Vom Fotografieren...
2.2 Brennweiten und was das ist
Die Sache mit der Brennweite ist eigentlich in 2 Sätzen erklärt:
Obwohl... na gut, ich geh noch ein wenig mehr ins Detail, wenn Ihr wollt. Denn das mit den Brennweiten ist dann vielleicht doch die eine oder andere Betrachtung wert, denn Brennweite ist bekanntlich nicht gleich Brenweite und das eine oder andere lohnt sich vielleicht doch zu wissen.
Brennweite ist ein Wert, der auf Objektiven heute in mm angegeben wird. Dummerweise ist der Bezug zum Kleinbildnegativ irgendwann verloren gegangen, weswegen man heute auch von "Crop-Faktoren" spricht. Damit ist gemeint, dass sich die Brennweite des Objektives im Verhältnis zum Chip relativiert. Bei den meisten Digitalen Spiegelreflexen ist das wie bei meiner Nikon, der "Crop-Faktor" liegt bei 1,5. Das bedeutet, ich muss von Brennweiten im Kleinbildbereich ausgehend den Wert mit dem Faktor 1,5 multiplizieren, um auf die Brennweite an meiner Digitalen zu kommen. So wird dann aus einer Brennweite von 50mm plötzlich eine 75mm-Linse (50mm Brennweite x 1,5 Crop-Faktor).
Die mm-Anzahl läßt mich zudem wissen, ob es sich um ein Weitwinkel-, Normal- oder Tele-Objektiv handelt. Ganz grob spricht man von Weitwinkel, wenn die mm-Zahl kleiner als 35 ist, von Tele bei Werten über 50 und der Bereich 35-50 ist der "Normal"-Bereich.
Das mit dem Normal ist am einfachsten erklärt: Zum einen entspricht eine Brennweite von 50mm an einer Kleinbildkamera in etwa dem Sichtfeld, dass unser Auge mitbringt. Zum anderen war es früher "normal" ein Objektiv im Bereich von 35mm zu haben und eines von 50mm. Heute ist das 50mm-Objektiv sicherlich auch nach wie vor das, mit der höchsten Verbreitung.
Weitwinkelobjektive nutzt man dagegen, um größere Bereiche auf das Bild zu bannen. Teleobjektive dienen dazu, über größere Entfernungen Details einzufangen. Sei es, weil man zu faul ist ran zu gehene, oder weil zu viel Nähe zu Löwen, Alligatoren und Finanzbeamten einfach nicht angeraten scheint.
Wenn ich jetzt mal bewußt 2 Sonderformen der Objektive erstmal aussen vor lasse - die "Fisheye-" und die "Macro-Objektive", konzentrieren wir uns mal auf den "üblichen" Bereich.
Durch den heute so verbreiteten Crop-Faktor passiert es, dass die meisten Objektive an Brennweite "gewinnen". So wird zum Beispiel aus einem Objektiv mit 200mm Brennweite schon eines mit 300mm. Das ist erstmal toll.
Dummerweise sind Weitwinkelobjektive optisch anspruchsvoller. Und durch den Cropfaktor muss ich sehr weitwinklige Linse kaufen, um alte Bekannte zu ersetzen. Hatte ich früher ein 24mm-Objektiv um eine feiernde Gesellschaft im Raum zu knipsen, darf das Objektiv heute nur ungefähr 16mm haben, um das gleiche Feld abzudecken.
Gängige Brennweiten sind heute ungefähr von 10 bis 300mm. Wobei die meisten Leute mit ihrer ersten Spiegelreflex oft ein "Kit-Objektiv" erwerben, dass irgendwo im Bereich von 18 bis 55 oder 18 bis 70mm liegt. Also vom leichten Weitwinkel bis in den leichten Telebereich reichend (Faktor nicht vergessen!). Oft kommt dann noch ein 55 oder 70 bis 200 dazu und schon ist man für den Anfang eigetnlich ganz gut ausgerüstet.
Im letzten Absatz habe ich still und heimlich eine spezielle Gattung von Objektiven vorgestellt, die wir uns jetzt kurz genauer ansehen: Zoom-Objektive.
Zoom-Objektive gibt es von gemäßigt (2-3facher Zoom-Faktor) bis hin zu sogenannten Superzooms (10fach bis 15fach). Letzter werden unter ambitionierten Knipsern gerne abwertend mit Suppenzoom bezeichnet, ich ziehe lieber den Vergleich zu einem an die Kamera gepappten Boden einer Cola-Flasche heran. Nix gegen Cola-Flaschen.
Was ist jetzt das Besondere an den Zoom-Linsen?
Zoomobjektive bieten zunächst eine höhere Flexibilität als Festbrennweiten. Ich kann also Objekte weiter wegschieben (in den Weitwinkelbereich) oder näher heran holen (in den Telebereich gehen).
Das Problem ist eher physikalischer Natur: Eine Optik läßt sich hervorragend und unter Vermeidung zahlreicher Probleme für eine bestimmte Brennweite fertigen. Wer eine Brille trägt, weiss, dass seine Brille exakt für sein Auge berechnet ist, und da zu Höchstleistung auflaufen kann.
Zoomobjektive sind dagegen immer ein Kompromiss. Mit der Zoomleistung erkaufe ich mir IMMER einen Abstrich an der Qualität und man kann pauschal sagen, dass je höher der Zoomfaktor, desto schlechter die Qualität.
"Schlechte Qualität" kann sich in Problemen mit der Schärfe, gerne aber bei den Verzeichnungen ("Wölbungen" am Bildrand nach innen oder aussen) deutlich machen, bei der Empfindlichkeit für Streulicht, schwächeren Kontrasten und einigem mehr.
Generell ist also, was die reine Qualität der Linsen angeht, eine Festbrennweite einem Zoom überlegen und ein gemäßigtes Zoom in der Regel einem Superzoom. Wer mich kennt der weiss, was ich von Objektiven der 50-500mm-Klasse halte ;-) Zoom-Objektive stellen immer einen Kompromiss aus Optischer Leistung, Zoomfaktor und Preis da - was die erheblichen Unterschiede im Preis und den zu erzielenden Qualitäten erklärt.
Dazu kommt, dass Zoom-Objektive in der Regel nicht so Lichtstark sind, wie Festbrennweiten. Bzw. wenn sie Lichtstark gebaut werden, sind sie sehr groß und schwer. Aber was es mit der Lichtstärke auf sich hat, erkläre ich im kommenden Abschnitt.
Um das Ganze jetzt mal mit ein paar Bildern zu unterfüttern, habe ich mal auf die Schnelle welche geknipst und dabei versucht, irgendwo im Rahmen dessen zu bleiben, was einem am häufigsten begenen wird:
(Angaben ungefährer Kleinbildwert)
15mm Weitwinkel:

20mm Weitwinkel:
35mm Normal:
50mm Normal:
105mm Tele:
135mm Tele:
165mm Tele:
200mm Tele:
300mm Tele:
Grundsätzlich sind übrigens bei kleiner werdenden Brennweiten die Unterschiede in der Wahrnehmung größer, als bei "langen" Brennweiten. Das beudetet im Klartext: Von 35mm nach 15mm nehmen wir einen größeren Unterschied war, als von 190mm zu 200mm.
Weiterhin ist es nicht so, wie ma oft hört, dass Teleobjektive die Perspektive "verdichten". Die Perspektive ist immer die Gleiche, aber der Ausschnitt ändert sich natürlich. Das ist vom Prinzip her mit den Blickwikelkonzentratoren vergleichbar, falls sich noch jemand daran erinnert.
Für Portraits empfehlen sich übrigens Tele-Brennweiten, da es im Weitwinkelbereich zu perspektivischen Verzerrungen kommen kann, die eher in den Bereich experimentell fallen ;-)
Früher war die Standardbrennweite für Portraits ca. 85 bis 135mm. Durch den Crop-Faktor eignet sich aber auch schon eine 50mm-Linse sehr gut für Portraits. Was es allerdings dann mit Freistellen und ähnlichden Dingen auf sich hat, erkläre ich auch erst im nächsten Abschnitt.
Übrigens: all das hier spricht natürlich wieder für digitale Spiegelreflex-Systeme. Bei anderen Kameras habe ich entweder nur eine sehr kleinen Zoombereich oder einen riesien Bereich mit den angesprochenen Problemen. Wenn ich mir also die maximale Flexibilität bei maximaler Qualität erhalten will, bleibt nur der Griff zur Grossen. Wenn ich bereit bin, Abstriche zu machen, kann unter Umständen auch eine Bridgekamera (teilweise mit Zoom von 35 bis 420mm!) das Objekt der Begierde sein. Allerdings wiederum zu den bekannten Nachteilen wie kleiner Sensor, schlechtere Linse etc.
Bewußt habe ich den Bereich "Fisheye" und "Makro" aussen vor gelassen. Beides erkläre ich ein einem eigenen Artikel...
Weiter in:
2.3 Blenden, Lichtstärke und Tiefenschärfe
Die Sache mit der Brennweite ist eigentlich in 2 Sätzen erklärt:
- Um so weniger Brennweite, um so mehr passt auf's Bild.
- Um so mehr Brennweite, um so näher komm ich dran.
Obwohl... na gut, ich geh noch ein wenig mehr ins Detail, wenn Ihr wollt. Denn das mit den Brennweiten ist dann vielleicht doch die eine oder andere Betrachtung wert, denn Brennweite ist bekanntlich nicht gleich Brenweite und das eine oder andere lohnt sich vielleicht doch zu wissen.
Brennweite ist ein Wert, der auf Objektiven heute in mm angegeben wird. Dummerweise ist der Bezug zum Kleinbildnegativ irgendwann verloren gegangen, weswegen man heute auch von "Crop-Faktoren" spricht. Damit ist gemeint, dass sich die Brennweite des Objektives im Verhältnis zum Chip relativiert. Bei den meisten Digitalen Spiegelreflexen ist das wie bei meiner Nikon, der "Crop-Faktor" liegt bei 1,5. Das bedeutet, ich muss von Brennweiten im Kleinbildbereich ausgehend den Wert mit dem Faktor 1,5 multiplizieren, um auf die Brennweite an meiner Digitalen zu kommen. So wird dann aus einer Brennweite von 50mm plötzlich eine 75mm-Linse (50mm Brennweite x 1,5 Crop-Faktor).
Die mm-Anzahl läßt mich zudem wissen, ob es sich um ein Weitwinkel-, Normal- oder Tele-Objektiv handelt. Ganz grob spricht man von Weitwinkel, wenn die mm-Zahl kleiner als 35 ist, von Tele bei Werten über 50 und der Bereich 35-50 ist der "Normal"-Bereich.
Das mit dem Normal ist am einfachsten erklärt: Zum einen entspricht eine Brennweite von 50mm an einer Kleinbildkamera in etwa dem Sichtfeld, dass unser Auge mitbringt. Zum anderen war es früher "normal" ein Objektiv im Bereich von 35mm zu haben und eines von 50mm. Heute ist das 50mm-Objektiv sicherlich auch nach wie vor das, mit der höchsten Verbreitung.
Weitwinkelobjektive nutzt man dagegen, um größere Bereiche auf das Bild zu bannen. Teleobjektive dienen dazu, über größere Entfernungen Details einzufangen. Sei es, weil man zu faul ist ran zu gehene, oder weil zu viel Nähe zu Löwen, Alligatoren und Finanzbeamten einfach nicht angeraten scheint.
Wenn ich jetzt mal bewußt 2 Sonderformen der Objektive erstmal aussen vor lasse - die "Fisheye-" und die "Macro-Objektive", konzentrieren wir uns mal auf den "üblichen" Bereich.
Durch den heute so verbreiteten Crop-Faktor passiert es, dass die meisten Objektive an Brennweite "gewinnen". So wird zum Beispiel aus einem Objektiv mit 200mm Brennweite schon eines mit 300mm. Das ist erstmal toll.
Dummerweise sind Weitwinkelobjektive optisch anspruchsvoller. Und durch den Cropfaktor muss ich sehr weitwinklige Linse kaufen, um alte Bekannte zu ersetzen. Hatte ich früher ein 24mm-Objektiv um eine feiernde Gesellschaft im Raum zu knipsen, darf das Objektiv heute nur ungefähr 16mm haben, um das gleiche Feld abzudecken.
Gängige Brennweiten sind heute ungefähr von 10 bis 300mm. Wobei die meisten Leute mit ihrer ersten Spiegelreflex oft ein "Kit-Objektiv" erwerben, dass irgendwo im Bereich von 18 bis 55 oder 18 bis 70mm liegt. Also vom leichten Weitwinkel bis in den leichten Telebereich reichend (Faktor nicht vergessen!). Oft kommt dann noch ein 55 oder 70 bis 200 dazu und schon ist man für den Anfang eigetnlich ganz gut ausgerüstet.
Im letzten Absatz habe ich still und heimlich eine spezielle Gattung von Objektiven vorgestellt, die wir uns jetzt kurz genauer ansehen: Zoom-Objektive.
Zoom-Objektive gibt es von gemäßigt (2-3facher Zoom-Faktor) bis hin zu sogenannten Superzooms (10fach bis 15fach). Letzter werden unter ambitionierten Knipsern gerne abwertend mit Suppenzoom bezeichnet, ich ziehe lieber den Vergleich zu einem an die Kamera gepappten Boden einer Cola-Flasche heran. Nix gegen Cola-Flaschen.
Was ist jetzt das Besondere an den Zoom-Linsen?
Zoomobjektive bieten zunächst eine höhere Flexibilität als Festbrennweiten. Ich kann also Objekte weiter wegschieben (in den Weitwinkelbereich) oder näher heran holen (in den Telebereich gehen).
Das Problem ist eher physikalischer Natur: Eine Optik läßt sich hervorragend und unter Vermeidung zahlreicher Probleme für eine bestimmte Brennweite fertigen. Wer eine Brille trägt, weiss, dass seine Brille exakt für sein Auge berechnet ist, und da zu Höchstleistung auflaufen kann.
Zoomobjektive sind dagegen immer ein Kompromiss. Mit der Zoomleistung erkaufe ich mir IMMER einen Abstrich an der Qualität und man kann pauschal sagen, dass je höher der Zoomfaktor, desto schlechter die Qualität.
"Schlechte Qualität" kann sich in Problemen mit der Schärfe, gerne aber bei den Verzeichnungen ("Wölbungen" am Bildrand nach innen oder aussen) deutlich machen, bei der Empfindlichkeit für Streulicht, schwächeren Kontrasten und einigem mehr.
Generell ist also, was die reine Qualität der Linsen angeht, eine Festbrennweite einem Zoom überlegen und ein gemäßigtes Zoom in der Regel einem Superzoom. Wer mich kennt der weiss, was ich von Objektiven der 50-500mm-Klasse halte ;-) Zoom-Objektive stellen immer einen Kompromiss aus Optischer Leistung, Zoomfaktor und Preis da - was die erheblichen Unterschiede im Preis und den zu erzielenden Qualitäten erklärt.
Dazu kommt, dass Zoom-Objektive in der Regel nicht so Lichtstark sind, wie Festbrennweiten. Bzw. wenn sie Lichtstark gebaut werden, sind sie sehr groß und schwer. Aber was es mit der Lichtstärke auf sich hat, erkläre ich im kommenden Abschnitt.
Um das Ganze jetzt mal mit ein paar Bildern zu unterfüttern, habe ich mal auf die Schnelle welche geknipst und dabei versucht, irgendwo im Rahmen dessen zu bleiben, was einem am häufigsten begenen wird:
(Angaben ungefährer Kleinbildwert)
15mm Weitwinkel:

20mm Weitwinkel:
35mm Normal:
50mm Normal:
105mm Tele:
135mm Tele:
165mm Tele:
200mm Tele:
300mm Tele:
Grundsätzlich sind übrigens bei kleiner werdenden Brennweiten die Unterschiede in der Wahrnehmung größer, als bei "langen" Brennweiten. Das beudetet im Klartext: Von 35mm nach 15mm nehmen wir einen größeren Unterschied war, als von 190mm zu 200mm.
Weiterhin ist es nicht so, wie ma oft hört, dass Teleobjektive die Perspektive "verdichten". Die Perspektive ist immer die Gleiche, aber der Ausschnitt ändert sich natürlich. Das ist vom Prinzip her mit den Blickwikelkonzentratoren vergleichbar, falls sich noch jemand daran erinnert.
Für Portraits empfehlen sich übrigens Tele-Brennweiten, da es im Weitwinkelbereich zu perspektivischen Verzerrungen kommen kann, die eher in den Bereich experimentell fallen ;-)
Früher war die Standardbrennweite für Portraits ca. 85 bis 135mm. Durch den Crop-Faktor eignet sich aber auch schon eine 50mm-Linse sehr gut für Portraits. Was es allerdings dann mit Freistellen und ähnlichden Dingen auf sich hat, erkläre ich auch erst im nächsten Abschnitt.
Übrigens: all das hier spricht natürlich wieder für digitale Spiegelreflex-Systeme. Bei anderen Kameras habe ich entweder nur eine sehr kleinen Zoombereich oder einen riesien Bereich mit den angesprochenen Problemen. Wenn ich mir also die maximale Flexibilität bei maximaler Qualität erhalten will, bleibt nur der Griff zur Grossen. Wenn ich bereit bin, Abstriche zu machen, kann unter Umständen auch eine Bridgekamera (teilweise mit Zoom von 35 bis 420mm!) das Objekt der Begierde sein. Allerdings wiederum zu den bekannten Nachteilen wie kleiner Sensor, schlechtere Linse etc.
Bewußt habe ich den Bereich "Fisheye" und "Makro" aussen vor gelassen. Beides erkläre ich ein einem eigenen Artikel...
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2.3 Blenden, Lichtstärke und Tiefenschärfe
unkreativ.net - 7. Apr, 11:10


zu machen. EInen so langen Text am Bildschirm zu lesen strengt an.