Gastbeitrag: "Des Oberbürgermeisters neuer Orden - 2 -"

oder
Was schert mich mein Geschwätz von gestern

Am gestrigen Weiberfastnachtstag wurde das Geheimnis um das diesjährige Motto des oberbürgermeisterlichen Karnevalsordens gelüftet und Duisburg konnte ehrfurchtsvoll zur Kenntnis nehmen, dass der "verhinderte Prinz von Duisburg" auch dichterisch zur Höchstform auflief: Auf dem Orden prangt sein eigenes Konterfei neben dem neuen City-Palais und die Inschrift verkündet holprig reimend:
"Sauerländer Zaubersprüche gehen niemals in die Brüche".

Hat man erstmal den dadurch ausgelösten Gehirnkrampf überstanden, erhebt sich bei nüchterner Betrachtungsweise sofort die Frage, welchen seiner zahlreichen "zauberhaften" Sprüche, die einem so zu Ohren gekommen sind, er wohl damit meinen könnte. Etwa den, die Stadt nicht von einer Ansammlung unfähiger Parteibuchinhaber sondern von integeren Fachleuten führen zu lassen? Da sei der Gerste vor! Zur Erinnerung: Dieser CDU-Ratsherr und Reisebürobetreiber stieg aus dem Nichts zum hochdotierten Chef der Stadtwerbung auf und machte den bisher gut besuchten Weihnachtsmarkt erst zum bier- und dann zum musikfreien Gespött in allen Medien.

Oder meint der OB vielleicht seine vollmundige Ankündigung, neben dem Hauptbahnhof werde das wirtschaftliche Tor zu Asien mit über 2000 neuen Arbeitsplätzen aus Fernost geschaffen? Neben Feldhasen und Löwenzahn kann das interessierte Besucherauge bis heute leider nichts Zukunftsträchtiges auf dem betreffenden Gelände vorfinden.

Oder meint er sein Versprechen als Aufsichtsratsvorsitzender der ARGE (Arbeitsgemeinschaft zwischen Stadt und Arbeitsamt zur Hilfe für Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger), mit Bundesmitteln neue Arbeitsplätze zu schaffen und soziale Not zu mildern? Peinlicherweise hat auch dies nicht funktioniert. Gerade hat er nämlich einen Untergebenen "freiwillig" zurücktreten lassen, weil diese Gesellschaft nicht in der Lage war, in 2 Jahren über 50 Mio Euro für die Arbeitslosen und Sozialhilfebedürftigen zu verwenden.

Wer heute morgen die Duisburger Tagespresse gelesen hat, dem war natürlich sofort sonnenklar, auf welchen seiner vollmundigen Sprüche der Oberbürgermeister mit seinem Orden (wohl in einem Anfall von Selbstironie) verweisen will. Erfährt man doch in den heutigen Ausgaben von WAZ und NRZ, dass der städtische Anteil an den Betriebskosten der neuen Mercatorhalle (die ja innerhalb des City-Palais errichtet wird) um 1,1 Mio auf 6,6 Mio Euro pro Jahr gestiegen ist. Und im Jahr 2003 hatte Herr Sauerland als damaliger CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat auf einer Deckelung des Betrags bestanden und getönt, die Mercatorhalle dürfe die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt nicht einen Cent mehr als 5,5 Mio Euro pro Jahr kosten. Dies war ja im Hinblick auf die anstehende Kommunalwahl sicherlich ein taktisch geschickter Zauberspruch, konnte man sich doch auf diese Weise wirksam als Bewahrer der Steuerzahlergroschen darstellen. Und als seriösere Zungen damals gewarnt hatten, eine realistische endgültige Einschätzung der genauen Kosten könne zu diesem frühen Zeitpunkt noch gar nicht erfolgen, hat man halt nicht hingehört. Und wenn sich nun der Zauberspruch als fauler Zauber entpuppt, hält man es einfach mit dem Motto des Uralt-Parteikollegen Adenauer:
"Was schert mich mein Geschwätz von gestern?".



Es sei nochmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Text hier um die persönliche Meinungsäußerung eines mir bekannten, nicht genannt werden wollenden Gastautor handelt. Rückfragen, Kritik, Ergänzungen sind gern gesehen.

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Zum Gastbeitrag: "Des Oberbürgermeisters neuer Orden"

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Gastbeitrag: "Des Oberbürgermeisters neuer Orden"

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