Meine Daten - Deine Daten
Liebe Deutsche Post AG,
Ihr werbt mit Thomas Gottschalk, Thomas Gottschalk wirbt für Gummibären. Gummibären find ich klasse und wenn er für beides Werbung macht, könnte es auch sein, dass ich Euch mag.
Und wie vermutlich (fast) jeder Deutsche hatte ich auch schon geschäftlich mit Euch zu tun und eigentlich nie einen Grund zur Klage. Jetzt habe ich aber mal ein paar Fragen und ich hoffe, die beantwortet Ihr mir so gut, wie sich die Brüder Gottschalk in der Werbung um mich bemühen.
Es geht um Daten. Daten die man Euch anvertraut. Konkret: Nachsendeanträge.
Hier auf Eure Website "post.de" steht unter anderem Folgendes zu lesen, wenn man in die "ergänzenden Datenschutzrichtlinien der eFiliale" kommt (die sich übrigens interessant von den Angaben unter "Datenschutz" unterscheiden):
2 Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten
(…) Darüber hinaus gehende personenbezogene Daten wie Name, Anschrift, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse werden nicht erfasst, es sei denn, diese Angaben werden von Ihnen freiwillig gemacht, z.B. im Rahmen der Registrierung, bei einer Online-Bestellung für ein Produkt oder eine Dienstleistung, einer Umfrage, eines Preisausschreibens oder einer Informationsabfrage.
Sofern Sie in unserem Internet-Shop eine Bestellung tätigen, werden Ihre Käuferdaten gemäß dem handelsrechtlich üblichen Zeitraum gespeichert.
Datenherr ist die Deutsche Post AG.
3 Nutzung und Weitergabe personenbezogener Daten
Wir nutzen Ihre personenbezogenen Daten nur (…) zur Erfüllung Ihrer Wünsche und Anforderungen. Nur dann, wenn Sie uns zuvor Ihre Einwilligung erteilt haben, nutzen wir diese Daten auch für produktbezogene Umfragen und Marketingzwecke, und auch dann nur in dem jeweils dafür erforderlichen Umfang. Gegenüber staatlichen Stellen werden wir Daten nur dann offen legen, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist.
Okay, für mich klingt das erstmal vernünftig. Ich sage Euch in meinem kleinen Beispiel, von wo ich nach wo ziehe und ihr schickt mir meine Post in das neue Heim, ansonsten passiert erstmal nix mit den Daten.
Doch, ups, auf dem Antrag (ich beziehe mich auf das Muster in dem Info-PDF) steht jetzt:
Einwilligung:
Ich (wir) willige(n) ein, dass die Deutsche Post die dauerhafte Anschriftenänderung denjenigen, die die alte Anschrift bereits kennen, zur Adressaktualisierung zur Verfügung stellt, damit möglichst viele zukünftige Postsendungen sofort die neue Anschrift erhalten. (Streichen falls nicht einverstanden)
Also stelle ich mir das mal so vor: da kommt eine Firma und sagt "Hey, der xy wohnte mal dort, jetzt ist er weg, wo ist er hin" und ihr teilt ihm meine neue Anschrift mit. Weil er ja meine Alte zur Verfügung hatte. Natürlich rein freundschaftlich so eine Auskunft.
Dabei haltet Ihr meine Daten eine nicht genau definierte Zeit vor. Ich würde denken: so lange bis mein Antrag erlischt, also 6 oder 12 Monate. Ihr sagt dazu: ...werden Ihre Käuferdaten gemäß dem handelsrechtlich üblichen Zeitraum gespeichert.
Und jetzt kommen wir zum Kern meines Anliegens und den Fragen:
- warum lese ich da nicht, dass die Daten in die Deutsche Post Adress Gruppe (nachfolgend DP Adress genannt) übergehen, die Firmen anbietet, Adress-Bestände zu aktualisieren, also meine Angaben kommerziell weiterverwendet? (Mit einem interessanten Gedanken: Ich bezahle mindestens XX Euro, damit Ihr meine frischen Daten weiterverkaufen dürft)
- prüft die DP Adress tatsächlich ob ein anfragendes Unternehmen zuvor meine Adresse bereits kannte?
- ist es richtig, dass die DP Adress diese Umzugsdaten nicht nur selber verwendet um sie Firmen anzubieten, vielmehr auch in Gänze an mindestens ein Unternehmen in Süd-Deutschland verkauft und
- ist es weiter richtig, dass diese Firma ihren Kunden, zu denen ich nicht unbedingt in einem Verhältnis gestanden haben muss, diese Daten zur Adressverifikation überlässt, und zwar entweder als Webabfrage oder gerne auch als Datenträger mit allen Umzugsdaten aller bekannten Fälle der letzten 2 Jahre?
- bietet die DP Adress die Daten in vergleichbarem Umfang an?
Daran im Anschluss natürlich die Fragen:
- halten Sie es für richtig, die Kunden nicht, bzw. nur extrem weichgespült, auf die kommerzielle Verwendung hinzuweisen und auch nicht darauf hinzuweisen, dass durch die Weitergabe zumindest des einen mir bekannten Kunden der DP Adress Versicherungen, Autohäuser, Rabattsysteme etc. theoretisch einen nicht mehr kontrollierbaren Zugriff auf persönliche (Orts- wie Bewegungs-) Informationen bekommen, die ich ihnen vielleicht nicht geben möchte? Dadurch wird ja zum Beispiel die Formulierung (Punkt 8 der Ergänzenden Datenschutzrichtlinien der eFiliale:
Sollten Sie wünschen, dass Daten korrigiert oder gelöscht werden, anderweitige Fragen oder auch Anregungen zum Datenschutz haben, nutzen Sie bitte unser Kontakt-Formular.
...zum Augenwischer. Sollte ich das nicht wollen, sind meine Daten ja verkauft und nicht mehr in Eurem Zugriff, gell? Somit kann ich vielleicht EUCH auffordern, meine Daten zu löschen, deren Verwendung damit aber nicht unterbinden, oder? Weil erstens wäre dann ja die DP Adress, die wohl nur deren Kunden wirklich kennen, der Ansprechpartner und zweitens wären ja von da schon die Daten u. U. weitergegeben worden?
- Sehen Sie den Hinweis auf dem Antrag als meine ausdrückliche Einwilligung, meine Daten selber kommerziell zu verwenden und an ein Unternehmen zu verkaufen, dass als „Wiederverkäufer“ der Daten agiert? Im Bereich Datenschutz auf Ihrer Website steht ja unter anderem bei der Nutzung der Daten:
Eine Weitergabe, Verkauf oder sonstige Übermittlung Ihrer personenbezogenen Daten an Dritte erfolgt nicht, es sei denn, dass dies zum Zwecke der Vertragsabwicklung erforderlich ist oder Sie ausdrücklich eingewilligt haben. So kann es beispielsweise erforderlich sein, dass wir bei Bestellungen von Produkten Ihre Anschrift und Bestelldaten an unsere Lieferanten weitergeben.
Und als Abschluss:
- nur so aus Neugier: Was verdient man mit solchen Daten, wenn es dafür ein eigenes Tochterunternehmen gibt? Es muss lukrativ genug sein, nicht nur als DP Adress solche Dienstleistungen anzubieten, sondern auch die Daten an weitere Unternehmen zur Weiterverteilung zu übergeben.
- wie viele Unternehmen – und welche – bekommen von Ihnen Datenbestände die NICHT zur Überprüfung der EIGENEN Kundenstammdaten dienen?
Ich freue mich und bin sehr gespannt auf die Antworten. Ich darf aber vorweg noch anmerken, dass dieses Schreiben auch in meinem Blog unter der Adresse http://unkreativ.twoday.net/stories/3229217/ erscheinen wird und ich Ihre Antwort ebenfalls veröffentlichen möchte.
Ihr werbt mit Thomas Gottschalk, Thomas Gottschalk wirbt für Gummibären. Gummibären find ich klasse und wenn er für beides Werbung macht, könnte es auch sein, dass ich Euch mag.
Und wie vermutlich (fast) jeder Deutsche hatte ich auch schon geschäftlich mit Euch zu tun und eigentlich nie einen Grund zur Klage. Jetzt habe ich aber mal ein paar Fragen und ich hoffe, die beantwortet Ihr mir so gut, wie sich die Brüder Gottschalk in der Werbung um mich bemühen.
Es geht um Daten. Daten die man Euch anvertraut. Konkret: Nachsendeanträge.
Hier auf Eure Website "post.de" steht unter anderem Folgendes zu lesen, wenn man in die "ergänzenden Datenschutzrichtlinien der eFiliale" kommt (die sich übrigens interessant von den Angaben unter "Datenschutz" unterscheiden):
2 Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten
(…) Darüber hinaus gehende personenbezogene Daten wie Name, Anschrift, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse werden nicht erfasst, es sei denn, diese Angaben werden von Ihnen freiwillig gemacht, z.B. im Rahmen der Registrierung, bei einer Online-Bestellung für ein Produkt oder eine Dienstleistung, einer Umfrage, eines Preisausschreibens oder einer Informationsabfrage.
Sofern Sie in unserem Internet-Shop eine Bestellung tätigen, werden Ihre Käuferdaten gemäß dem handelsrechtlich üblichen Zeitraum gespeichert.
Datenherr ist die Deutsche Post AG.
3 Nutzung und Weitergabe personenbezogener Daten
Wir nutzen Ihre personenbezogenen Daten nur (…) zur Erfüllung Ihrer Wünsche und Anforderungen. Nur dann, wenn Sie uns zuvor Ihre Einwilligung erteilt haben, nutzen wir diese Daten auch für produktbezogene Umfragen und Marketingzwecke, und auch dann nur in dem jeweils dafür erforderlichen Umfang. Gegenüber staatlichen Stellen werden wir Daten nur dann offen legen, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist.
Okay, für mich klingt das erstmal vernünftig. Ich sage Euch in meinem kleinen Beispiel, von wo ich nach wo ziehe und ihr schickt mir meine Post in das neue Heim, ansonsten passiert erstmal nix mit den Daten.
Doch, ups, auf dem Antrag (ich beziehe mich auf das Muster in dem Info-PDF) steht jetzt:
Einwilligung:
Ich (wir) willige(n) ein, dass die Deutsche Post die dauerhafte Anschriftenänderung denjenigen, die die alte Anschrift bereits kennen, zur Adressaktualisierung zur Verfügung stellt, damit möglichst viele zukünftige Postsendungen sofort die neue Anschrift erhalten. (Streichen falls nicht einverstanden)
Also stelle ich mir das mal so vor: da kommt eine Firma und sagt "Hey, der xy wohnte mal dort, jetzt ist er weg, wo ist er hin" und ihr teilt ihm meine neue Anschrift mit. Weil er ja meine Alte zur Verfügung hatte. Natürlich rein freundschaftlich so eine Auskunft.
Dabei haltet Ihr meine Daten eine nicht genau definierte Zeit vor. Ich würde denken: so lange bis mein Antrag erlischt, also 6 oder 12 Monate. Ihr sagt dazu: ...werden Ihre Käuferdaten gemäß dem handelsrechtlich üblichen Zeitraum gespeichert.
Und jetzt kommen wir zum Kern meines Anliegens und den Fragen:
- warum lese ich da nicht, dass die Daten in die Deutsche Post Adress Gruppe (nachfolgend DP Adress genannt) übergehen, die Firmen anbietet, Adress-Bestände zu aktualisieren, also meine Angaben kommerziell weiterverwendet? (Mit einem interessanten Gedanken: Ich bezahle mindestens XX Euro, damit Ihr meine frischen Daten weiterverkaufen dürft)
- prüft die DP Adress tatsächlich ob ein anfragendes Unternehmen zuvor meine Adresse bereits kannte?
- ist es richtig, dass die DP Adress diese Umzugsdaten nicht nur selber verwendet um sie Firmen anzubieten, vielmehr auch in Gänze an mindestens ein Unternehmen in Süd-Deutschland verkauft und
- ist es weiter richtig, dass diese Firma ihren Kunden, zu denen ich nicht unbedingt in einem Verhältnis gestanden haben muss, diese Daten zur Adressverifikation überlässt, und zwar entweder als Webabfrage oder gerne auch als Datenträger mit allen Umzugsdaten aller bekannten Fälle der letzten 2 Jahre?
- bietet die DP Adress die Daten in vergleichbarem Umfang an?
Daran im Anschluss natürlich die Fragen:
- halten Sie es für richtig, die Kunden nicht, bzw. nur extrem weichgespült, auf die kommerzielle Verwendung hinzuweisen und auch nicht darauf hinzuweisen, dass durch die Weitergabe zumindest des einen mir bekannten Kunden der DP Adress Versicherungen, Autohäuser, Rabattsysteme etc. theoretisch einen nicht mehr kontrollierbaren Zugriff auf persönliche (Orts- wie Bewegungs-) Informationen bekommen, die ich ihnen vielleicht nicht geben möchte? Dadurch wird ja zum Beispiel die Formulierung (Punkt 8 der Ergänzenden Datenschutzrichtlinien der eFiliale:
Sollten Sie wünschen, dass Daten korrigiert oder gelöscht werden, anderweitige Fragen oder auch Anregungen zum Datenschutz haben, nutzen Sie bitte unser Kontakt-Formular.
...zum Augenwischer. Sollte ich das nicht wollen, sind meine Daten ja verkauft und nicht mehr in Eurem Zugriff, gell? Somit kann ich vielleicht EUCH auffordern, meine Daten zu löschen, deren Verwendung damit aber nicht unterbinden, oder? Weil erstens wäre dann ja die DP Adress, die wohl nur deren Kunden wirklich kennen, der Ansprechpartner und zweitens wären ja von da schon die Daten u. U. weitergegeben worden?
- Sehen Sie den Hinweis auf dem Antrag als meine ausdrückliche Einwilligung, meine Daten selber kommerziell zu verwenden und an ein Unternehmen zu verkaufen, dass als „Wiederverkäufer“ der Daten agiert? Im Bereich Datenschutz auf Ihrer Website steht ja unter anderem bei der Nutzung der Daten:
Eine Weitergabe, Verkauf oder sonstige Übermittlung Ihrer personenbezogenen Daten an Dritte erfolgt nicht, es sei denn, dass dies zum Zwecke der Vertragsabwicklung erforderlich ist oder Sie ausdrücklich eingewilligt haben. So kann es beispielsweise erforderlich sein, dass wir bei Bestellungen von Produkten Ihre Anschrift und Bestelldaten an unsere Lieferanten weitergeben.
Und als Abschluss:
- nur so aus Neugier: Was verdient man mit solchen Daten, wenn es dafür ein eigenes Tochterunternehmen gibt? Es muss lukrativ genug sein, nicht nur als DP Adress solche Dienstleistungen anzubieten, sondern auch die Daten an weitere Unternehmen zur Weiterverteilung zu übergeben.
- wie viele Unternehmen – und welche – bekommen von Ihnen Datenbestände die NICHT zur Überprüfung der EIGENEN Kundenstammdaten dienen?
Ich freue mich und bin sehr gespannt auf die Antworten. Ich darf aber vorweg noch anmerken, dass dieses Schreiben auch in meinem Blog unter der Adresse http://unkreativ.twoday.net/stories/3229217/ erscheinen wird und ich Ihre Antwort ebenfalls veröffentlichen möchte.
unkreativ.net - 24. Jan, 16:39


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