Geht die Welt vor die Hunde? Und verhindern ~130 Millionen Eus das?

Wie bekannt ist, will unser Bundesinnenminister Schäuble ja mit der bescheidenen Summe von 132 Millionen Euro das Land mal wieder sicherer machen. Zunächst wegen des Terrors, der ja allgegenwärtig zu sein scheint, daneben aber natürlich auch wieder im allgemeinen wegen "Straftaten von erheblicher Bedeutung". Auch in der Montag erscheinenden c't findet sich unter der Überschrift "Kommissar Trojaner und die Anti-Terrordatei" auf der Seite 43 (Ausgabe 1/07) ein informativer Artikel.

Ich habe das Thema ja schon das eine oder andere Mal aufgegriffen, zuletzt in einer Schnellfassung eines "do it yourself IT-Sicherheit" und einem Link zum Bundestrojaner.

Jetzt würde ich das Thema gerne mal von einer anderen Seite angehen. Dazu überlegen wir uns kurz, dass ja die "gesamte westliche und richtiggläubige Welt" sich ja scheinbar seit dem 11.09. im "Global War on Terror" um Öl und gegen Religionen befindet. Und ich zitiere aus dem genannten Artikel mal eben ein Zitat, dass:
"in einer Zeit großer Bedrohungen und Gefahren das Menschenmögliche an Sicherheit
getan/geschaffen werden müsse.

Ist das so? Empfindet Ihr Euch als gefährdet? Habt Ihr das Gefühl, in einer unsichren Welt zu leben, in der Terror durch Extremisten Euer größtes Problem ist?

Oder leben wir in einer Welt, in der immer mehr Menschen unter den Fehlern im System zu leiden haben, geknechtet und entrechtet werden, gedemütigt vom Kapitalismus und den "demokratischen Herrschern"?

Hey Ihr alten Säcke unter meinen Lesern: Wie war das eigentlich damals, vor der ganzen Orwellschen Überwachungsmanie und zu Zeiten der (nach meinem Verständnis) wesentliche konkreteren Gefahr durch die RAF und Co?

Ich für meinen Teil sehe die Gewalt im Kleinen wachsen: Schlägereien, Prügeleien, vermutlich andere Gewaltdelikte mit denen Menschen versuchen, sich eine Position zu verschaffen. Amokläufe wie in Emsdetten als letzter Ausdruck der Verzweiflung und Resignation, Suizide aus Angst vor der Perspektivlosigkeit. Weiter um sich greifendes Abflachen des Intellekts durch staatlich verordnete Armut und Rückkehr in die Frühzeiten der Industriealisierung mit immer mehr Rücksicht auf die Würde des Menschen, von den schrecklichen Einschnitten in meine Freiheitsrechte durch staatliche Institutionen mal ganz zu schweigen. All das baut ein riesiges Pulverfass mitten im Land.

Aber Terror durch Extremisten? So richtig mit Angst davor und so?

Seh ich gerade nicht.

Erwarte ich aber, wenn es so weiter geht. Nur völlig anders, als man es und jetzt mittels "Mainstreampresse" zu vermitteln versucht.
Mauzi - 23. Dez, 15:19

Terror. Gewalt.

Wer denkt, dass wir in einer friedlichen Welt leben... in einem friedlichen Deutschland leben - der ist ein Träumer.



Mir ist bewußt, dass mich in Hamburg jederzeit entweder ein ausgeflippter Hamburger (nein, nicht der zum Essen) oder ein Terrorist erwischen kann. So ist das Leben. Wenn ich das nicht in Kauf nehmen wollte, würd ich mich zu Hause einschließen (müssen), wobei auch das nicht 100% sicher wär.


So ist halt die Welt. Es macht mir keine Angst.


Und ob gewisse Schutzmaßnahmen Abhilfe schaffen? Kann sein. Kann auch nicht sein.



Aber wenn ich höre/lese: "... westliche und richtiggläubige Welt..." seh ich rot. Es gibt in der Religion kein falsch, nur richtig. Jeder hat seinen Gott (ich habe keinen). Das sollte mal akzeptiert werden. Ja, ok - ich träum weiter... hätten wir dieses Akzeptanzproblem nicht, hätten wir keine "Ost-West-Feindschaft"...

Mirtana - 23. Dez, 15:55

Wäre ich jemand der Angst hat, im Dunkeln alleine unterwegs zu sein, dann hätte ich vermutlich mehr Panik, daß mich jemand überfällt, verprügelt oder vergewaltigt als daß der Zug, in dem ich sitze, von Terroristen in die Luft gesprengt wird.

Diese Gefahr des "internationalen Terrorismus" erscheint mir persönlich immer mehr wie ein Mittel, den Bürger zu gängeln und durchsichtig zu machen. Gegen die Gewalt, die mitten unter uns immer größer wird, tut man damit überhaupt nichts. Gewalt unter Jugendlichen, Gewalt gegen Ehepartner, gegen Kinder - dagegen scheint weniger getan zu werden als gegen Terrorismus. Ob das nun wirklich so ist oder nur mein subjektives Empfinden sei mal dahin gestellt.

Ich habe keine Angst vor Terroristen. Denn wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, daß ich ausgerechnet in dem Zug sitze oder in dem Gebäude stehe, daß von Terroristen in die Luft gejagt wird, ist wesentlich geringer als die, ein Opfer der immer mehr um sich greifenden Gewalt zu werden. Das Geld, daß aufgewendet wird um diese ominöse "Gefahr" von uns abzuwenden, fehlt an anderen Stellen, wo es ganz dringend gebraucht wird. Kinder, die in Armut leben, Menschen, die keine Perspektive mehr haben, Jugendliche ohne Chance weil schlechte Bildung ... Die Liste läßt sich beliebig fortsetzen ... Dafür sollte man das Geld aufwenden - finde ich.

creature - 23. Dez, 16:05

@unkreativ

kann ich voll unterschreiben was du da schreibst, wenn ich mir täglich die nachrichten durchlese sehe ich die "gefahr" ganz woanders...

Anfängerin - 23. Dez, 17:37

Alles nur Ablenkung der Politiker, um von ihrem wirklichen Versagen abzulenken. Die Gewalt im Kleinen ist die wirkliche Gefahr. Und irgendwann brauchen sie diese Kontrolle über uns und werden damit prahlen, so vorausschauend gewesen zu sein...

unkreativ.net - 23. Dez, 17:39

Irgendwann wird es vermutlich sein wie in Paris.

Und dann kommt auf die Politik zumindest in diesem meinem Bundesland noch ein ganz anderes Problem zu: Zu wenig die schützen könnten und noch weniger die schützen werden. Das Volk wird sich auflehnen und all die Kameras werden das nicht verhindern.

V.

Wie Vendetta.
Anfängerin - 23. Dez, 17:41

Wird es sich auflehnen? Du redest von Deutschen...
unkreativ.net - 23. Dez, 17:43

Ja. Den Deutschen. Den faulen, dummen und leidensfähigen Deutschen, die sich nach einer starken Führerperson sehnen.

Wenn die kommt? Jemand die Rolle übernimmt? Wenn sich der Frust, die Panik, die Verzweiflung und die Wut der Unterschicht entlädt, die Kraft derer, die wir zu dem gemacht haben, was sie sind, die Überflüssigen unserer Gesellschaft, die nichts mehr zu verlieren haben?

Ja. Dann kommt das.
filmfacts - 23. Dez, 22:42

Geht mir wie Dir

Ich habe viel mehr Sorge, dass ich abends auf dem Weg von der Kneipe zum Parkplatz an die falschen Leute gerate (wobei das auch am hellichten Tag im Kurpark passieren kann), als dass sich auf dem Weihnachtsmarkt jemand mit 'nem Sprengstoffgürtel in die Luft jagt.

Vor Terror habe ich keine Angst, nur vor der offensichtlich sprunghaft steigenden Kleinkriminalität und deren immer schlimmer werdenden Härte. Nur dagegen wird augenscheinlich nichts gemacht. Vermehrt Streife wird hier nicht gefahren oder gegangen.

unkreativ.net - 24. Dez, 02:05

Vielleicht macht man schon mehr Streifen, aber nicht unbedingt dort? Könnte ja was passieren ;-)

AFAIK hat doch das Innenministerium NRW sowas wie eine "Qualitätsoffensive" gestartet, die genau diesem Empfinden entgegen wirken soll? Wohl nicht sehr erfolgreich ;-)

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