an Tagen mit Schnee (!) dagegen nix. Also habe ich Donnerstag mein Auto mitgenommen: Erst Parkhaus in der Stadt, dann Parkhaus am Flughafen. Summa Sumarum: 19 Euro. Kein Kommentar. ;-)
Der nächste Morgen, Samstag, begann recht früh. Mauzi scheint wirklich eine Frühaufsteherin zu sein und so kam es, dass wir so früh nach einem Cafe zum Frühstücken gesucht haben, das die meisten noch zu hatten *Kopfschüttel*. Nachdem wir auch mal wieder in genau der falschen Richtung unterwegs waren, haben wir dann einen kleinen Laden gefunden, was gefuttert und dann raus, Wien angucken.
Irgendwann, kurz bevor wir Mittag essen wollten, kam übrigens das erste Lebenszeichen von CayCee und Biene. Allerdings muss ich gestehen, dass ich die ersten Stunden auch eher wie ein Schlafwandler neben Mauzi hergetrottet bin. Wo die die Power her nimmt? Wahnsinn...
Spätestens in der Innenstadt war ich dann aber hellwach, gereizt von all den optischen Sinneswahrnehmungen. Und man kann ja gegen die Wiener sagen, was man möchte: Häuser bauen können sie. In Kombination mit dem perfekten Wetter (nicht zu warm, nicht zu kalt, blauer Himmel, ein paar kleine Wölkchen) zeigte sich die Stadt dann auch von ihrer allerbesten Seite...




Was mir nicht so gefallen wollte war der Trend, sich International zu geben. Nachdem man sich an Kaffee to go statt Coffee 2 go ja schon fast gewöhnt hat, hat diese Gelateria in meinen Augen einen traurigen Vogel abgeschossen:

Von da aus sind wir dann über einen unglaublich interessanten Tagesmarkt gewandert... voller fremder Genüsse und Düfte. Ich mit staunenden Augen ("Das kann man essen???") und Mauzi mit laut gedachten Kochplänen ("Eine Suppe. Oder was mit Lamm. Oder erste eine Suppe und dann einen Lammauflauf...")...

Von da aus dann entlang der Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss Bellevue (schreibt man das so?) zum Südbahnhof und von da dann mit der Tram zum Prater Stern, Riesenrad gucken und fahren. Die Preispolitik der Öffentlichen ist übrigens interessant: Eine Fahrt pro Person in eine Richtung kostet 2 Euro, eine Karte für 24h (also echte 24h, nicht Tageskarte) dagegen 5 Euro. Manche Dinge hätte man früher wissen sollen ;-)
Am Prater angekommen, war dann natürlich erstmal Staunen angesagt. Man hatte ja schon von weitem das Riesenrad gesehen, aber die Dimensionen wenn man davor steht, überraschen dann doch:

Und eine Fahrt vermittelt auch ein gutes Gefühl von dem Aufwand, mit dem dieses teilweise filligran wirkenden Bauwerk irgendwann mal errichtet worden sein muss:

Sowohl den Prater von oben...

als auch Wien selbst...

fand ich dagegen eher... nicht so aufregend. Auch wenn es natürlich spannend war, in der Ferne die Bauten zu sehen, an denen man vorbei gekommen ist.
Auf dem Rückweg haben wir dann übrigens ein Indiz für den Wiener Humor gefunden, da hat wohl jemand die versteckte Aussage in einer Plakatwerbung entdeckt:

Nebenbei gab es dann noch einen Beleg dafür, dass Namen doch Omen sein können und warf die interessante Frage auf, ob jemand mit diesem Namen heute noch Bürgermeister werden kann... aber nun ja, erwarten wir nicht von der Politik, dass sie uns belügt?

Und so ging dann letztlich ein Spaziergang zu Ende. Und am Ende waren auch wir. Mauzi schwang einer ihrer weissen Flaggen, für die ich sie so mag ;-) und ich hatte das Gefühl, ich könnte gepflegt die Radieschen von unten betrachten...

Wir haben uns dann noch was hingelegt und geschlafen. Irgendwann klingelte bei mir dann der Wecker und mit Mühe bin ich wieder hoch gekommen. So gegen halb 6 haben "meine" Mädels mich dann abgeholt und wir sind in Richtung Kneipe gewandert um das Bloggertreffen zu begehen...
Als wir ankamen, waren die Königin und der Commisaire schon anwesend. Schnell gefolgt von Ivy und schließlich noch von Miaka. So war unsere recht kleine Runde schnell komplett und wir konnten zum wesentlichen Teil des Abends kommen: essen :-D Das war übrigens gut, was man von dem Rest nicht unbedingt sagen kann. 3 Dinge haben mich effektiv gestört, mal mehr mal weniger:
Da die meisten vom Tag doch recht erschöpft gewesen sind, ging das Bloggertreffen auch nicht so sonderlich lange. Es war sicherlich eines der Treffen, die viel Potential zur verbesserung gehabt hätten, aber trotzdem muss ich nochmal unterstreichen, dass ich mich total wohl gefühlt habe. Vor allem habe ich jede(n) dort absolut gemocht. Übrigens, wir waren nur 2 Männer *grins* Die Fotos sind noch nicht freigegeben, vielleicht teilt mir mal eben jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin mit, ob Bedenken bestehen?
Sonntag morgen mußten dann ja leider fast alle packen und so waren wir dann gegen 9 beim Frühstück. Und weil wir vorher nicht dazu gekommen waren, sind wir erstmal in eine Konditorei eingekehrt und haben - richtig - Sachertorte gefrühstückt :-D
Dann noch ein wenig Futter für die Fahrt kaufen, unsere Mitfahrerin einladen und dann kam der traurigste Moment: der Abschied von Mauzi, die ja noch einen Tag länger geblieben ist... es war nicht schön, jemanden zurück lassen zu müssen. Naja, eigentlich hätte ich, wenn ich ehrlich bin, sie auch gar nicht mitnehmen wollen, sondern wäre gerne einfach mit da geblieben. Ging ja leider nicht...
Kurz hinter Passau haben wir dann noch schnell einen Peugeot abgeschleppt, dessen Fahrer kurz vor dem Nervenzusammenbruch stand: Der Turbolader hatte beschlossen, einfach mal ohne Zutun des Fahrers Vollgas zu leisten. Die Versuche, gegen die 170 PS den Wagen auf der Autobahn anzuhalten, führte dann dazu, dass die Bremsen und die Kupplung sich in einer lustigen Wolke unlustigen Rauchs verabschiedet haben. Wir haben dann den Wagen ein Stück mitgenommen, zumal die Insassen (2 Opas und 2 Omas, die dann mit Rollstühlen) auch einen ziemlich verzweifelten Eindruck gemacht haben.
Von da an ging es fast reibungslos nach Hause. Nur hier und da ein Stau oder sowas und nach nur 12 Stunden und knapp 1000km waren wir wieder in Köln. Nachdem da CayCee und Biene nebst Gepäck uns verlassen hatten, habe ich dann auf dem Rückweg etwas mehr Tempo gemacht. Wie schon angedeutet: Köln Voerde in 45 Minuten :-D Allerdings habe ich dann heute Heimarbeit gemacht, weil die Vorstellung nach Bielefeld oder auch nur nach Duisburg zu fahren, schien mir... unangenehm ;-)
Alles in allem war es ein absolut geniales Treffen, wie Wochenende und ich finde es sehr schade, dass ich erstens nur so kurz in Wien war und zweitens nur so wenig "Eingeborene" zum Treffen kamen.
Wien dürfte definitv den Sprung zu meinen Lieblingsstädten geschafft haben und in Teilen kann ich jetzt auch nachvollziehen, warum mein Hairdresser 3 bis 4 Mal im Jahr in Wien weilt. Die Stadt ist einfach cool. Und so anders als Berlin oder München, um die ja alle so einen mir unverständlichen Hype machen.
Nur eines noch... quasi als Frage an die Wiener: Warum gibt es eigentlich bei Euch keine Verkehrsschilder mit einer einfachen Aussage, sondern so viele Schilder mit Ergänzungen und Einschränkungen?


Anwesend waren: Gefahren bin ich an dem Wochenende 2.200 Km mit einem Durchschnittsverbrauch von 5.2 Litern (bei 4 Personen und Gepäck wohl nicht so schlecht) und insgesamt war ich 23h auf der Straße (11 am Donnerstag, 12 am Sonntag).
Andere Berichte finden sich hier: (Link vergessen? Einfach Bescheid sagen, bitte!)
Eigentlich hat sich alles etwas verzögert, weil erst das Meertier Verspätung hatte, dann CayCee auf der Arbeit nicht fertig geworden ist und schließlich, weil der Fahrer unbedingt noch einen Kaffee haben wollte.
So wurde dann aus dem Morgen der frühe Mittag, als sich mein Panzer in Köln auf die A3 bewegte, um die ungefähr 950km nach Wien zurück zu legen. Unzählige Baustellen, Staus und Kaffee-wegbring-Stops später sind wir dann im Dunkeln in Wien eingelaufen.
Dort haben wir erst - sehr konspirativ - das Meertierchen am Bahnhof seiner Leihmutter übergeben um dann mit der freundlichen Hilfe einer in Wien lebenden Künstlerin den Endspurt zum Gästehaus anzutreten. Dort habe ich CayCee und Biene schon abgesetzt und habe dann unseren Scout nach Hause gebracht.
Erster Fehler.
Wien ist nämlich nicht nur die Stadt der Einbahnstraße und Sackgassen, es ist auch die Stadt der Baustellen. Und obwohl es HIN zum Scout-Palast nur ca. 300 Meter waren - faktisch die andere Seite unseres Blocks - war der Rückweg ungefähr 10km lang. Weil mal eben um den Block war nämlich nicht. Und so fuhr ich also mit völlig leerem Tank durch Wien und habe versucht, mit dem Routenplaner auf dem Notebook (mein Navi hat keine Deailkarten für Wien) den Weg zum Gästehaus zu finden.
Zwischendurch riefen meine Ladys schon an und haben mich vermißt, bzw. wollten wissen wo ich denn stecke.
Endlich im Gästehaus wurde es witzig: Der Mensch mit dem ich per eMail alles geregelt hatte, war seit ein paar Tagen in Urlaub. Meine Mail mit den verbindlichen Daten ist also nie gelesen worden, bis wir da waren. Zudem hat er mir einen falschen, zu niedrigen, Preis genannt.
Nachdem wir dann also geklärt hatten, wie viele Zimmer wir nun mit welcher Belegung von wann bis wann wirklich brauchen und auch einverstanden waren, statt der insgesamt 12 dann doch unverschämte ;-) 15 Euro pro Nase für 3 Übernachtungen zu bezahlen, haben wir die Zimmer bezogen. Wohlgemerkt nicht pro Nacht...
Wie erwartet: Stil und Style einer Jugendherberge, aber mit einem sauberen WC und einer sauberen Dusche je Zimmer. Mauzi hatte ja schon befürchtet, sowas nur pro Flur vorzufinden.
Das Haus an sich war ausgebucht, dafür war es aber innen recht still. Dummerweise mußten einige von uns (so auch ich) Richtung "Hauptstraße" vor dem Haus schlafen. Also die Wahl: Erstickungstod oder Geräuschkoller, ich entschied mich für die Geräusche :-D
Geräusche kamen übrigens auch aus dem Bett, was möglicherweise an der erheblichen Belastung durch mich gelegen hat, was mich dann bewog die folgenden Nächte die Matraze auf dem Boden zu parken.
Das soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Unterkunft im Grunde voll in Ordnung war. Man muss berücksichtigen, dass wir 5 Euro pro Nacht bezahlt haben, dafür bekam man mehr als genug, einschließlich eines funktionierenden Aufzug, über den sich unser Rollstuhl fahrender Superstar am meisten gefreut haben dürfte - angesichts Zimmer im 6. Stock ;-) Dafür mit grandioser Ausicht - auf den Chinesen gegenüber :-D
Nachdem wir Abends super essen waren, sind Biene und CayCee wohl noch eine Weile durch die Straßen gezogen, ich bin sicher, sie können da besser und mehr von erzählen. Denn ich bin schlafen gegangen :-) Die Essenspreise übrigens sind klasse dort: Man kann quasi überall recht günstig und teilweise sehr gut essen gehen.
Ausnahme war der Starbucks, wo wir Freitag morgen einen Kaffee getrunken haben, dazu ein Stück Apfelkuchen für CayCee und ein Weich
Danach sind wir ein wenig die Shoppingmeile hoch und runter gelaufen. Ich mit dem Notebook auf dem Arm auf der Suche nach einem offenen WLAN, CayCee auf der Suche nach einer Sonnenbrille, Biene auf der Suche nach wohlgefüllten Uniformen ;-)
Von da aus haben mich die Mädels dann in das Museumsquartier gezerrt, einer Meile der Hochgenüsse für's Hirn, in dem der gepflegte Wiener auch schonmal einfach nur rumliegt...
Überhaupt: Liegen scheint eine der Hauptbeschäftigungen der Wiener Kulturgänger zu sein. Man fand sie nicht nur in den komischen roten Dingens, auch auf dem einen oder anderen Denkmal schlief schon mal der eine oder die andere...

Gelegentlich saß man aber auch einfach nur so rum ;-)

Übrigens, bauen können sie, die Wiener. Überall fand man nette Prachtbauten im Stile von diesem...

Später an diesem Nachmittag, nach einer ausgedehnten Wanderung vorbei an verschiedenen Häusern, Kutschen, Militärparaden und was weiss ich nicht noch alles, stieß dann Miaka noch spontan zu uns. Für mich leider der Punkt mich zu verabschieden, ich wollte Richtung Flughafen, Mauzi abholen.
Das, was in den folgenden Stunden passierte, können nur die 3 sagen...
Als ich dann mit Mauzi auf dem Rückweg war, bekam sie eindrucksvoll vorgeführt, wie irreführend ein Stadtplan von Wien sein kann. Beim Losfahren noch optimistisch ("ach, das ist ja einfach), mußte sie schnell herausfinden, dass ich keineswegs übertrieben hatte, was die Verkehrsführung in Wien angeht. Eine Fehlentscheidung und 10 km später hatten wir dann ihr Gepäck im Zimmer, haben uns kurz frisch gemacht und haben uns dann mit den Biene und CayCee wieder getroffen - um uns dann wieder zu trennen: die beiden sind auf eine Party gegangen, während Mauzi und ich erst was gegessen haben und dann recht früh nach einem kleinen Spaziergang durch die Gassen schlafen gegangen sind.
Was ich spannend fand: Vor dem Haus hätte mich Werktags das Abstellen meines Autos 21 Euro gekostet. Am Wochenende und an Tagen mit Schnee (!) dagegen nix. Also habe ich Donnerstag mein Auto mitgenommen: Erst Parkhaus in der Stadt, dann Parkhaus am Flughafen. Summa Sumarum: 19 Euro. Kein Kommentar. ;-)
Der nächste Morgen, Samstag, begann recht früh. Mauzi scheint wirklich eine Frühaufsteherin zu sein und so kam es, dass wir so früh nach einem Cafe zum Frühstücken gesucht haben, das die meisten noch zu hatten *Kopfschüttel*. Nachdem wir auch mal wieder in genau der falschen Richtung unterwegs waren, haben wir dann einen kleinen Laden gefunden, was gefuttert und dann raus, Wien angucken.
Irgendwann, kurz bevor wir Mittag essen wollten, kam übrigens das erste Lebenszeichen von CayCee und Biene. Allerdings muss ich gestehen, dass ich die ersten Stunden auch eher wie ein Schlafwandler neben Mauzi hergetrottet bin. Wo die die Power her nimmt? Wahnsinn...
Spätestens in der Innenstadt war ich dann aber hellwach, gereizt von all den optischen Sinneswahrnehmungen. Und man kann ja gegen die Wiener sagen, was man möchte: Häuser bauen können sie. In Kombination mit dem perfekten Wetter (nicht zu warm, nicht zu kalt, blauer Himmel, ein paar kleine Wölkchen) zeigte sich die Stadt dann auch von ihrer allerbesten Seite...




Was mir nicht so gefallen wollte war der Trend, sich International zu geben. Nachdem man sich an Kaffee to go statt Coffee 2 go ja schon fast gewöhnt hat, hat diese Gelateria in meinen Augen einen traurigen Vogel abgeschossen:

Von da aus sind wir dann über einen unglaublich interessanten Tagesmarkt gewandert... voller fremder Genüsse und Düfte. Ich mit staunenden Augen ("Das kann man essen???") und Mauzi mit laut gedachten Kochplänen ("Eine Suppe. Oder was mit Lamm. Oder erste eine Suppe und dann einen Lammauflauf...")...

Von da aus dann entlang der Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss Bellevue (schreibt man das so?) zum Südbahnhof und von da dann mit der Tram zum Prater Stern, Riesenrad gucken und fahren. Die Preispolitik der Öffentlichen ist übrigens interessant: Eine Fahrt pro Person in eine Richtung kostet 2 Euro, eine Karte für 24h (also echte 24h, nicht Tageskarte) dagegen 5 Euro. Manche Dinge hätte man früher wissen sollen ;-)
Am Prater angekommen, war dann natürlich erstmal Staunen angesagt. Man hatte ja schon von weitem das Riesenrad gesehen, aber die Dimensionen wenn man davor steht, überraschen dann doch:

Und eine Fahrt vermittelt auch ein gutes Gefühl von dem Aufwand, mit dem dieses teilweise filligran wirkenden Bauwerk irgendwann mal errichtet worden sein muss:

Sowohl den Prater von oben...

als auch Wien selbst...

fand ich dagegen eher... nicht so aufregend. Auch wenn es natürlich spannend war, in der Ferne die Bauten zu sehen, an denen man vorbei gekommen ist.
Auf dem Rückweg haben wir dann übrigens ein Indiz für den Wiener Humor gefunden, da hat wohl jemand die versteckte Aussage in einer Plakatwerbung entdeckt:

Nebenbei gab es dann noch einen Beleg dafür, dass Namen doch Omen sein können und warf die interessante Frage auf, ob jemand mit diesem Namen heute noch Bürgermeister werden kann... aber nun ja, erwarten wir nicht von der Politik, dass sie uns belügt?

Und so ging dann letztlich ein Spaziergang zu Ende. Und am Ende waren auch wir. Mauzi schwang einer ihrer weissen Flaggen, für die ich sie so mag ;-) und ich hatte das Gefühl, ich könnte gepflegt die Radieschen von unten betrachten...

Wir haben uns dann noch was hingelegt und geschlafen. Irgendwann klingelte bei mir dann der Wecker und mit Mühe bin ich wieder hoch gekommen. So gegen halb 6 haben "meine" Mädels mich dann abgeholt und wir sind in Richtung Kneipe gewandert um das Bloggertreffen zu begehen...
Als wir ankamen, waren die Königin und der Commisaire schon anwesend. Schnell gefolgt von Ivy und schließlich noch von Miaka. So war unsere recht kleine Runde schnell komplett und wir konnten zum wesentlichen Teil des Abends kommen: essen :-D Das war übrigens gut, was man von dem Rest nicht unbedingt sagen kann. 3 Dinge haben mich effektiv gestört, mal mehr mal weniger:
- Wir hatten definitiv noch nie ein Treffen mit einer so großen Anzahl von Rauchern. Das hat sich in brennenden Augen und stinkenden Sachen gerächt. Nicht, dass die Raucher deswegen weniger Sympatex waren, aber trozdem...
- Die Bedienung hat sich teilweise Mühe gegeben, die Hannoveraner zu immitieren. Was die Geschwindigkeit anging - und die Kunstfertigkeit uns zu ignorieren.
- Theoretisch wäre unser Eckchen ruhig gewesen, wären wir nicht mit 2 größeren Gesellschaften in einem Raum gewesen, die natürlich versucht haben, sich akkustisch zu übertreffen.
Da die meisten vom Tag doch recht erschöpft gewesen sind, ging das Bloggertreffen auch nicht so sonderlich lange. Es war sicherlich eines der Treffen, die viel Potential zur verbesserung gehabt hätten, aber trotzdem muss ich nochmal unterstreichen, dass ich mich total wohl gefühlt habe. Vor allem habe ich jede(n) dort absolut gemocht. Übrigens, wir waren nur 2 Männer *grins* Die Fotos sind noch nicht freigegeben, vielleicht teilt mir mal eben jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin mit, ob Bedenken bestehen?
Sonntag morgen mußten dann ja leider fast alle packen und so waren wir dann gegen 9 beim Frühstück. Und weil wir vorher nicht dazu gekommen waren, sind wir erstmal in eine Konditorei eingekehrt und haben - richtig - Sachertorte gefrühstückt :-D
Dann noch ein wenig Futter für die Fahrt kaufen, unsere Mitfahrerin einladen und dann kam der traurigste Moment: der Abschied von Mauzi, die ja noch einen Tag länger geblieben ist... es war nicht schön, jemanden zurück lassen zu müssen. Naja, eigentlich hätte ich, wenn ich ehrlich bin, sie auch gar nicht mitnehmen wollen, sondern wäre gerne einfach mit da geblieben. Ging ja leider nicht...
Kurz hinter Passau haben wir dann noch schnell einen Peugeot abgeschleppt, dessen Fahrer kurz vor dem Nervenzusammenbruch stand: Der Turbolader hatte beschlossen, einfach mal ohne Zutun des Fahrers Vollgas zu leisten. Die Versuche, gegen die 170 PS den Wagen auf der Autobahn anzuhalten, führte dann dazu, dass die Bremsen und die Kupplung sich in einer lustigen Wolke unlustigen Rauchs verabschiedet haben. Wir haben dann den Wagen ein Stück mitgenommen, zumal die Insassen (2 Opas und 2 Omas, die dann mit Rollstühlen) auch einen ziemlich verzweifelten Eindruck gemacht haben.
Von da an ging es fast reibungslos nach Hause. Nur hier und da ein Stau oder sowas und nach nur 12 Stunden und knapp 1000km waren wir wieder in Köln. Nachdem da CayCee und Biene nebst Gepäck uns verlassen hatten, habe ich dann auf dem Rückweg etwas mehr Tempo gemacht. Wie schon angedeutet: Köln Voerde in 45 Minuten :-D Allerdings habe ich dann heute Heimarbeit gemacht, weil die Vorstellung nach Bielefeld oder auch nur nach Duisburg zu fahren, schien mir... unangenehm ;-)
Alles in allem war es ein absolut geniales Treffen, wie Wochenende und ich finde es sehr schade, dass ich erstens nur so kurz in Wien war und zweitens nur so wenig "Eingeborene" zum Treffen kamen.
Wien dürfte definitv den Sprung zu meinen Lieblingsstädten geschafft haben und in Teilen kann ich jetzt auch nachvollziehen, warum mein Hairdresser 3 bis 4 Mal im Jahr in Wien weilt. Die Stadt ist einfach cool. Und so anders als Berlin oder München, um die ja alle so einen mir unverständlichen Hype machen.
Nur eines noch... quasi als Frage an die Wiener: Warum gibt es eigentlich bei Euch keine Verkehrsschilder mit einer einfachen Aussage, sondern so viele Schilder mit Ergänzungen und Einschränkungen?


Anwesend waren: Gefahren bin ich an dem Wochenende 2.200 Km mit einem Durchschnittsverbrauch von 5.2 Litern (bei 4 Personen und Gepäck wohl nicht so schlecht) und insgesamt war ich 23h auf der Straße (11 am Donnerstag, 12 am Sonntag).
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unkreativ.net - 9. Okt, 15:08


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