Samstag, 27. Oktober 2007

Tempolimit auf deutschen BABs?

Bin gerade gefragt worden, ob ich pro oder contra der Temolimitdiskussion wäre. Meine Antwort, "beides", wurde als ungültig verworfen. Dabei ist es eigentlich genau so.

Zum einen denke ich, dass ein Tempolimit die Anzahl der Verkehrstoten weiter senken kann. Auf der anderen Seite frage ich mich, wie viel es ausmachen würde, die wenigen KM die noch "frei" sind, mit einem Limit zu versehen.

Was ich allerdings zum Kotzen finde ist, wenn die Diskussion um das Tempolimit genutzt wird so zu tun, als würde man sich um das Klima kümmern. Dennn...
  • Wieviel höher ist der Verbrauch in der Stadt, denn auf der BAB, weil es die Städte meisten dann doch nicht mit der grünen Welle hinbekommen?
  • Wie viele Autos müßten wie lange auf den wenigen tempolimitlosen Strecken unterwegs sein, um auch nur annähernd den negativen Einfluß zu haben, wie zum Beispeil das gerade im Bau befindliche Braunkohlekraftwerk hier um die Ecke? Man muss sich das mal reinziehen: BRAUNKOHLE!
Im Endeffekt würde ich mich also GEGEN das Limit aussprechen. Weil es einfach meiner Meinung nach den Menschen weiter gängelt und eine rein populistische Maßnahme ist, die einmal mehr zeigt, dass unsere Regierung und die Opposition sich noch immer nicht an die wirklichen Probleme und deren Verursacher herantrauen.


Zum Kotzen.

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creature - 27. Okt, 18:56

meine erfahrung auf deutschen autobahnen ist die, kurze zeit kann man schnell fahren bis zum nächsten stau, und da steht man wieder eine stunde im schritttempo, hier ist 130 erlaubt und ein stau kommt zwar vor, ist aber seltener.
am besten fährt sichs auf den highways in den usa, eine richtgeschwindigkeit die jeder einzuhalten hat und diese hetzereien mit dem überholen, schneiden, drängeln kommt nicht vor.

hanneken (anonym) - 27. Okt, 19:34

Staus, Unfälle...

Reichen diese Argumente denn nicht? Wenn es nicht so viele Deppen auf Deutschlands Autobahnen gäbe, dann könnte man ein Tempolimit durchaus skeptisch sehen. Gängelei hin oder her: der Staat hat die Schwächsten Bürger zu schützen und nicht die Rechte der Stärksten zu sichern.
Du meinst also, entweder wir führen ein Tempolimit ein oder wir bauen Braunkohlekraftwerke? Können wir nicht einfach auf beides verzichten?!

unkreativ.net - 27. Okt, 19:38

Natürlich, ich empfehle auf beides zu verzichten :-)

Später mehr, ich muss ins Kino....
filmfacts - 27. Okt, 21:04

Glaubst Du, dass bei einem Geschwindigkeitslimit weniger Unfälle passieren? Unfälle passieren durch unangepasste Geschwindigkeit. Und sicher wartest Du am 24.12. auch auf den Weihnachtsmann, wenn Du glaubst die Leute die jetzt bei 200 km/h mit 2 Meter Abstand hinter Dir herfahren, würden dann mehr Abstand und sich ans Limit halten. Gibt es in Ländern mit Tempolimits gemessen an den gefahrenen Gesamtkilometern weniger Unfälle? Ich habe aktuell nicht nachgesehen, aber das letzte Mal, als ich derartige Statistiken las, war es nicht so. Da lag D-Land was Unfälle anging ziemlich gut. Und was das Klima angeht - das als Grund zu bringen ist verlogener Mist!
unkreativ.net - 28. Okt, 10:43

Ich denke nicht nur, ich weiss (bringt der Job mit sich), dass eine der Hauptunfallursachen in NRW das Tempo ist. Das ändert natürlich nix am Verhalten der Bekloppten. Zu der Frage nach anderen Ländern: Schau Dir die Statistiken mal an. Abgesehen davon bin ich persönlich ja eh eher der, der schon aus dem Geiz heraus bei 120 den Tempomaten anschaltet ;-) Da spielt sicherlich auch mit rein, dass ich unzählige Kilometer auf Kanadischen Highways hinter mir habe, wo man eh nur 100-110 km/h fahren darf und schnell fahren schnell teuer wird.

Ich weiss aber auch wie sich die Wahrscheinlichkeit zu überleben, auch als 02 (also "Geschädigter") exponentiell verringert - mit steigender Geschwindigkeit.

Auch weiss ich, aus meinem Auto, wie sich der Verbrauch und damit der Ausstoß an Abgas ändert, wenn ich das Tempo verdoppel oder mehr. Tempo 100: 5 Liter. 120 macht schon 6 Liter, 150 macht 8 und 200 bis zu 10 Liter auf 100km.

Zu Hanneken: Der Staat hat Dich nicht immer zu schützen. Er hat dafür zu sorgen, dass Du Dich frei entfalten kannst. Er hat das Überschreiten von rechtlichen Grenzen zu ahnden, aber wie sehr er die Ketten anspannt, ist Interpretationssache. Wichtig ist halt, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Tempolimit und der Existenz von Idioten gibt. Du wirst immer Schwachmaten finden, in der Zone 30, wie Innerorts, wie auf Landstraßen und jeder Form von Autobahn. Und was ich definitiv meine ist: Bevor wieder dieser populistische Scheiß los geht, sollte man dort anfangen, wo es wirklich hakt. Und das ist im Moment eben die Produktion von Abgasen durch die Industrie. Bin ich der Einzige der sich wundert, warum die Großen (im Sinne von Dreckschleudern) nicht in den Mittelpunkt der Kritik rutschen, sondern immer die doofen Bürger, die im Schnitt sogar vermutlich weniger produzieren, als Kühe? Ich verwehre mich einfach gegen dieses immer wieder auf's neue in Angriff genommene "Für Dumm Verkaufen" der Bürger... in dem man uns erzählt, Braunkohlekraftwerke(!!!!) wären kein Problem und wir können unsere Seelen retten, wenn wir die letzten paar KM auch noch mit Temposchildern zupflastern.
filmfacts - 28. Okt, 11:06

Äh, meine Antwort bezog sich auf Hanneken. Ich glaube nicht, dass wir so weit auseinander liegen, was dieses Thema angeht, Stefan. Was die Unfallzahlen angeht, hast Du da eine Statistik? Ich habe aktuell nur Allgemeinaussagen gefunden, bei denen das tempolimitlose D-Land allerdings gar nicht so schlecht da steht. Laut Wikipedia sind wir im Verhältnis was die Unfalltoten angeht z.B. nahezu gleichauf mit der betulichen und tempogelimiteten Schweiz.

Was den Verbrauch angeht, hast Du natürlich Recht. Aber das bessert nicht wesentlich das Gesamtklima und hat maximal Auswirkungen auf das persönliche Portemonnaie jedes einzelnen. Um am Klima was zu drehen, müssten wir diese ätzenden Kohlekraftwerke abschalten. Aber die werden ja von den Genossen gut geheißen.
unkreativ.net - 28. Okt, 11:54

Ja, ich habe Statistiken.... für NRW sehr aktuelle sogar :-) Schreib mir mal eine eMail, was Du genau wissen möchtest und ich mache Dir einen entsprechenden Auszug...

Thema Geld: Ich stelle übrigens fest, dass immer mehr Leute gemütlich fahren. Die positive Seite der hohen Spritkosten...
Prospero - 28. Okt, 18:27

Bin auch gegen das Limit. Es wird sich ja wieder ohnehin kein Mensch dran halten - wenn, dann nur die Vernünftigen, aber für die wäre das Gesetz ohnehin nicht gemacht denke ich. Zudem: So viele "freie" Straßen gibts doch gar nicht mehr in der Republik, oder? Insofern bringts das dann doch auch nicht wenn schon der Großteil ein Tempolimit hat und sich ohnehin nur die Wenigsten dran halten. In den Zeiten moderner Kommunikation bekommt man ja ohnehin per User-Generated-Content für gewisse Navigationssysteme mit wo eventuell Starenkästen stehen...
Ad Astra

unkreativ.net - 28. Okt, 18:53

Wie gut, dass es KEINEN Zusammenhang zwischen zurückgehenden Regelbrüchen, einbrechenden Einnahmen, dem geplanten Tempolimit und den geplanten erheblichen Anhebungen der Ahnungsgelder bestehen kann, nicht wahr? ;-)

--

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