Gastbeitrag: "Des Oberbürgermeisters neuer Orden"
oder:
Vom geheimen Traum, ein Prinz zu sein
Woran denken wir, wenn das Stichwort "Rheinischer Karneval" fällt? An übermäßigen Alkoholgenuss, notgeile Männer auf der Pirsch, unverzeihliche musikähnliche Geräusche... und natürlich an Blechorden aller Größen, Formen und Farben.
Wir ignorieren einmal die historische Tatsache, dass das militärische Gehabe, wozu auch die Orden gehören, ursprünglich als Verhohnepiepelung der französischen Besatzungstruppen durch die unterdrückte deutsche Bevölkerung dienen sollte. Heutzutage sind die Orden ein ernstgenommenes Requisit im allzuernstgenommenen spaßfreien, funktionärsdominierten Vereinskarnevalstreiben geworden.
Es scheint der Grundsatz zu gelten: Je mehr, desto wichtiger die Persönlichkeit, egal ob das Blechgewicht das ohnehin nicht allzustark ausgeprägte Rückgrat deformiert. Manche Sexualforscher vermuten außerdem, dass die Sucht nach dem Orden auch etwas mit seiner kussbeladenen Verleihung durch strammschenklige junge Damen zu tun hat. Wie käme manch über 60-jähriger sonst noch einiger jungen Frau so nah?
Da verwundert es nicht, dass Duisburgs schwarz-christlicher Oberbürgermeister Sauerland auch in diesem Bereich wieder einmal an vorderster Front mitmischen will. Wenn man ihn schon nicht als Prinz von Duisburg, sondern nur zum Oberbürgermeister der Stadt gewählt hat, so will er zumindest mit einem eigenen Orden in den närrischen Rummel eingreifen.
Zur Verblüffung vieler und zum Entsetzen einiger hatte die NRZ schon im letzten Jahr gemeldet, der OB habe seinen eigenen Orden herausgegeben. Die Frage, aus welchem Haushaltstitel diese bekanntlich sehr kostenträchtigen Utensilien finanziert wurden (Repräsentationsmittel? Unterstützung lokaler Kulturarbeit? Wirtschaftsförderung?) beantwortete die wohlinformierte Zeitung gleich mit: Kostenträger war die Stadtsparkasse, die mit unserem hart ersparten und mit zuwenig Zinsen belohnten Spargroschen wohl so viel Gewinn machen konnte, dass auch noch dieser Blödsinn finanzierbar erschien. Nur Politpuristen und karnevalsfeindlichen Demokraten mag bei dieser Information aufgestoßen sein, dass der OB nicht nur der Repräsentant des Eigentümers der Sparkasse ist, sondern auch noch in dessen Kontrollgremien sitzt. Sollten hier die Kontrollierten ihrem Kontrollherrn ein Spielzeug willfährig verschafft haben? Interessanterweise gab es keine öffentliche Diskussion. Aber die fehlte ja auch schon bei der Frage, wie dieser OB eigentlich seine vielen Reisen, seine endlose Kette von Empfängen im Rathaus und seine Besuche beim MSV (im Stadion und im Trainingslager in Portugal) bezahlt, besser gefragt, aus wessen Tasche.
Wer aber auf einen einmaligen fremdfinanzierten, karnevalstechnischen Ausrutscher des Stadtoberhaupts gehofft hat, sieht sich in diesem Jahr bitter enttäuscht. Der Mann will offenbar Serientäter werden. Die Duisburger Kolumnistin Mimi Müller berichtete nämlich panisch, sie sei bereits Opfer des diesjährigen neuen OB-Ordens geworden. Und während der echte Stadtprinz privates Geld für seine Orden in die Hand nehmen muss, darf man wohl darauf vertrauen, dass Herr Sauerland wieder einen Fremdsponsor gefunden hat.
Warum er wieder derart dreist dem diesjährigen und sogar echt witzigen Stadtprinzen mit einem eigenen Orden, der sein eigenes Konterfei trägt, Konkurrenz macht, ist wohl klar: Offenbar will er mit dem von anderen bezahlten Orden das eigene Bild vom tollen OB umarmend und bützend dem wehrlosen Wahlvolk um den Hals hängen, damit es als lebendes Wahlkampfmittel die heimliche Sauerländer Sehnsucht in die Weiten Duisburgs hinausträgt:
"Zwar bin ich nur OB, doch wär ich gerne Prinz".
Wir ignorieren einmal die historische Tatsache, dass das militärische Gehabe, wozu auch die Orden gehören, ursprünglich als Verhohnepiepelung der französischen Besatzungstruppen durch die unterdrückte deutsche Bevölkerung dienen sollte. Heutzutage sind die Orden ein ernstgenommenes Requisit im allzuernstgenommenen spaßfreien, funktionärsdominierten Vereinskarnevalstreiben geworden.
Es scheint der Grundsatz zu gelten: Je mehr, desto wichtiger die Persönlichkeit, egal ob das Blechgewicht das ohnehin nicht allzustark ausgeprägte Rückgrat deformiert. Manche Sexualforscher vermuten außerdem, dass die Sucht nach dem Orden auch etwas mit seiner kussbeladenen Verleihung durch strammschenklige junge Damen zu tun hat. Wie käme manch über 60-jähriger sonst noch einiger jungen Frau so nah?
Da verwundert es nicht, dass Duisburgs schwarz-christlicher Oberbürgermeister Sauerland auch in diesem Bereich wieder einmal an vorderster Front mitmischen will. Wenn man ihn schon nicht als Prinz von Duisburg, sondern nur zum Oberbürgermeister der Stadt gewählt hat, so will er zumindest mit einem eigenen Orden in den närrischen Rummel eingreifen.
Zur Verblüffung vieler und zum Entsetzen einiger hatte die NRZ schon im letzten Jahr gemeldet, der OB habe seinen eigenen Orden herausgegeben. Die Frage, aus welchem Haushaltstitel diese bekanntlich sehr kostenträchtigen Utensilien finanziert wurden (Repräsentationsmittel? Unterstützung lokaler Kulturarbeit? Wirtschaftsförderung?) beantwortete die wohlinformierte Zeitung gleich mit: Kostenträger war die Stadtsparkasse, die mit unserem hart ersparten und mit zuwenig Zinsen belohnten Spargroschen wohl so viel Gewinn machen konnte, dass auch noch dieser Blödsinn finanzierbar erschien. Nur Politpuristen und karnevalsfeindlichen Demokraten mag bei dieser Information aufgestoßen sein, dass der OB nicht nur der Repräsentant des Eigentümers der Sparkasse ist, sondern auch noch in dessen Kontrollgremien sitzt. Sollten hier die Kontrollierten ihrem Kontrollherrn ein Spielzeug willfährig verschafft haben? Interessanterweise gab es keine öffentliche Diskussion. Aber die fehlte ja auch schon bei der Frage, wie dieser OB eigentlich seine vielen Reisen, seine endlose Kette von Empfängen im Rathaus und seine Besuche beim MSV (im Stadion und im Trainingslager in Portugal) bezahlt, besser gefragt, aus wessen Tasche.
Wer aber auf einen einmaligen fremdfinanzierten, karnevalstechnischen Ausrutscher des Stadtoberhaupts gehofft hat, sieht sich in diesem Jahr bitter enttäuscht. Der Mann will offenbar Serientäter werden. Die Duisburger Kolumnistin Mimi Müller berichtete nämlich panisch, sie sei bereits Opfer des diesjährigen neuen OB-Ordens geworden. Und während der echte Stadtprinz privates Geld für seine Orden in die Hand nehmen muss, darf man wohl darauf vertrauen, dass Herr Sauerland wieder einen Fremdsponsor gefunden hat.
Warum er wieder derart dreist dem diesjährigen und sogar echt witzigen Stadtprinzen mit einem eigenen Orden, der sein eigenes Konterfei trägt, Konkurrenz macht, ist wohl klar: Offenbar will er mit dem von anderen bezahlten Orden das eigene Bild vom tollen OB umarmend und bützend dem wehrlosen Wahlvolk um den Hals hängen, damit es als lebendes Wahlkampfmittel die heimliche Sauerländer Sehnsucht in die Weiten Duisburgs hinausträgt:
Der Verfasser ist bekannt, aber möchte ungenannt bleiben.
unkreativ.net - 12. Feb, 19:15


Trackback URL:
http://unkreativ.twoday.net/stories/3312302/modTrackback