Gastbeitrag: Zum verrückt werden
Der Gastbeitrag aus den Kommentaren hat einen weiteren Menschen dazu gebracht, mir etwas zu schreiben, mit der Bitte um Veröffentlichung. Wie immer ist der / die Verfasser/-in mir bekannt und wird trotzdem nicht genannt ;-)
Hallo unkreativ,
[...]
Ich arbeite bei einer [...] Beschäftigungsgesellschaft der Stadt [...]. Unsere Projekte/Aufträge erhalten wir fast ausnahmslos von der Arbeitsagentur.
Ich war fast 7 Jahre [...] und bin jetzt seit [...] bei der Vermittlung für 1-Euro-Jobs.
Ich bin wohlbemerkt kein SozPäd., sondern nur im Verwaltungsbereich tätig, aber auch da bekommt man genügend mit.
Für Deinen Personenkreis, sprich jung, dynamisch und vor allem gut ausgebildet, kann ich eigentlich nicht wirklich mitreden, denn unsere Klientel sind eigentlich die schwer Vermittelbaren oder auch sozialen und gesellschatlichen Looser.
Und hier werden uns zu einem nicht geringen Teil Menschen von der ARGE zugewiesen, bei denen nicht nur mir, auch meinen SozPäd.-Kollegen jegliches Verständis fehlt, warum man diese in einen 1-Euro-Job zwingt.
Fallbeispiele:
- keinerlei Deutschkenntnisse, haben meist ein Familienmitglied dabei zum dolmetschen
- hochgradige Alkoholiker, die vormittags logischerweise schon mit Fahne vor dir stehen oder am ganzen Körper zittern
- psychisch Kranke, die oftmals mit ihrem Betreuer/in kommen
- bishin zu einer knapp 50-jährigen Frau, die an einer nicht heilbaren Krebskrankheit leidet
Alles in allem eine sehr hohe Zahl an Zuweisungen, die man aus menschlichen, sozialen und rein praktischen Gründen gar nicht vermittel kann.
Das ganze ist ein irrwitziger Kreislauf, denn wir machen ein hirnloses Spiel der ARGE mit, denn letztlich werden diese Menschen nach 1-3 Wochen als nicht vermittelbar von uns wieder an die ARGE zurückverwiesen.
Daneben gibt es einen gewissen Anteil von Personen, die sich schon von je her und auch in Zukunft allen diesen Maßnahmen bewußt und willentlich entziehen, aber diesen Bodensatz wird es immer geben!
Seltene Lichtblicke sind diejenigen, die wirklich froh sind überhaupt was zu tun zu haben, auch wenn es nur für 1,25 € / Std. ist und hier geht (traurigerweise) die Palette von jung bis alt, von gebildet bis ungebildet, von ausgebildet bis unausgebildet.
Dahinter steckt natürlich ein System in Form von strikten Auflagen und uns zugewiesenen (Steuer-)Geldern. Will heißen wir fahren aus personal- bzw. finanzielltechnischen Gründen am totalen Limit. Das Motto ist durchschleusen und durchschleusen, am Besten gar nicht darüber nachdenken.
Fazit: Ich denke mir schon seit langem, dass es den einzelnen ARGE-Mitarbeitern gar nicht soviel anders geht als uns. Sie müssen auch nach bürokratischen Anweisungen der großen allmächtigen Arbeitagentur handeln und dass bedeutet Zahlen und Statistiken für letztendlich unsere Regierung.
Wir, sprich meine Kollegen und ich wissen alle, dass wir in einem grotesken Spiel stecken, letztlich um unsere eigenen Arbeitsplätze zu sichern.
Nichtsdestotrotz hoffe ich aus diesem frustrierenden Wahnsinn rauszukommen. Rein statistisch gesehen [...] heutzutage fast utopisch *grins*.
Hallo unkreativ,
[...]
Ich arbeite bei einer [...] Beschäftigungsgesellschaft der Stadt [...]. Unsere Projekte/Aufträge erhalten wir fast ausnahmslos von der Arbeitsagentur.
Ich war fast 7 Jahre [...] und bin jetzt seit [...] bei der Vermittlung für 1-Euro-Jobs.
Ich bin wohlbemerkt kein SozPäd., sondern nur im Verwaltungsbereich tätig, aber auch da bekommt man genügend mit.
Für Deinen Personenkreis, sprich jung, dynamisch und vor allem gut ausgebildet, kann ich eigentlich nicht wirklich mitreden, denn unsere Klientel sind eigentlich die schwer Vermittelbaren oder auch sozialen und gesellschatlichen Looser.
Und hier werden uns zu einem nicht geringen Teil Menschen von der ARGE zugewiesen, bei denen nicht nur mir, auch meinen SozPäd.-Kollegen jegliches Verständis fehlt, warum man diese in einen 1-Euro-Job zwingt.
Fallbeispiele:
- keinerlei Deutschkenntnisse, haben meist ein Familienmitglied dabei zum dolmetschen
- hochgradige Alkoholiker, die vormittags logischerweise schon mit Fahne vor dir stehen oder am ganzen Körper zittern
- psychisch Kranke, die oftmals mit ihrem Betreuer/in kommen
- bishin zu einer knapp 50-jährigen Frau, die an einer nicht heilbaren Krebskrankheit leidet
Alles in allem eine sehr hohe Zahl an Zuweisungen, die man aus menschlichen, sozialen und rein praktischen Gründen gar nicht vermittel kann.
Das ganze ist ein irrwitziger Kreislauf, denn wir machen ein hirnloses Spiel der ARGE mit, denn letztlich werden diese Menschen nach 1-3 Wochen als nicht vermittelbar von uns wieder an die ARGE zurückverwiesen.
Daneben gibt es einen gewissen Anteil von Personen, die sich schon von je her und auch in Zukunft allen diesen Maßnahmen bewußt und willentlich entziehen, aber diesen Bodensatz wird es immer geben!
Seltene Lichtblicke sind diejenigen, die wirklich froh sind überhaupt was zu tun zu haben, auch wenn es nur für 1,25 € / Std. ist und hier geht (traurigerweise) die Palette von jung bis alt, von gebildet bis ungebildet, von ausgebildet bis unausgebildet.
Dahinter steckt natürlich ein System in Form von strikten Auflagen und uns zugewiesenen (Steuer-)Geldern. Will heißen wir fahren aus personal- bzw. finanzielltechnischen Gründen am totalen Limit. Das Motto ist durchschleusen und durchschleusen, am Besten gar nicht darüber nachdenken.
Fazit: Ich denke mir schon seit langem, dass es den einzelnen ARGE-Mitarbeitern gar nicht soviel anders geht als uns. Sie müssen auch nach bürokratischen Anweisungen der großen allmächtigen Arbeitagentur handeln und dass bedeutet Zahlen und Statistiken für letztendlich unsere Regierung.
Wir, sprich meine Kollegen und ich wissen alle, dass wir in einem grotesken Spiel stecken, letztlich um unsere eigenen Arbeitsplätze zu sichern.
Nichtsdestotrotz hoffe ich aus diesem frustrierenden Wahnsinn rauszukommen. Rein statistisch gesehen [...] heutzutage fast utopisch *grins*.
unkreativ.net - 20. Mai, 15:22 - abgelegt unter: Sozio-Politisch
Trackbacks zu diesem Beitrag
unkreativ.twoday.net - 20. Mai, 15:27
Gastbeitrag aus den Kommentaren...
... eigentlich von hier: Klick!
Ich... [weiter]
unkreativ.twoday.net - 20. Mai, 15:27
Barcamps sind "Freizeitvergnügen"...
Liebe Arge,
dass Eure Mitarbeiter... [weiter]


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