Ich hab ja nichts gegen Kameras, wenn ich vorher informiert werde - Balzac haben wir hier ja glücklicherweise nicht in der Stadt glaube ich - aber dieses An-den-Pranger-Stellen - reicht es nicht die Polizei zu informieren in dem Zusammenhang? Ist es denn wirklich eine Aufgabe des kleinen Bürgers die Rolle der Polizei einzunehmen? Und ist DAS nicht auch schon etwas, was gefährlich ist, denn wenn man denkt, dass da nichts dabei ist - ob das Rechtens ist, keine Ahnung - was passiert dann das nächste Mal? Man informiert die Kunden vorher NICHT darüber, dass sie überwacht werden weil das ja so gut funktioniert hat? Ich habe da immer noch Bauchgrummeln bei, bei allem Verständnis - aber nicht jeder Kunde ist ein Ladendieb...
Und nicht jeder Kunde findet sich an der Türe auf einem Bild wieder ;-)
Fenrir (anonym) - 14. Apr, 06:00
"Was glaubst Du, wie viele Vollpfosten durch die Gegend rennen und mutwillig und sinnfrei fremdes Eigentum zerstören? Wie viele Leute unehrlich sind und stehlen?"
Zunächt erstmal richtig. Aber es gibt auch die andere Seite. Menschen die aus Not stehlen. Und das nimmt angesichts ständig steigender Preise zu. Frag dich doch mal, was du tun würdest.
Menschen die zu Hungerlöhnen arbeiten müssen, kaum über die Runden kommen sind leicht zu verführen. Es ist nicht unbedingt richtig. Aber das Problem wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Auch in Deutschland kann es passieren das Menschen verhungern. Das sind zwar noch extremfälle, aber sie passieren.
Was bedeutet das? Sowohl die Betroffenen als auch die "Täter" rüsten auf. Und bald werden auch hier Menschen für 10 Euro in der Tasche getötet.
In Kalifornien kann man für zwei geklaute Jaens dann schon mal 25 Jahre in den Knast gehen. Wenn ich mir bei uns anschaue wie hier mit Menschen umegegangen wird, die aus purer Not Stehlen, Schwarzfahren, Schwarzarbeiten dann wird mir schlecht.
Denn die kapiatlistischen Ausbeuterm, die dieses zu großen Teilen mit zu verantworten haben kommen ungeschoren davon. Füllen sich weiter ihre Taschen, auf Kosten aller.
Otto Normalbürger hingegen sucht einen Sündenbock. Das sind die schwächsten in der Gesellschft. Hoffen kann diese Gruppe des Bürgertums nur das es diesen "schwachen" nie bewußt wird über wieviel Macht sie eigentlich verfügen wenn sie sich zusammentun.
Wie Stefan schon sagt: nicht jeder findet sich an der Tür wieder. Und wenn er sich dort findet, dann wird es aufgrund der Überwachung eindeutige Handlungen gegeben haben. Ich bin immer noch geneigt zu unterstellen, dass sich Menschen in solchen Fällen korrekt verhalten. Da habe ich da ehrlich gesagt nichts dagegen.
In welchem rechtlichen Rahmen das abläuft, weiß ich nicht. Ist im Zweifel zu klären. Wenn es nur unter Einschaltung der Polizei in Verbindung mit einer Anzeige möglich ist - in Ordnung. Wenn der Bäcker auf seinem Video eindeutig sieht, dass der Kunde geklaut hat und es selbst veröffentlichen darf - für mich ebenfalls in Ordnung. Im Zweifel muß er natürlich zur Verantwortung gezogen werden, falls er da Bockmist gebaut hat und Rufmord begang.
Und zu der Notlage ... ich war leider schon in der Situation mit Leuten umzugehen, die tatsächlich ohne Schuld in so einer Notlage waren, nicht mehr das Geld zu haben um sich ein Brot zu kaufen (nicht "leider" weil ich das nicht will, sondern "leider" dass es sowas überhaupt gibt). Und diese Menschen sind i.d.R. eben genau nicht diejenigen, die stehlen oder randalieren.
Ich würde definitiv *nicht* stehlen, wenn ich mir etwas (auch Nahrung) nicht kaufen könnte. Ich glaube, ich würde aber jemandem gewaltig was zwischen die Hörner geben, wenn ich ihn dabei erwische, wie er sich an meinen Sachen zu schaffen macht.
Ich (und ich glaube, dass ich Otto-Normalbürger bin) suche keinen Sündenbock bei den Schwachen, ich sorge mich um mich selbst. Und ich bin mit dem derzeitigen System so nicht einverstanden. Es kann nicht sein, dass man Vollzeit arbeitet und aufgrund niedriger Löhne vom Staat Unterstützung braucht und Unternehmen vom Staat unterstützt werden, wenn sie Menschen zu solchen Hungerlöhnen einstellen, so dass der Steuerzahler dann doppelt blecht. Andere aber zu schädigen, weil es mir schlecht geht, würde mir allerdings nicht in den Sinn kommen.
Bei uns sind schon desöfteren und in letzter Zeit vermehrt Leute an der Tür gewesen und haben gebettelt. Weil sie nichts zu essen haben. Und ganz ehrlich: ich hätte ohne mit der Wimper zu zucken eine Suppe heiß gemacht, ein Brot geschmiert oder 'ne Portion Pommes gebacken. Ich hätte auch ein Paket Brot und 'ne Packung Mortadella mitgegeben. Wir haben zwar auch nur Aldi-Sachen, aber immerhin. Habe ich angeboten. Aber die wollen Geld. Wie groß kann da der Hunger sein?
Ich zahle Geld in ein Sozialversicherungssystem, welches wahrscheinlich zum Größten Teil dazu verwendet wird, sich selbst zu bezahlen. Ich zahle in Rentensystem aus denen ich wahrscheinlich nicht soviel wieder bekomme, dass ich davon leben kann. Das passt mir auch alles nicht. Aber ich glaube nicht, dass "die Schwachen" daran Schuld sind.
Nur mal so erwähnt - zum nachdenken: meine Mutter hat früher gearbeitet. Bis ich und kurz darauf meine Schwester geboren wurden. Dann war sie 16 Jahre zu Hause, hat dann zwei bis drei Jahre halbtags gearbeitet und ist jetzt auch schon wieder ewig zu Hause. Ist eben eine normale Hausfrau, aber noch nicht im Rentenalter. Arbeitslos gemeldet war die nie ...
kostenloser Counter
"Im Gehäuse einer Festplatte ist ein Vakuum. Und so blöd das jetzt auch klingt, der Kopf schwebt auf einem Luftpolster" (Giga, "Magic" Mirco)
I love Halloween, the one time on year everybody wears a mask - not just me.
(Dexter)
Wenn schon Untergang, dann möchte man doch wenigstens dabei gewesen sein.
(Thomas Mann)
Es ist nicht wichtig, wer er ist. Es ist wichtig, wer Du nicht bist.
("Sarah")
Status
Online seit 1148 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 6. Sep, 18:10
Zunächt erstmal richtig. Aber es gibt auch die andere Seite. Menschen die aus Not stehlen. Und das nimmt angesichts ständig steigender Preise zu. Frag dich doch mal, was du tun würdest.
Menschen die zu Hungerlöhnen arbeiten müssen, kaum über die Runden kommen sind leicht zu verführen. Es ist nicht unbedingt richtig. Aber das Problem wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Auch in Deutschland kann es passieren das Menschen verhungern. Das sind zwar noch extremfälle, aber sie passieren.
Was bedeutet das? Sowohl die Betroffenen als auch die "Täter" rüsten auf. Und bald werden auch hier Menschen für 10 Euro in der Tasche getötet.
In Kalifornien kann man für zwei geklaute Jaens dann schon mal 25 Jahre in den Knast gehen. Wenn ich mir bei uns anschaue wie hier mit Menschen umegegangen wird, die aus purer Not Stehlen, Schwarzfahren, Schwarzarbeiten dann wird mir schlecht.
Denn die kapiatlistischen Ausbeuterm, die dieses zu großen Teilen mit zu verantworten haben kommen ungeschoren davon. Füllen sich weiter ihre Taschen, auf Kosten aller.
Otto Normalbürger hingegen sucht einen Sündenbock. Das sind die schwächsten in der Gesellschft. Hoffen kann diese Gruppe des Bürgertums nur das es diesen "schwachen" nie bewußt wird über wieviel Macht sie eigentlich verfügen wenn sie sich zusammentun.
Armes Deutschland!
In welchem rechtlichen Rahmen das abläuft, weiß ich nicht. Ist im Zweifel zu klären. Wenn es nur unter Einschaltung der Polizei in Verbindung mit einer Anzeige möglich ist - in Ordnung. Wenn der Bäcker auf seinem Video eindeutig sieht, dass der Kunde geklaut hat und es selbst veröffentlichen darf - für mich ebenfalls in Ordnung. Im Zweifel muß er natürlich zur Verantwortung gezogen werden, falls er da Bockmist gebaut hat und Rufmord begang.
Und zu der Notlage ... ich war leider schon in der Situation mit Leuten umzugehen, die tatsächlich ohne Schuld in so einer Notlage waren, nicht mehr das Geld zu haben um sich ein Brot zu kaufen (nicht "leider" weil ich das nicht will, sondern "leider" dass es sowas überhaupt gibt). Und diese Menschen sind i.d.R. eben genau nicht diejenigen, die stehlen oder randalieren.
Ich würde definitiv *nicht* stehlen, wenn ich mir etwas (auch Nahrung) nicht kaufen könnte. Ich glaube, ich würde aber jemandem gewaltig was zwischen die Hörner geben, wenn ich ihn dabei erwische, wie er sich an meinen Sachen zu schaffen macht.
Ich (und ich glaube, dass ich Otto-Normalbürger bin) suche keinen Sündenbock bei den Schwachen, ich sorge mich um mich selbst. Und ich bin mit dem derzeitigen System so nicht einverstanden. Es kann nicht sein, dass man Vollzeit arbeitet und aufgrund niedriger Löhne vom Staat Unterstützung braucht und Unternehmen vom Staat unterstützt werden, wenn sie Menschen zu solchen Hungerlöhnen einstellen, so dass der Steuerzahler dann doppelt blecht. Andere aber zu schädigen, weil es mir schlecht geht, würde mir allerdings nicht in den Sinn kommen.
Bei uns sind schon desöfteren und in letzter Zeit vermehrt Leute an der Tür gewesen und haben gebettelt. Weil sie nichts zu essen haben. Und ganz ehrlich: ich hätte ohne mit der Wimper zu zucken eine Suppe heiß gemacht, ein Brot geschmiert oder 'ne Portion Pommes gebacken. Ich hätte auch ein Paket Brot und 'ne Packung Mortadella mitgegeben. Wir haben zwar auch nur Aldi-Sachen, aber immerhin. Habe ich angeboten. Aber die wollen Geld. Wie groß kann da der Hunger sein?
Ich zahle Geld in ein Sozialversicherungssystem, welches wahrscheinlich zum Größten Teil dazu verwendet wird, sich selbst zu bezahlen. Ich zahle in Rentensystem aus denen ich wahrscheinlich nicht soviel wieder bekomme, dass ich davon leben kann. Das passt mir auch alles nicht. Aber ich glaube nicht, dass "die Schwachen" daran Schuld sind.
Nur mal so erwähnt - zum nachdenken: meine Mutter hat früher gearbeitet. Bis ich und kurz darauf meine Schwester geboren wurden. Dann war sie 16 Jahre zu Hause, hat dann zwei bis drei Jahre halbtags gearbeitet und ist jetzt auch schon wieder ewig zu Hause. Ist eben eine normale Hausfrau, aber noch nicht im Rentenalter. Arbeitslos gemeldet war die nie ...